Magisterarbeit, 2007
67 Seiten, Note: 1,0
2. Einleitung
3. Der semiotische Ansatz zu Erkenntnis und Realität bei Charles S. Peirce
3.1 Semiotik und die triadische Struktur des Zeichens
3.1.1 Repräsentamen – Die Materialität des Zeichens
3.1.2 Objekt – Der Gegenstandsbezug des Zeichens
3.1.3 Interpretant – Die Wirkung des Zeichens
3.1.4 Semiose – der unendliche Prozess der Zeichenvermittlung
3.2 Realität und Erkenntnis
3.2.1 Wahrheit als Konsens in der finalen Meinung
3.2.2 Zweifel und Überzeugung
3.2.3 Abduktion, Deduktion und Induktion
4. Fallibilismus und die Crux des Münchhausen-Trilemmas
4.1 Die Suspendierung der Begründungsidee und die impliziten Voraussetzungen des Münchhausen-Trilemmas
4.2 Können wir das Zweiflen bezweiflen? Die Grenzen sinnvoller Kritik
4.2.1 Der Sprechakt der Behauptung und die Selbstauflösung des konsequenten Fallibilismus
4.2.2 Evidentes Handlungswissen – der Ausweg aus dem Münchhausen-Trilemma?
5. Transzendentalpragmatik und das Sprachspiel der Argumentation
5.1 Das Apriori der Kommunikationsgemeinschaft und der harte Kern des Argumentierens
5.2 Das Aufdecken der Unhintergehbaren – Reflexive Argumente als Lösung des Münchhausen-Trilemmas?
5.2.1 Die performativ-propositionale Doppelstruktur der Rede
5.2.2 Das Prinzip des zu vermeidenden performativen Selbstwiderspruchs
5.2.3 Die Methode der strikten Reflexion
5.2.4 Selbstexplikationen des Handlungswissens
6. ...denn sie wissen nicht, was sie tun? Das Problem der Transformation von implizitem in explizites Wissen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Sprache und Wissen, indem sie von Charles S. Peirces Semiotik über den fallibilistischen Kritischen Rationalismus zum transzendentalpragmatischen Ansatz Karl-Otto Apels führt, um Bedingungen für eine unhintergehbare Wissensbasis aufzudecken.
3.1.2 Objekt – Der Gegenstandsbezug des Zeichens
Wie bereits zu Beginn dieses Kapitels erwähnt, ist jeglicher Bewusstseinsinhalt und damit jegliches Denken notwendig an den Gebrauch von Zeichen gebunden. Diese Annahme impliziert natürlich, dass alle Erfahrungsgegenstände bereits einen zeichenhaften Charakter haben. Ist das repräsentierte Objekt dann nicht selbst notwendig ein Zeichen, im Sinne einer mentalen Idee, einer Vorstellung? Rekurriert das Wort „Rose“ auf ein Zeichen, das eine Rose ist oder auf ein von unserer Erfahrung und Bezeichnung unabhängiges Objekt, welches wir eine Rose nennen? Peirce war sich durchaus bewusst, dass das intendierte Objekt eines Zeichensetzers selbst nur ein Zeichen sein kann. Aber eben diese Idee ist keine zufällige, sondern orientiert sich an einem realen Objekt, einem zeichenunabhängig Existierenden:
This requaesitum I term the object of the sign: – the immediate object, if it be the idea which the sign is built upon, the real object, if it be that real thing or circumstance upon which that idea is founded as on bed-rock.20
Peirce unterscheidet also zwei Typen von Objekten: ein unmittelbares und ein reales (dynamisches) Objekt. Während das unmittelbare Objekt dem bereits bezeichneten Gegenstand – im Sinne einer mentalen Idee oder Vorstellung – entspricht, auf den sich ein Zeichen bezieht, verkörpert das reale Objekt jene Gegenständlichkeit der äußeren Welt, die durch unsere Verwendung von Zeichen unverändert bleibt. Bereits an dieser Stelle deutet sich der realistische Charakterzug der Peirceschen Philosophie an, welcher in den folgenden Kapiteln noch deutlicher zum Vorschein kommen wird. Denn trotz der prinzipiellen Zeichenabhängigkeit eines jeden erfahrbaren Gegenstands kann das reale, unbezeichnete Objekt nicht grundsätzlich getilgt werden.
2. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den elementaren Zusammenhang von Sprache und Wissen und führt in die behandelten philosophischen Ansätze ein.
3. Der semiotische Ansatz zu Erkenntnis und Realität bei Charles S. Peirce: Dieses Kapitel erläutert die triadische Struktur des Zeichens und den Prozess der Semiose als Grundlage für Erkenntnistheorie.
4. Fallibilismus und die Crux des Münchhausen-Trilemmas: Hier wird untersucht, wie der Kritische Rationalismus die Begründungsidee hinterfragt und warum dies aus Sicht des Autors problematisch ist.
5. Transzendentalpragmatik und das Sprachspiel der Argumentation: Dieses Kapitel analysiert das transzendentalpragmatische Konzept als Versuch, eine unhintergehbare Erkenntnisbasis durch reflexive Argumente zu etablieren.
6. ...denn sie wissen nicht, was sie tun? Das Problem der Transformation von implizitem in explizites Wissen: Das Abschlusskapitel reflektiert kritisch über die Möglichkeiten und Grenzen der Transformation unseres impliziten Handlungswissens in explizites Wissen.
Semiotik, Charles S. Peirce, Erkenntnistheorie, Realität, Wahrheit, Fallibilismus, Münchhausen-Trilemma, Kritischer Rationalismus, Sprachspiel, Argumentation, Transzendentalpragmatik, Karl-Otto Apel, Letztbegründung, Handlungswissen, Zeichen
Die Arbeit untersucht den engen Zusammenhang von Sprache und Wissen und analysiert verschiedene philosophische Konzepte hinsichtlich ihrer Fähigkeit, eine tragfähige Wissensbasis zu begründen.
Im Zentrum stehen die Peircesche Semiotik, der fallibilistische Ansatz des Kritischen Rationalismus und die transzendentalpragmatische Begründungstheorie.
Die Arbeit fragt nach den Bedingungen der Möglichkeit und Gültigkeit sprachlich-expliziten Wissens angesichts der Fehlbarkeit menschlicher Erkenntnis.
Die Arbeit bedient sich einer philosophisch-analytischen Rekonstruktion und kritischen Gegenüberstellung der Theorien von Peirce, Albert, Apel und Wittgenstein.
Der Hauptteil analysiert die Struktur der Semiose, die erkenntnistheoretische Relevanz des Münchhausen-Trilemmas und die Möglichkeiten einer transzendentalpragmatischen Letztbegründung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Semiotik, Fallibilismus, Transzendentalpragmatik, Erkenntnis, Wahrheit und Handlungswissen charakterisieren.
Während der Fallibilismus prinzipiell alles bezweifelbar macht, sucht die Transzendentalpragmatik nach unhintergehbaren Argumentationsregeln, die sich durch Reflexion als letztbegründet erweisen.
Es beschreibt das Dilemma jedes Begründungsversuchs, das entweder in einen infiniten Regress, einen logischen Zirkel oder einen dogmatischen Abbruch der Begründung führt.
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