Diplomarbeit, 2006
139 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Hartmut Esser
2.1 Entstehungszusammenhang des Modells der Frame-Selektion
2.2 Modelltheoretische Aufarbeitung
2.2.1 Das Modell zum Framing von Entscheidungssituationen
2.2.2 Modell- und handlungstheoretische Kritik anderer Autoren
2.2.3 Nomologischer Kern
2.2.4 Das Modell der Frame-Selektion als fragmentarischer Bestandteil der Prozesserklärung
3 Pierre Bourdieu
3.1 Entstehungszusammenhang der ‚Praxeologie’ Bourdieus
3.2 Modelltheoretische Aufarbeitung
3.2.1 Habitus – Theorie
3.2.2 Die Kapitalarten und das Raummodell
3.2.3 Das Feldkonzept
3.2.4 Soziale Praxis in der Triade von Habitus, Kapital und Feld
4 Zusammenführung der Ansätze
4.1 Seek for contrasts and hidden communalities
4.2 Eine Widerspiegelung der beiden Modell- und Handlungsvorstellungen
4.3 Spielraum für eine sozialwissenschaftliche Entsprechung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die soziologischen Ansätze von Hartmut Esser und Pierre Bourdieu analytisch zu rekonstruieren und einem formalen Gehaltsvergleich zu unterziehen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie beide Modelle das Verhältnis von individueller Handlung und struktureller Einbettung theoretisch erklären und ob eine Synthese dieser Ansätze möglich ist.
1 Einleitung
Die in dieser Arbeit angelegte Vorstellung zielt darauf ab, zwei viel diskutierte Ansätze der Soziologie, die des deutschen Soziologen Hartmut Esser und des französischen Soziologen Pierre Bourdieu, analytisch zu rekonstruieren und den Versuch zu unternehmen, beide Modell- bzw. Handlungsvorstellungen einem formalen Gehaltsvergleich zuzuführen. Dabei folgt eine thematische Eingrenzung insofern, als dass sich die nachfolgenden Ausführungen explizit auf das Modell zum Framing von Entscheidungssituationen und die Konzeption des Habitus beschränken, um sie modell- bzw. handlungstheoretisch zu kontrastieren.
So lassen sich bereits an der Oberfläche signifikante Unterschiede im idealisierenden Verständnis ihrer Ansätze feststellen, ungeachtet der zu großen Teilen kongruent laufenden forschungslogischen Schwerpunkte. Demgemäß bilden den Kern der Arbeit die analytische Rekonstruktion der Ansätze sowie die weitergehende Betrachtung der konzeptionellen Diskrepanzen bzw. deren Tragweite, was implizit die Vorstellung negiert, dass es ein Anspruch dieser Arbeit sein kann, beide Modellkonzeptionen in einer logischen und widerspruchsfreien Synthese zu vereinen.
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die analytische Rekonstruktion der Ansätze von Esser und Bourdieu und grenzt das Vorhaben auf den Vergleich ihrer handlungstheoretischen Kernkonzepte ein.
2 Hartmut Esser: Kapitel zwei befasst sich mit der Genese und den theoretischen Grundpfeilern des Modells der Frame-Selektion, inklusive der wissenschaftstheoretischen Kritik.
3 Pierre Bourdieu: Der dritte Abschnitt expliziert die Praxeologie Bourdieus, insbesondere die Konzepte Habitus, Kapital und Feld, und beleuchtet deren strukturationstheoretische Anlage.
4 Zusammenführung der Ansätze: Im letzten Kapitel werden die Ansätze kontrastiert, Gemeinsamkeiten identifiziert und die Möglichkeit einer sozialwissenschaftlichen Analogie diskutiert.
Frame-Selektion, Habitus-Theorie, Soziologische Theoriebildung, Mikro-Makro-Link, Handlungslogik, Praxeologie, Rational Choice, Soziale Praxis, Struktur, Handlung, Sozialisation, Feldkonzept, Kapitalarten, Rationalität, Methodologischer Individualismus.
Die Arbeit leistet eine komparative Analyse der soziologischen Handlungstheorien von Hartmut Esser und Pierre Bourdieu, um deren theoretische Konstrukte und Erklärungspotenziale gegenüberzustellen.
Die Arbeit behandelt die Modellierung von Handlungssituationen, das Verhältnis von Mikro- und Makroebene, die Rolle von Normen und Routinen sowie die strukturelle Einbettung individuellen Handelns.
Das Ziel ist die analytische Rekonstruktion der Ansätze zur Klärung, wie individuelle Akteure und soziale Strukturen in den jeweiligen Theorien in Beziehung gesetzt werden.
Es handelt sich um eine modell- und handlungstheoretische Vergleichsstudie, die auf einer ideengeschichtlichen Rekonstruktion und einer Auseinandersetzung mit der Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Er analysiert zunächst Essers "Modell der Frame-Selektion" und anschließend Bourdieus "Praxeologie" mit den Kernkonzepten Habitus, Kapital und Feld.
Zentrale Begriffe sind Habitus, Frame-Selektion, soziale Felder, Kapital, Handlungslogik und der methodologische Individualismus.
Der Autor würdigt den Versuch der Integration ökonomischer und soziologischer Logiken, weist aber auf die Schwierigkeit der empirischen Operationalisierung und die Vernachlässigung emotionaler Komponenten hin.
Die Kritik fokussiert sich auf die Unklarheit bezüglich individueller Entscheidungsmöglichkeiten und die Vorrangstellung der Struktur gegenüber dem individuellen Handeln.
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