Diplomarbeit, 2007
173 Seiten, Note: 1,7
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
I. Einleitung
1. Anlass und Zielsetzung
2. Aufbau und Methodik
II. Konzeptioneller Teil
1. Begriffe und Grundlagen
1.1 Urbanität
1.2 City, Zentrum und Innenstadt
1.3 Wohnen, Wohnstandortentscheidungen und Wohnungsmarkt
1.4 Theorien der Stadtentwicklung und Wanderungsmodelle
1.5 Historischer Abriss der Wohnfunktion im Zentrum
2. Belege für die neue Attraktivität des Wohnens im Zentrum
2.1 Zunahme der Wohnbevölkerung in den Zentren
2.2 Zunahme verschiedener Bevölkerungsgruppen im Zentrum
2.3 Zunahme der Wohnungsnachfrage und Eigentumsbildung im Zentrum
2.4 Zunahme der Wohnungsbautätigkeit im Zentrum
3. Gründe für die neue Attraktivität des Wohnens im Zentrum
3.1 Aufwertung der Innenstädte
3.1.1 Aufwertung des Gebäudebestandes
3.1.2 Neue bedarfsgerechte Bau- und Wohnformen
3.1.3 Optische Aufwertungen
3.1.4 Kulturelle Aufwertungen - Innenstadt als Event
3.1.5 Verbesserte Verkehrssituation und Verkehrsanbindung
3.1.6 Bessere Versorgungssituation
3.1.7 Flair und Image des Städtischen
3.2 Soziodemographische Gründe
3.2.1 Auswirkungen des demographischen Wandels
3.2.2 Abnahme der Haushaltsgröße und Zunahme der Wohnfläche
3.2.3 Neue Haushaltstypen und Ausdifferenzierung der Lebensstile
3.3 Wirtschaftliche und finanzielle Gründe
3.3.1 Neue Potentiale durch die Veränderung der Wirtschaftsstruktur
3.3.2 Bessere Arbeitsplatzentwicklung in der Innenstadt
3.3.3 Finanzielle Gründe
4. Zwischenfazit
III. Empirischer Teil
1. Methodik und Datengrundlage
2. Darstellung und Abgrenzung des Untersuchungsraums
3. Belege für die Zunahme der Attraktivität des Wohnens in der Südstadt
3.1 Zunahme der Wohnbevölkerung
3.2 Zunahme verschiedener Bevölkerungsgruppen
3.3 Zunahme der Wohnungsnachfrage und Eigentumsbildung
3.4 Zunehmende Wohnungsbautätigkeit
4. Gründe für die neue Attraktivität des Wohnens in der Südstadt
4.1 Gründe insgesamt
4.2 Aufwertung der Südstadt
4.2.1 Aufwertungen des Gebäudebestandes
4.2.2 Neue bedarfsgerechte Bau- und Wohnformen
4.2.3 Optische Aufwertungen
4.2.4 Kulturelle Aufwertungen
4.2.5 Verbesserte Verkehrssituation und Verkehrsanbindung
4.2.6 Bessere Versorgungssituation
4.2.7 Flair und Image der Südstadt
4.3 Soziodemographische Gründe
4.3.1 Auswirkungen des demographischen Wandels
4.3.2 Abnahme der Haushaltsgröße und Zunahme der Wohnfläche
4.3.3 Neue Haushaltstypen
4.4 Wirtschaftliche und finanzielle Gründe
4.4.1 Neue Potentiale durch die Veränderung der Wirtschaftsstruktur
4.4.2 Bessere Arbeitsplatzentwicklung in Karlsruhe und der Südstadt
4.4.3 Finanzielle Gründe
5. Zusammenfassung der Ergebnisse
6. Fazit und Handlungsempfehlungen
Die Arbeit untersucht den Trend der zunehmenden Attraktivität des Wohnens in städtischen Zentren. Ziel ist es, die Gründe für diese Entwicklung zu identifizieren und zu analysieren, wer die Bevölkerungsgruppen sind, die wieder zurück in die Innenstädte ziehen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Stadtteil Südstadt in Karlsruhe, um diese theoretischen Ansätze empirisch zu überprüfen.
1.5 Historischer Abriss der Wohnfunktion im Zentrum
Vor der Industriellen Revolution war das Wohnen im Zentrum der Stadt mit einem hohen gesellschaftlichen und sozialen Status verbunden. „Das Rathaus im Zentrum war der deutliche und sichtbare Ausdruck seiner Herrschaft als Klasse“ (HÄUSSERMANN/SIEBEL 1987, S. 22). Um das Zentrum befanden sich Bürgerhäuser, in denen die Kaufleute und die reichen Handwerker wohnten. Während der Industrialisierung verzeichneten die Städte gegenüber dem Umland eine Bevölkerungszunahme (Urbanisierung). Die Industrielle Revolution wurde durch eine rege Bautätigkeit begleitet. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg kam es in Deutschland ab 1871 durch Zollabbau und Kriegsentschädigungen zu einer Wachstumseuphorie, der sog. Gründerzeit (vgl. REINBORN 1996, S. 59).
In vielen Innenstädten wurden für die Mittel- und Arbeiterklasse Mietskasernen in beengter Etagenbauweise aufgrund der Bodenspekulation errichtet. Dennoch ging die Wohnfunktion im Zentrum auf Kosten der Industrie zurück (vgl. LICHTENBERGER 2002, S. 78f.). Es kam zu zahlreichen Stadterweiterungen im 19. Jh.. Die Einführung der Straßenbahn führte ebenfalls zu einer Ausbreitung der Stadt in die Fläche (vgl. REINBORN 1996, S. 59f.). Nach der Industrialisierung verlor das Zentrum daher allmählich seine Attraktivität als Wohnstandort für die vermögenden Schichten. Dementsprechend kam es zu einer Phase der Stadtflucht des Bürgertums und wer es sich leisten konnte, zog in die Villa mit Garten in der Vorstadt (vgl. HÄUSSERMANN/SIEBEL 1987, S. 22).
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam es durch den Wiederaufbau erneut zu einer Zunahme der Wohnfunktion im Zentrum. Allerdings wohnte man nun nicht mehr aus repräsentativen Zwecken im Zentrum, sondern aus einer funktionellen Notwendigkeit heraus (vgl. LICHTENBERGER 2002, S. 79). Der Städtebau nach der Phase des Wiederaufbaus war gekennzeichnet durch eine Nutzungstrennung und eine Vielzahl städtebaulicher Leitbilder, die radikal mit der bestehenden Stadtstruktur brachen, wie z. B. die „autogerechte Stadt“ und die „gegliederte und aufgelockerte Stadt“ (vgl. REINBORN 1996, S. 182f.).
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Renaissance des innerstädtischen Wohnens ein, definiert die Zielsetzung der Untersuchung und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
II. Konzeptioneller Teil: Dieser Teil erarbeitet theoretische Grundlagen, definiert zentrale Begriffe wie Urbanität und City und analysiert Gründe für die Attraktivitätssteigerung innerstädtischen Wohnens.
III. Empirischer Teil: Im dritten Teil werden die theoretisch abgeleiteten Thesen anhand des Stadtteils Südstadt in Karlsruhe mittels Bewohner- und Expertenbefragungen empirisch geprüft.
Neue Urbanität, Reurbanisierung, Innenstadt, Wohnstandortentscheidung, Gentrification, Karlsruhe Südstadt, Stadtentwicklung, Bewohnerbefragung, Wohnungsmarkt, demographischer Wandel, Lebensstile, Familienwohnen, Quartiersentwicklung, soziale Aufwertung, Infrastruktur
Die Diplomarbeit untersucht die Gründe für die steigende Attraktivität des Wohnens in den Zentren deutscher Städte und hinterfragt den vermuteten Trend einer Rückkehr der Wohnfunktion in die Innenstädte.
Die Arbeit behandelt Themen wie Stadtentwicklung, Wohnstandortentscheidungen, Gentrification, demographischen Wandel, veränderte Lebensstile sowie die Bedeutung von Infrastruktur und Stadtbild für das Wohnen im Zentrum.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob ein Trend "Zurück ins Zentrum" existiert und welche Bevölkerungsgruppen sowie Hintergründe (z.B. Aufwertungsprozesse, neue Wohnformen) diese Entwicklung in Deutschland generell und speziell in der Karlsruher Südstadt vorantreiben.
Die Untersuchung basiert auf einer Kombination aus Literaturrecherche, einer Sekundäranalyse der Bewohnerbefragung des Amtes für Stadtentwicklung Karlsruhe sowie einer eigenen Primärerhebung mittels Online-Expertenbefragung.
Der Hauptteil gliedert sich in einen konzeptionellen Teil mit theoretischen Erklärungsmodellen und einen empirischen Teil, der diese Modelle am Beispiel des Stadtteils Südstadt in Karlsruhe durch Datenanalyse und Expertenbewertungen überprüft.
Wichtige Begriffe sind Neue Urbanität, Reurbanisierung, Gentrification, Stadtteilentwicklung, Wohnungsmarkt, demographischer Wandel und das Fallbeispiel der Karlsruher Südstadt.
Der Stadtteil Südstadt zeichnet sich durch einen hohen Anteil an gründerzeitlichem Baubestand, laufende Sanierungsprogramme und bedeutende Neubauprojekte wie den "City-Park" aus, was ihn zu einem idealen Untersuchungsobjekt für innerstädtische Aufwertungsprozesse macht.
Es beschreibt eine "Aufwertung von innen heraus", bei der die bereits im Viertel wohnenden Bewohner und Eigentümer ihr Umfeld kontinuierlich und langsam verbessern, im Gegensatz zu einer extern gesteuerten Gentrification.
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