Examensarbeit, 2006
104 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
A) THEORETISCHER TEIL – DAS BILD DER KUNST IN DER GESCHICHTE DER KUNSTPÄDAGOGIK
1. Hans Meyers „Erziehung zur Formkultur“
1.1 Das Bild der Kunst in Hans Meyers Konzept
2. Reinhard Pfennigs „Gegenwart der bildenden Kunst – Erziehung zum bildnerischen Denken“
2.1 Moderne Kunst und ihre Gestaltungsprinzipien – Erziehung zum bildnerischen Denken
2.2 Das Bild der Kunst in Reinhard Pfennigs Konzept
3. Gunter Ottos „Didaktik der ästhetischen Erziehung“
3.1 Inhalte und Ziele der „Didaktik der ästhetischen Erziehung“
3.2 Das Bild der Kunst in Gunter Ottos Konzept
4. Kunstpädagogik und Gegenwartskunst
B) EMPIRISCH – HERMENEUTISCHE STUDIE ZUM KUNSTPARADIGMA IM KUNSTUNTERRICHT
1. Forschungsgegenstand und Untersuchungsziel
1.1 Arbeitshypothesen
2. Forschungsansatz der Qualitativen Inhaltsanalyse zur Untersuchung des Kunstparadigmas im Kunstunterricht
2.1 Untersuchungsanlage
2.2 Dokumentenanalyse / Materialauswahl / Die Zeitschrift K+U
2.3 Auswertungsmethodik: Qualitative Inhaltsanalyse
2.4 Inhaltsanalytische Gütekriterien
3. Konzeption und Erläuterung des Kategoriensystems
3.1 Bestandsaufnahme
3.2 Kategoriensystem: Bestandsaufnahme und Erläuterung
4. Ergebnisse der Studie
4.1 Kunstgeschichtliche Epochen und Stilrichtungen
4.1.1 Bündelung der im Unterricht angeführten Epochen in übergeordnete Phasen / Kompendienvergleich
4.1.2 Feindarstellung der im Unterricht angeführten Epochen und Stilrichtungen
4.1.3 Analyse der signifikanten Ergebnisse der Bestandsaufnahme
4.1.4 Verwendungsarten der Kunstwerke im Unterricht
4.1.4.1 Praktische Arbeiten
4.1.4.2 Ausführliche Werkanalysen
4.1.4.3 Werkvergleiche
4.1.4.4 Museumsbesuche
4.1.5 Epochen und Stilrichtungen des von K+U bereitgestellten Unterrichtsmaterials
4.1.5.1 Kopiervorlagen
4.1.5.2 Bildkarten
4.1.5.3 DVD / CD-Roms
4.1.5.4 OHP-Folien
4.2 Gattung
4.3 Künstler
4.4 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das in der Unterrichtspraxis vermittelte Bild der Kunst. Ziel ist es, durch die Analyse der Fachzeitschrift "KUNST + UNTERRICHT" (2003–2005) zu ergründen, welche Kunstepochen, Künstler und Gattungen in heutigen Kunststunden prägend sind und inwieweit ein Kanon der Gegenwartskunst das klassische Kunstverständnis verdrängt hat.
1.1 Das Bild der Kunst in Hans Meyers Konzept
Nach Meyers soll der Lehrer mit Blick auf die Unterrichtsgegenstände, bei denen es sich um Malereien, Grafiken, Skulpturen und Werke der Architektur handelt, eine exemplarische Auswahl treffen, die es dem Heranwachsenden ermöglicht, „vor allem Gediegenes kennen und lieben zu lernen“. Auf avantgardistische Kunst der Nachkriegszeit sollte jedoch verzichtet werden, da diese von Geisteslosigkeit und künstlerischem Unvermögen zeugte, das die Künstler hinter dem Schein eines opportunistischen Modernismus zu verbergen verständen. Sie deckt den unkritischen Bedarf eines bestimmten ‚Zeitgeschmacks’ ab und befriedigt das Bedürfnis einer snobistischen Bildungslosigkeit, die ihre eigene Diskontinuität durch den stetigen Wandel mit jedem Neuen um des Neuen willen legitimiert sähe.
Als scheinkünstlerische Blendwerke betrachtet der formorientierte Meyers vor allem die Richtungen der Expressiven und Konkreten Abstraktion, wobei er auch manche Werke der realistischen Strömungen nach 1945 wie jene des Amerikanischen Realismus als eklatante Beispiele des ‚Maßlosen’ in seiner Arbeit hervorhebt. Er begründet seine Seitenhiebe damit, dass jene amerikanischen Maler wie etwa Roger Brown (1941 - 1997) zwar die ‚Wirklichkeit’ thematisieren, diese allerdings mit all ihren „Zufälligkeiten und Bedeutungslosigkeiten [trivial wahrgenommen wird] und [die Künstler] insofern die Basis des bildend Künstlerischen verlassen“. Ihre Werke entspringen deshalb nach Meyers nicht der künstlerischen Imagination, weshalb sie keine Maße besitzen und demnach substanzlos und maßlos werden. Er äußert sich weiter, dass der Mensch von der maßlosen zeitgenössischen bildenden Kunst umwittert ist, die mit überflüssigem Geschrei, das sich als Aussage ausgibt, präsentiert wird und polemisiert weiter:
Das Maßlose äußert sich in den programmatischen Kunstversuchen unserer Zeit in geradezu exzessiver Weise. Damit tut sich ein kunstpädagogisches Problem von nie dagewesenem Gewicht auf. Die vor den monochromen Leinwänden [Barnett] Newmans und [Mark] Rothkos gläubig entgeisterten Ausstellungs- und Museumsbesucher erinnern gespenstisch an den Hofstaat, der des Kaisers neue Kleider bewundert.
Hans Meyers „Erziehung zur Formkultur“: Das Kapitel erläutert Meyers' Fokus auf "Gediegenes" und seine Ablehnung der zeitgenössischen Avantgarde, die er als substanzlos betrachtet.
Reinhard Pfennigs „Gegenwart der bildenden Kunst – Erziehung zum bildnerischen Denken“: Hier wird Pfennigs Abkehr von der "musischen Erziehung" und die Hinwendung zur zeitgenössischen abstrakten Kunst als Grundlage des Unterrichts beschrieben.
Gunter Ottos „Didaktik der ästhetischen Erziehung“: Das Kapitel thematisiert Ottos Curriculum-Revision, die das Fach für Massenmedien und gesellschaftskritische Inhalte öffnete.
Kunstpädagogik und Gegenwartskunst: Eine Analyse des ambivalenten Verhältnisses zwischen dem Bildungsauftrag der Kunstpädagogik und der tatsächlichen Integration zeitgenössischer Kunst.
Forschungsgegenstand und Untersuchungsziel: Einführung in die empirische Fragestellung und den Ansatz zur Analyse der Zeitschrift "KUNST + UNTERRICHT".
Forschungsansatz der Qualitativen Inhaltsanalyse zur Untersuchung des Kunstparadigmas im Kunstunterricht: Darstellung der methodischen Vorgehensweise nach Mayring, um das Kunstparadigma systematisch zu erfassen.
Konzeption und Erläuterung des Kategoriensystems: Erläuterung des entwickelten Rasters zur Auswertung der in der Fachzeitschrift genannten Künstler und Werke.
Ergebnisse der Studie: Darstellung und Interpretation der erhobenen Daten, unterteilt in kunstgeschichtliche Epochen, Verwendungsarten und verwendetes Unterrichtsmaterial.
Kunstpädagogik, Didaktik, Kunstunterricht, Gegenwartskunst, Fachzeitschrift, Qualitative Inhaltsanalyse, Kunstepochen, Kunsthistorie, Unterrichtsmaterial, KUNST + UNTERRICHT, Bildungsplan, Kunstgeschichte, Konzeptkunst, Aktionskunst, Kunstvermittlung.
Die Arbeit untersucht, welches Bild der Kunst den Schülern im modernen Kunstunterricht vermittelt wird, basierend auf einer Analyse der Fachzeitschrift "KUNST + UNTERRICHT" der Jahre 2003 bis 2005.
Die Themen umfassen die Geschichte der Kunstdidaktik, den Vergleich historischer Didaktikmodelle (Meyer, Pfennig, Otto) mit der heutigen Praxis sowie eine empirische Auswertung von Kunstwerk-Nennungen im Unterricht.
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob sich in der Schulpraxis ein reduziertes Bild der Kunstgeschichte zeigt und inwieweit die zeitgenössische Kunst bzw. bestimmte Strömungen die traditionelle Kunsterziehung verdrängt haben.
Der empirische Teil stützt sich auf die Qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, ergänzt durch eine deskriptive Auswertung von über 30.000 Datenpunkten aus der Zeitschrift K+U.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Exkurs zur Geschichte der Kunstdidaktik und einen umfangreichen empirischen Teil, der das Kategoriensystem, die Ergebnisse der Datenerhebung und deren Interpretation beinhaltet.
Klassische Begriffe sind unter anderem Kunstpädagogik, Didaktik, Gegenwartskunst, qualitative Inhaltsanalyse sowie die spezifische Fachzeitschrift KUNST + UNTERRICHT.
Die Arbeit stellt fest, dass Konzeptkunst aufgrund ihrer rationalen Verstehbarkeit und ihres Theoriegehalts einen hohen Stellenwert als Lernbereich einnimmt, während klassische Kunst stärker für Werkvergleiche und historisch-kulturelle Identitätsbildung genutzt wird.
Die Spurensicherung wird als didaktisch besonders produktiv bewertet, da sie Schülern erlaubt, ihre eigene Identität und Historie in den Lernprozess einzubringen, und oft als Ausgangspunkt für praktische Arbeiten dient.
Die Arbeit deutet an, dass Architekturbetrachtung ein komplexes Vokabular erfordert und die räumliche Erfahrung vor Ort oft an den zeitökonomischen Anforderungen der Schule scheitert.
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