Magisterarbeit, 2007
81 Seiten, Note: 1,0
0. VORWORT
1. EINLEITUNG: AUFBAU, INHALT UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT
2. DÜRRENMATTS WELTANSCHAUUNG
3. VOM ‚DENKEN ÜBER DIE WELT’ ZUM ‚DENKEN VON WELTEN’ – ALLGEMEINES ÜBER DÜRRENMATTS ‚DRAMATURGISCHES DENKEN’
3.1. ‚Uns kommt nur noch die Komödie bei’
3.2. Verschiedene Dramaturgien
3.3. Theater als ‚Abbild der Wirklichkeit’ – Komödie als Welttheater
4. ENTWICKLUNGEN DER ‚URMOTIVE’ IN DÜRRENMATTS DRAMATISCHEM WERK
4.1. Grotesk, paradox oder doch absurd?
4.1.1.Versuch einer Definition der Begriffe
4.1.1.1. Das Groteske
4.1.1.2. Das Paradoxe
4.1.1.3. Das Absurde
4.1.2. Das Groteske, Paradoxe und Absurde in den Theorien Dürrenmatts
4.1.3. Die Entwicklung des Grotesken, des Paradoxen und des Absurden in den Dramen Friedrich Dürrenmatts
4.1.3.1. „Es steht geschrieben“
4.1.3.2. „Der Besuch der alten Dame“
4.1.3.3. „Die Wiedertäufer“
4.1.3.4. „Der Mitmacher“
4.1.3.5. Zusammenfassung
4.2. Der ‚mutige Mensch’
4.2.1. Was muss ein Mensch leisten, um ein ‚mutiger Mensch’ zu werden?
4.2.2. Entwicklung der ‚mutigen Menschen’ mit den Jahren?
4.2.2.1. „Romulus der Große“
4.2.2.2. „Der Besuch der alten Dame“
4.2.2.3.„Die Physiker“
4.2.2.4. „Der Mitmacher“
4.2.2.5. Zusammenfassung
4.3. Einfall und Zufall
4.3.1. Die Bedeutung und Wirkung des Einfalls und Zufalls für Dürrenmatt
4.3.2. Entwicklung von Einfall und Zufall
4.3.2.1. „Der Blinde“
4.3.2.2. „Die Ehe des Herrn Mississippi“
4.3.2.3. „Die Physiker“
4.3.2.4. „Der Meteor“
4.3.2.5. Zusammenfassung
4.4. Die ‚schlimmstmögliche Wendung’
4.4.1. Was ist die ‚schlimmstmögliche Wendung’?
4.4.2. Ziel und Sinn der ‚schlimmstmöglichen Wendung’
4.4.3. Verschiedene Realisationen der ‚schlimmstmöglichen Wendung’
4.4.3.1. „Romulus der Große“
4.4.3.2. „Die Physiker“
4.4.3.3. „Die Frist“
4.4.3.4. Zusammenfassung
5. SCHLUSSBETRACHTUNGEN
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Manifestation zentraler dramentechnischer Motive (‚Urmotive’) in Friedrich Dürrenmatts dramatischem Werk. Ziel ist es, auf Basis von Dürrenmatts Weltbild und seiner Dramentheorie kritisch aufzuzeigen, wie sich sein Verständnis von der modernen Welt in seinen Stücken als Wandlungsprozess widerspiegelt, der von den frühen Werken bis zum Spätwerk führt.
4.1.3.1. „Es steht geschrieben“
Schon in Dürrenmatts geschichtlichem Erstlingswerk „Es steht geschrieben“ von 1946 sind Elemente des Grotesken zu finden, die mit den oben genannten Festlegungen der Begriffsbestimmung, sowie als auch mit Dürrenmatts eigenem Verständnis des Grotesken übereinstimmen. Das Groteske findet, wie immer bei Dürrenmatt, auch in diesem Stück auf mehreren Ebenen statt und muss daher auch mehrschichtig untersucht werden. Groteske Elemente können auf der sprachlichen, der Handlungs- bzw. stofflichen, auf der szenischen und auf anderen Ebenen festgestellt werden.
Bereits das Vorspiel, als die drei unordentlich gekleideten, nachlässig frisierten und ausgemergelten Wiedertäufer erscheinen, mutet grotesk an. Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen dem äußeren Eindruck, der vermittelt wird, und der überbrachten feierlichen, religiösen Botschaft. In dieser ist in pathetisch gekünstelter Sprache die Rede vom „reinen Leib“ der Wiedertäufer, von der „Gnade, die sie bei Gott fanden“ und von der prachtvollen, von Gnade gesäumten Zukunft, von „neuer Seele“ und „neuem Leib“, die die drei für die Wiedertäufer vorhersagen und sich wünschen. Diese groteske Diskrepanz ist tatsächlich ein „sinnliches Paradox“, wie Dürrenmatt es nennen würde. Es findet entweder durch die heruntergekommenen Äußerlichkeiten oder den elaborierten Sprachcode der Wiedertäufer eine Erwartungsenttäuschung der Zuschauer statt. Aufgrund der verwahrlosten Erscheinung der drei Täufer wird entweder mit einer ebenso niedrigen Sprachebene gerechnet oder es wird wegen der erhabenen Sprache auch ein solches Erscheinungsbild der Sprecher erwartet.
0. VORWORT: Eine Reflexion über Dürrenmatts Aktualität trotz des Verschwindens seiner Stücke von den aktuellen Spielplänen und die Schwierigkeit, sein ironisches und widersprüchliches Werk zu erfassen.
1. EINLEITUNG: AUFBAU, INHALT UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT: Vorstellung der methodischen Herangehensweise und der Entscheidung, auf den „literarisch gültigen“ Endfassungen von 1980 zu basieren.
2. DÜRRENMATTS WELTANSCHAUUNG: Erörterung des agnostizistischen Pessimismus, der die Welt als unbegreifliches, labyrinthisches Monster sieht, in dem der Einzelne zwar besteht, aber keine Lösungen erzielen kann.
3. VOM ‚DENKEN ÜBER DIE WELT’ ZUM ‚DENKEN VON WELTEN’ – ALLGEMEINES ÜBER DÜRRENMATTS ‚DRAMATURGISCHES DENKEN’: Dürrenmatt als radikaler Denker, der den Komödienbegriff als einzige angemessene Form zur Bewältigung einer chaotischen Welt postuliert.
4. ENTWICKLUNGEN DER ‚URMOTIVE’ IN DÜRRENMATTS DRAMATISCHEM WERK: Tiefgehende Untersuchung der Motive ‚Groteskes’, ‚mutiger Mensch’, ‚Einfall/Zufall’ und ‚schlimmstmögliche Wendung’ und deren Wandlung im Œuvre.
5. SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Fazit über die Entwicklung vom Grotesken als Gestaltungsmittel zum Absurden als Weltzustand und das endgültige Abgleiten in den Nihilismus im Spätwerk.
Friedrich Dürrenmatt, Dramentheorie, Groteskes, Paradoxes, Absurdes, mutiger Mensch, Einfall, Zufall, schlimmstmögliche Wendung, Weltanschauung, Komödie, Welttheater, Nihilismus, Dramaturgie, Literaturwissenschaft
Die Arbeit analysiert die dramaturgische Entwicklung von Friedrich Dürrenmatts Werk durch die Untersuchung ausgewählter Kernmotive wie dem Grotesken, dem ‚mutigen Menschen’, Einfall/Zufall sowie der ‚schlimmstmöglichen Wendung’.
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf Dürrenmatts Weltbild, seine spezifische Dramentheorie und die Art und Weise, wie er diese in seinen Stücken vom frühen Werk bis zum Spätwerk modellhaft umsetzt.
Ziel ist der Nachweis, wie sich Dürrenmatts Weltanschauung und seine dramaturgischen Strategien im Laufe der Jahrzehnte verändert haben und wie diese Veränderungen innerhalb seiner Dramen manifestiert sind.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche, analytische und kritische Herangehensweise, indem sie theoretische Schriften Dürrenmatts mit der Analyse der Werks-Endfassungen von 1980 vergleicht.
Kapitel 4 befasst sich intensiv mit der Entwicklung der sogenannten ‚Urmotive’, deren Definition und deren spezifischer Anwendung in exemplarischen Stücken wie „Es steht geschrieben“, „Der Besuch der alten Dame“ oder „Die Physiker“.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Groteske, Komödie, Zufall, Absurdität und die Entwicklung der Weltanschauung vom Pessimismus zum Nihilismus charakterisiert.
Der Zufall symbolisiert für Dürrenmatt die Unberechenbarkeit einer chaotischen, modernen Welt, in der jede planmäßige, menschliche Ordnung unweigerlich scheitern muss.
Sie bezeichnet den Moment des ‚Zu-Ende-Denkens’ einer Geschichte, in dem durch einen zufälligen Impuls die Handlung in ihr genaues Gegenteil umschlägt und eine Katastrophe auslöst.
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