Bachelorarbeit, 2006
47 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Computervermittelte und Nonverbale Kommunikation
1.1 Definition und Eigenschaften der Computervermittelten Kommunikation
1.2 Non- und paraverbale Elemente der Kommunikation
1.3 Das Problem der Kanalbeschränkung
2. Die empirische Untersuchung
2.1 Der Untersuchungsgegenstand: Das Forum
2.2 Die Fragebögen
2.3 Demographie der Befragten
2.4 Einstellung zum Ring*Con-Unterforum
3. Missverständnisse in der Computervermittelten Kommunikation
3.1 Ein Beispiel aus dem Forum
3.2 Die unterschiedliche Interpretation von Beispielsätzen
3.3 Mögliche Gründe für die Missverständnisse
3.3.1 Verschiedene Nutzer-Gruppen
3.3.2 Ironie
3.3.3 Theoretische Ansätze zur Erklärung
3.3.3.1 Austin
3.3.3.2 Habermas
3.3.3.3 Grice
3.4 Erklärungsansätze der befragten Teilnehmer
3.5 Zusammenfassung
4. Vermeidung von Missverständnissen in Computervermittelter Kommunikation
4.1 Möglichkeiten der Substitution non- und paraverbaler Elemente
4.1.1 Handlungen beschreiben
4.1.2 Tonfall
4.1.3 Pseudo-UBB-Code
4.1.4 Mimik und Gestik
4.1.5 Verteilung der Möglichkeiten im Datenmaterial
4.2 Die Substitution durch Emoticons
4.2.1 Emoticons im Forum
4.2.2 Die Bewertung der Beispielsätze mit Emoticons
Schluss
Die vorliegende BA-Arbeit untersucht Kommunikationsprobleme in computervermittelten Foren, insbesondere die durch Kanalbeschränkungen fehlenden non- und paraverbalen Hinweise, und analysiert, inwieweit die Substitution dieser Elemente durch Emoticons zur Vermeidung von Missverständnissen beiträgt.
1.1 Definition und Eigenschaften der Computervermittelten Kommunikation
Es erweist sich als schwierig, eine allgemeine Definition von Computervermittelter Kommunikation (CvK) zu geben, zu verschieden sind ihre Ausprägungen. Festzuhalten ist, dass es sich bei dieser Art der Kommunikation um eine "indirekte textbasierte Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen, die Computernetze zur wechselseitigen Verständigung nutzen" (Rauchfuß 2003: 51) handelt. Da jedoch die CvK kein einheitliches Phänomen ist, muss bei allem, was über diese grundlegende Definition hinausgeht, der genaue Kontext beachtet werden.
Die Computervermittelte Kommunikation weist Eigenschaften auf, die sie klar von der als Regelfall angesehenen Face-to-Face-Kommunikation abgrenzt. Sie setzt "räumliche und zeitliche Beschränkungen der natürlichen Kommunikation außer Kraft" (Stuke 2002: 1); wo bei der Face-to-Face-Kommunikation die Kommunikationspartner in beiden Aspekten anwesend sein müssen, ist dies hier nicht mehr zwingende Voraussetzung. Durch die Verschriftlichung der Sprache können die Äußerungen, die bei Face-to-Face-Kommunikation flüchtig sind, aufgezeichnet und auch zeitversetzt wieder abgerufen werden. Hieraus ergeben sich jedoch auch Gefahren. Durch die geringe soziale Präsenz entfallen die für die Kommunikation sehr wichtigen nonverbalen Elemente fast vollkommen. Dies kann vor allem problematisch werden, wenn es um das Erkennen der Intention einer Äußerung geht.
1. Computervermittelte und Nonverbale Kommunikation: Einführung in die Grundlagen der computervermittelten Kommunikation, deren Abgrenzung zur Face-to-Face-Kommunikation und Erläuterung der Problematik durch fehlende para- und nonverbale Elemente.
2. Die empirische Untersuchung: Vorstellung des gewählten Forums, der Methodik der verwendeten Online-Fragebögen sowie der demographischen Struktur der Befragten.
3. Missverständnisse in der Computervermittelten Kommunikation: Analyse konkreter Missverständnisse im Forum, Diskussion der Ursachen durch Nutzergruppen und Ironie sowie Einordnung in theoretische Ansätze der Sprechakttheorie.
4. Vermeidung von Missverständnissen in Computervermittelter Kommunikation: Untersuchung verschiedener Substitutionsmöglichkeiten für fehlende Kommunikationsindikatoren, mit Fokus auf Emoticons als wirkungsvollstes Instrument.
Computervermittelte Kommunikation, CvK, Nonverbale Kommunikation, Kanalbeschränkung, Emoticons, Missverständnisse, Sprechakttheorie, Ironie, Online-Forum, Sprachwissenschaft, Substitution, Internetkommunikation, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Kommunikationsschwierigkeiten in internetbasierten Foren, die primär textbasiert sind und daher wichtige nonverbale Signale vermissen lassen.
Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der sogenannten Kanalbeschränkung, die Analyse von Missverständnissen und die Erforschung von Strategien zu deren Vermeidung durch den Einsatz von Emoticons und anderen Substituten.
Ziel ist es zu untersuchen, ob und wie die Substitution fehlender para- und nonverbaler Elemente (wie Gestik oder Intonation) durch Emoticons die Verständlichkeit und Intention von Äußerungen in Foren verbessern kann.
Die Untersuchung basiert auf einer empirischen Datenbasis, gewonnen durch zwei Online-Fragebögen, die unter Besuchern eines spezifischen Internetforums erhoben und statistisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Missverständnissen, eine Diskussion von Ursachen wie Nutzerstrukturen und Ironie sowie eine detaillierte Prüfung von Kompensationsmöglichkeiten für fehlende Ausdrucksmittel.
Die Arbeit wird wesentlich bestimmt durch Begriffe wie Computervermittelte Kommunikation, Kanalbeschränkung, Emoticons, Missverständnisse, Sprechakttheorie und die Analyse von onlinebasierten sozialen Interaktionen.
Die Autorin betont die "Kanalbeschränkung", bei der im Gegensatz zur Face-to-Face-Kommunikation wesentliche visuelle und auditive Indikatoren entfallen, was die Erkennung der Intention von Äußerungen erschwert.
Die Studie zeigt, dass Emoticons von den Nutzern nicht nur am häufigsten als Kompensationsmittel eingesetzt werden, sondern in der Bewertung auch die höchste Wirksamkeit zur Klärung der Intention (z.B. bei Ironie) erreichen.
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