Examensarbeit, 2004
152 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Persönliche Gedanken
1.2 Fragestellung
1.3 Vorgehensweise
2. Begrifflichkeiten und Grundlagen von Tagen der Orientierung
2.1 Begriffe: Religion, Religiosität, Glaube und Kirche
2.2 Begrifflichkeit im Wandel der Zeit – Vielfalt der Angebote
2.3 Grundlagen zu Tagen der Orientierung
2.3.1 Zielgruppe von TdO - Jugend und ihre Religiosität im Wandel
2.3.1.1 Jugend und Religion in der Forschung
2.3.1.2 Jugend und Religion heute
2.3.2 Prinzipien der Arbeit auf Tagen der Orientierung
2.3.3 Rahmenbedingungen für Tage der Orientierung
2.3.4 Ziele von Tagen der Orientierung
3. Glaube und Religiosität in den Konzepten der Veranstalter
3.1 Tage der Orientierung im Bistum Erfurt
3.2 Tage der Orientierung mit dem Schülerinnen- und Schülerreferat Regensburg
3.3 Besinnungstage mit dem SchülerInnenreferat Würzburg
3.4 Tage der Orientierung mit der Fachstelle Jugend und Schule der Erzdiözese Freiburg
3.5 Pfarreibezogene Besinnungstage für Hauptschüler in der Erzdiözese München und Freising
3.6 Tage der Orientierung mit dem Schülerforum Würzburg
3.7 Tage religiöser Orientierung im Schülerzentrum Schloss Fürstenried
3.8 Tage der Orientierung mit dem Schülerinnen- und Schülerreferat Freiburg
3.9 Tage der Orientierung mit dem SchülerInnenreferat München
3.10 Aus der Arbeitshilfe Kreative Unterbrechung
4. Auswertung der Interviews
4.1 Erfassung der Daten
4.2 Geltungsanspruch und Validität
4.3 Die Interviews im Einzelnen
4.3.1 Josef
4.3.2 Victoria
4.3.3 Anna
4.3.4 Maximilian
4.3.5 Dominique
4.3.6 Sabine
4.3.7 Vera
4.3.8 Lisa
5. Einige Meinungen von ReferentInnen für Tage der Orientierung
5.1 Erfassung der Daten
5.2 Die Meinungen im Einzelnen
5.2.1 Matthias
5.2.2 Rüdiger
5.2.3 Verena
5.2.4 Simone
5.2.5 Stefanie
5.2.6 Michael
6. Fazit
6.1 Die Bedeutung des äußeren Rahmens
6.2 Die Diskrepanz zwischen Konzept und dem Empfinden der SchülerInnen
6.3 Die Rolle der ReferentInnen hinsichtlich der religiösen Dimension
6.4 Ausblick
6.5 Persönliches Schlusswort
Die Arbeit untersucht die Frage, ob Tage der Orientierung (TdO) für junge Menschen noch eine religiöse Dimension besitzen und wie diese in einem Umfeld gesellschaftlicher Pluralisierung sowie individueller religiöser Sozialisation wahrgenommen wird. Dabei liegt der Fokus auf der Diskrepanz zwischen den Konzepten der kirchlichen Träger und dem Erleben der teilnehmenden Jugendlichen.
Die religiöse Dimension von Tagen der Orientierung. Grundlagen, Konzepte und qualitative Studie.
Klassenbesuch in einem Münchner Gymnasium vor Tagen der Orientierung: „Und abends bieten wir euch dann noch eine etwas ruhigere, meditative Übung an, wo ihr nochmal die Chance habt, über den Tag und das Erlebte nachzudenken.“ Ein Raunen geht durch die Klasse 10a, ein Schüler meint: „Müssen wir da mitmachen?“, worauf der Referent sich beeilt zu erwidern: „Nein, selbstverständlich nicht, diese Übung ist natürlich freiwillig.“ Aufatmen.
Diese Szene erlebte ich in den vergangenen drei Jahren knapp dreißig Mal und noch häufiger wurde sie mir von meinen Kollegen und Kolleginnen berichtet. Ich hebe sie deshalb so in den Vordergrund, weil die Abendmeditation während Tagen der Orientierung so manches Mal die einzige explizite Spur von Spiritualität, noch nicht einmal von Glaube oder gar Kirche, bleibt. Häufig konnte ich beobachten, wie wir schon beim Klassenbesuch zu verbergen versuchen, dass wir im Dienst und Auftrag einer Kirche bei ihnen sind. Ein einziges Mal feierten wir einen Gottesdienst und drei Mal war ein Gebet Teil einer Einheit während eines Seminars. Zusammengefasst könnte man leicht zum Schluss kommen: TdO sind eine pädagogisch hochwertvolle Veranstaltung, haben aber mit Glaube, Religion und Kirche nichts mehr zu tun. Und tatsächlich sind, wie wir später noch genauer beobachten können, die Themen Freundschaft, Partnerschaft und Sexualität ebenso wie Klassengemeinschaft auf TdO weit häufiger vertreten als beispielsweise Sinn des Lebens oder gar Was glaubst denn DU?
Dieses Urteil fügte sich auch prächtig in ein Klischee einer gottlosen Jugend, die Kurzzeit-Stars zu Vorbildern erhebt und zwar pragmatisch materialistisch, dafür ohne Ideale, ihre Zukunft plant: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“ Nach anderthalb Jahren als Referent für TdO war ich exakt an diesem Punkt angelangt, an dem mir zwar die hohe pädagogische Qualität dieser Arbeit nach wie vor sehr bewusst war, ich selbst aber die religiöse Dimension vermisste und zu suchen begann. Diese kleine Arbeit ist daher auch als Teil meiner ganz persönlichen Suche zu verstehen.
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und die Forschungsfrage, ob TdO noch eine religiöse Relevanz für Jugendliche besitzen.
2. Begrifflichkeiten und Grundlagen von Tagen der Orientierung: Es werden zentrale Definitionen von Religion und Kirche diskutiert sowie die konzeptionellen Rahmenbedingungen, insbesondere das Prinzip der themenzentrierten Interaktion (TZI), dargelegt.
3. Glaube und Religiosität in den Konzepten der Veranstalter: Dieser Abschnitt vergleicht verschiedene kirchliche Konzeptionen und Ansätze zur Einbindung religiöser Inhalte in das Seminarangebot.
4. Auswertung der Interviews: Die Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern werden qualitativ analysiert, um deren individuellen Zugang zu Religion und ihre Wahrnehmung der TdO zu verstehen.
5. Einige Meinungen von ReferentInnen für Tage der Orientierung: Referenten reflektieren ihre eigene Rolle und die Schwierigkeiten, Glaube und Kirche in den aktuellen Formaten der TdO sichtbar zu machen.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Rahmens und der Rolle der Referenten sowie einem Ausblick auf zukünftige Möglichkeiten der Arbeit.
Tage der Orientierung, TdO, Religionspädagogik, Jugendforschung, Kirche, Glaube, Religiosität, themenzentrierte Interaktion, TZI, qualitative Interviews, Sozialisation, Wertorientierung, Schulseelsorge, Jugendkultur, Glaubensvermittlung
Die Arbeit untersucht, ob das Angebot der "Tage der Orientierung" in der heutigen Zeit noch eine Verbindung zu Glaube, Religion und der Institution Kirche aufweist oder ob es sich primär um pädagogische Veranstaltungen handelt, die einen religiösen Kontext weitgehend ausblenden.
Zentrale Felder sind die religiöse Sozialisation Jugendlicher, die methodischen Konzepte der Veranstalter (insbesondere TZI), sowie die subjektive Wahrnehmung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler hinsichtlich religiöser Dimensionen.
Das Ziel besteht darin, die Voraussetzungen für religiöse Erfahrung während der TdO zu identifizieren und zu reflektieren, wie Referenten in einem pluralistischen Umfeld ihrer Rolle als Vertreter der Kirche gerecht werden können, ohne dabei den pädagogischen Auftrag zu gefährden.
Der Autor nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, der eine fundierte Literaturanalyse mit einer Auswertung von acht Fallstudien (Interviews mit Schülern) kombiniert, um ein detailliertes Verständnis für die subjektiven Sichtweisen der Jugendlichen zu erlangen.
Der Hauptteil konzentriert sich auf den Vergleich verschiedener kirchlicher Konzepte sowie die ausführliche Analyse der durchgeführten Interviews, in denen Schüler über ihre Erwartungen, ihre Religiosität und ihre Erfahrungen vor und nach den TdO berichten.
Neben dem Kernthema "Tage der Orientierung" sind Begriffe wie Religiosität, Identitätsbildung, Säkularisierung, personale Begleitung und die Unterscheidung zwischen privatem Glauben und institutioneller Kirche entscheidend für das Verständnis der Arbeit.
Die meisten Schüler nehmen die TdO als "normale" pädagogische Veranstaltung wahr. Ein expliziter religiöser Bezug wird oft nicht erkannt oder als nicht vorhanden wahrgenommen, es sei denn, er wird durch sehr spezifische Symbole oder Situationen (z.B. Meditation) deutlich, wobei auch hier die individuelle religiöse Vorprägung der Schüler eine große Rolle spielt.
Das "personale Angebot" ist zentral, da die Referenten als authentische Personen erlebt werden sollen. Die Studie zeigt jedoch eine Diskrepanz: Während die Konzepte vorsehen, dass Referenten ihren Glauben erlebbar machen, nehmen viele Schüler die Referenten als "normale Studenten" wahr, ohne dass ein religiöser Hintergrund explizit oder deutlich in Erscheinung tritt.
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