Examensarbeit, 2006
138 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit und Forschungsfragen
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Einführung in das Forschungsprojekt WIBEOR
2.1 Entstehung des Orientierungsplans
2.2 Inhalt des Orientierungsplans
2.3 Implementierung des Orientierungsplans
2.4 Evaluation der Implementierung
3. Ernährungserziehung in Kindertageseinrichtungen
3.1 Bedeutung von Ernährungserziehung im Kindergarten
3.1.1 Zu aktuellen Problemfeldern
3.1.2 Chancen und Ansatzpunkte
3.1.3 Funktionen von Ernährungserziehung
3.1.4. Rolle der Ernährungserziehung im Orientierungsplan Baden – Württembergs
3.1.5 Ziele der Ernährungserziehung
3.1.6 Gegenstandsbereiche der Ernährungserziehung
3.2 Ernährungslehre
3.2.1 Zum Begriff Ernährung
3.2.2 Nährstoffe
3.2.3 Nährstoffgruppen - Ernährungskreis
3.2.4 Optimierte Mischkost
3.2.5 Der tägliche Energiebedarf von Kindern
3.2.6 Tägliche Mahlzeiten - Leistungskurve
3.2.7 Essen kann krank machen: Ess – Störungen, Adipositas, Karies, Allergien
3.3 Ernährungserziehung und Verpflegung in Kindertageseinrichtungen
3.3.1 Verpflegungskonzepte
3.3.2 Frühstück und Zwischenmahlzeiten
3.3.3 Mittagessen: Zubereitungssysteme, Personal
3.3.4 Getränke
3.3.5 Einkauf und Wochenplan
3.3.6 Tipps zum Essen mit Kindern
3.3.7 Nahrungszubereitung mit Kindern
3.3.8 Zahnhygiene in Kindertageseinrichtungen
3.3.9 Zusammenarbeit mit den Eltern
3.3.10 Finanzierung der Mahlzeiten
4. Methode
4.1 Ziel der Arbeit
4.2 Beobachtung
4.2.1 Begriffsklärung
4.2.2 Abgrenzung: Alltagsbeobachtung – Systematische Beobachtung
4.2.3 Formen der Beobachtung
4.2.4 Fehlerquellen
4.3 Vorbereitung und Durchführung des Besuchstags
5. Portrait der Einrichtung
5.1 Vorbemerkungen
5.2 Portrait
5.2.1 Namensgebung des Kindergartens
5.2.2 Lage des Kindergartens
5.2.3 Träger und zuständige Kirchengemeinde
5.2.4 Anmeldung im Kindergarten
5.2.5 Öffnungszeiten, Angebote und Sätze
5.2.6 Die Erzieherinnen
5.2.7 Tages- und Wochenablauf
5.2.8 Begrüßung und Verabschiedung der Kinder
5.2.9 Eingangshalle und Garderobe der Kinder
5.2.10 Räume für Erwachsene
5.2.11 Weitere Räume für Kinder
5.2.12 Die Kinder: Einzugsgebiet, Herkunft und Heterogenität
5.2.13 Die Gruppen
5.2.14 Wo das Kind persönlich in der Einrichtung vorkommt
5.2.15 Konzeption: Grundsatz – Leitsätze – didaktischer Ansatz des Kindergartens
5.2.16 Didaktisches Material und Medien für Kinder
5.2.17 Ruhezeiten, Rückzugsräume und Stilleangebote
5.2.18 Verpflegung
5.2.19 Kooperation mit den Eltern
5.2.20 Kooperation mit der Grund- und Hauptschule X - Dorf
5.2.21 Kooperation mit weiteren Institutionen und Personen
5.2.22 Kooperation Team - Leitung, Supervision und Evaluation
5.2.23 Ein paar Worte zur Atmosphäre und zur Interaktion
5.3 Abschlussreflexion
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen Kindergarten in seinen vielfältigen Strukturen wissenschaftlich zu beschreiben, wobei insbesondere die Beobachtung als Erhebungsmethode zum Einsatz kommt. Ein zentraler inhaltlicher Fokus liegt auf dem Themenfeld der Ernährungserziehung, da der Kindergarten zunehmend Aufgaben der familiären Erziehung übernimmt und die tägliche Verpflegung eine wesentliche Rolle für die kindliche Entwicklung und Gesundheit spielt.
3.1.1 Zu aktuellen Problemfeldern
Die Ernährung nimmt einen zentralen Stellenwert im menschlichen Leben ein, muss folglich auch in Kindertageseinrichtungen angemessen berücksichtigt werden. Zumal die Kinder zunehmend mehr Zeit in Kindertageseinrichtungen verbringen: Nach Wolf (2004:21) halten sich Kinder ein Drittel oder mehr des Tages in Kindertagesstätten auf. Der Ernährungsbericht (DGE 2000:97) spricht von einer Million Kindern in Deutschland, die wochentags über sechs Stunden in Kindertagesstätten, Krippen und Horten verbringen und dort ihr Mittagsessen zu sich nehmen.
Ernährung ist so Ludwig (2004:18) in Verbindung mit angemessener Bewegung die Basis für unsere Gesundheit. Sie ist nach dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport (MKJS 1994:138) die Voraussetzung für Wachstum, Entwicklung, Gesundheit und Wohlbefinden von Kindern.
Wie wichtig eine frühzeitige aktive Auseinandersetzung der Kinder mit ihrer Ernährung ist, zeigt sich unter anderen an folgenden aktuellen Punkten:
Viele Kinder und Erwachsene wiegen zu viel: Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE 2004) leiden über 65% der Männer und etwa 55% der Frauen an Übergewicht, was das Risiko von Diabetes, Herz – Kreislauf – Erkrankungen und bestimmten Krebskrankheiten erhöht. Auch bei Kindern finden sich alarmierende Zahlen. So geben Wang/ Lobstein (2006:13f) an, dass in Deutschland circa 20% der Mädchen und 16% der Jungen zwischen 7 und 14 Jahren als übergewichtig gelten. In Ostdeutschland steigt die Zahl dieser Kinder sogar jährlich um einen Prozentpunkt. Für den Zeitraum zwischen 1985 und 1995 verzeichnen sie bei beiden Geschlechtern einen Zuwachs um das Doppelte für Gesamtdeutschland. Nach Clausen (2005:1) leiden zu Beginn der Einschulung bereits 10% der Kinder an Übergewicht und fast 5% an Adipositas. Im Ernährungsbericht 2000 (DGE 2000:127) finden sich ähnliche Zahlen: Ca. 20% der Kinder haben mäßiges bis starkes Übergewicht. Aus übergewichtigen Kindern werden übergewichtige Jugendliche: Nach der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA 2002:15) halten Ärzte bei einem Fünftel der Jugendlichen eine Ernährungs- und Diätberatung für erforderlich.
Einleitung: Dieses Kapitel definiert die Forschungsfragen der Arbeit, die sich mit der methodischen Beschreibung einer Kindertageseinrichtung befassen, und erläutert den Aufbau der Hausarbeit sowie den Schwerpunkt auf Ernährungserziehung.
Einführung in das Forschungsprojekt WIBEOR: Das Kapitel bietet einen Hintergrund zum Orientierungsplan für frühkindliche Bildung in Baden-Württemberg sowie zum begleitenden Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschulen Freiburg und Ludwigsburg.
Ernährungserziehung in Kindertageseinrichtungen: Hier werden die Bedeutung, Ziele und Funktionen der Ernährungserziehung theoretisch fundiert, Grundlagen der Ernährungslehre vermittelt und praktische Aspekte wie Verpflegungssysteme und Elternarbeit beleuchtet.
Methode: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Beobachtung als wissenschaftliches Erhebungsinstrument dargelegt, inklusive der Abgrenzung von Alltags- und systematischer Beobachtung sowie der Reflexion von Fehlerquellen.
Portrait der Einrichtung: Das Kapitel liefert eine detaillierte deskriptive Analyse des Kindergartens „XXX“, unterteilt in zahlreiche Unteraspekte wie Räumlichkeiten, Konzepte, Kooperationen und den pädagogischen Alltag.
Ernährungserziehung, Kindertageseinrichtung, Orientierungsplan, WIBEOR, Gesundheitsprävention, Optimierte Mischkost, Beobachtungsmethode, Kindergarten-Portrait, Ernährungslehre, Elternarbeit, Partizipation, Bildungsauftrag, Vorschulpädagogik, Zahnhygiene, Verpflegungssysteme
Die Arbeit befasst sich mit der Erstellung eines detaillierten Portraits einer spezifischen Kindertageseinrichtung im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts zur Umsetzung des Orientierungsplans für baden-württembergische Kindergärten.
Der Schwerpunkt liegt auf der Ernährungserziehung und der Verpflegungssituation im Kindergarten, da diese Aspekte eine bedeutende Rolle für die kindliche Gesundheit und Entwicklung spielen.
Das Ziel ist es, Methoden zur systematischen Beobachtung und Beschreibung einer Kindertageseinrichtung zu erproben, um ein aussagekräftiges Portrait der Einrichtung zu erstellen, welches den didaktischen Ansatz und die praktischen Strukturen transparent macht.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die Methode der Beobachtung, konkret eine halbstrukturierte, nichtteilnehmende Beobachtung vor Ort, unterstützt durch Dokumentenanalyse und ergänzende Befragungen der Leitung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Ernährungserziehung (Bedeutung, Ziele, Funktionen), eine Einführung in die Ernährungslehre (Nährstoffe, Ernährungskreis, optimierte Mischkost) sowie die praktische Gestaltung der Verpflegung und Kooperation mit Eltern.
Die Kernbegriffe umfassen Ernährungserziehung, Kindertageseinrichtung, Orientierungsplan, Gesundheitsprävention, Beobachtungsmethode, Partizipation und die pädagogische Konzeption der Einrichtung.
Das Projekt WIBEOR ("Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Orientierungsplans für Erziehung und Bildung in baden – württembergischen Kindergärten") dient als institutioneller Rahmen, in dessen Kontext die 30 ausgewählten Einrichtungen – darunter der untersuchte Kindergarten – intensiv begleitet werden.
Die Erzieherin wird primär als Vorbild definiert, die durch ihr eigenes Essverhalten, die Gestaltung einer angenehmen Atmosphäre und die Einbeziehung der Kinder bei der Zubereitung einen positiven Einfluss auf die Entwicklung gesunder Essgewohnheiten nimmt.
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