Doktorarbeit / Dissertation, 2007
157 Seiten, Note: mit Auszeichnung bestanden
1. Einleitung und Übersicht
1.1 Übersicht
1.2 Stand der Forschung
1.2.1 Loch-im-Wasser-Prinzip
1.2.2 Mechanischer Transport
1.2.3 Forschungsprojekte
1.3 Ziel der Arbeit
2. CFD-Verfahren
2.1 Grundlagen der numerischen Simulationen
2.1.1 Strömungsmechanische Grundgleichungen
2.1.2 Turbulenzmodellierung
2.1.3 Reynolds-Spannungsmodell
2.1.4 Wirbelviskositätsmodelle
2.2 Mehrphasenströmung (Luft/Öl/Wasser)
2.3 Diskretisierung der Differentialgleichungen
2.4 Spezielle Modellbildung für den Ölskimmer
2.4.1 Geometriemodellierung
2.4.2 Gittergenerierung
2.4.3 Ölmodellierung
3. Numerische Analyse
3.1 Zweiphasige Strömungsberechnung (AS I)
3.1.1 Optimierung der Durchflussrate am Klingenspalt
3.1.2 Strömungsvisualisierung im Moonpool des SOS
3.1.3 Numerische Analyse der Strömungsverhältnisse des in das MPOSS integrierten SOS
3.1.4 Numerische Analyse der Sloshingbewegungen
3.2 Dreiphasige Strömungsberechnung (AS II)
3.2.1 Validierung der Strömungsberechnungen
3.2.2 Numerische Berechnungen mit Mineralölen
3.2.3 Optimierung der Heckform des Trägerschiffs
3.3 Dreiphasige Strömungsberechnung mit Seegang
3.3.1 Randbedingungen der Strömungsberechnungen mit Seegang
3.3.2 Validierung der im numerischen Kanal generierten Seegänge
3.3.3 Durchführung der numerischen Analyse mit SOS und Seegang
4. Experimentelle Analyse
4.1 Analyse des Systemverhaltens im Seegang
4.1.1 Versuchsaufbau
4.1.2 MPOSS- und Skimmermodell
4.1.3 Durchführung und Auswertung der Versuche
4.2 Seegangsversuche mit umweltverträglichem Öl
4.2.1 Versuchsprogramm
4.2.2 Durchführung der Ölversuche
4.2.3 Analyse der Maßstabseffekte
4.3 Seegangsversuche mit Mineralölen
4.4 Versuche mit einem neuen Trägerschiff
5. Schlussfolgerungen
5.1 Schlussfolgerungen
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Hauptziel, die Leistungsfähigkeit des seegangsunabhängigen Ölskimmers (SOS) durch numerische und experimentelle Analysen zu optimieren, um seine Effektivität bei der Bekämpfung von Ölunfällen auf hoher See zu steigern.
1.1. Übersicht
Ohne Zweifel ist die Anzahl der Tankerunfälle und die dabei ausgelaufene Ölmenge in den letzten 30 Jahren stark gesunken. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Schiffssicherheit (z.B. durch die Einführung doppelwandiger Tanker) sowie die Verkehrssicherheit auf den Wasserstraßen durch nationale und internationale Anstrengungen einen hohen Standard erreicht haben. In Abb. 1.1 ist die Anzahl verunglückter Tanker sowie die erfreulicherweise geringe ausgelaufene Ölmenge über die letzten dreißig Jahre grafisch dargestellt (ITOPF (2004)).
Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass selbst Unfälle mit „verhältnismäßig geringen“ Mengen ausgelaufenen Öls, wie z.B. die Havarie des Holzfrachters Pallas, der 1998 vor der nordfriesischen Insel Amrum in Brand geriet, ohne Ausnahme zu Katastrophen für die maritime Flora und Fauna führen, und enorme Kosten verursachen (ca. 195 m³ ausgelaufenes Öl, 26000 Seevögel verschmutzt, 16000 Vögel getötet, Kosten: ca. 7,2 Mio Euro).
Dennoch wird angesichts der stetig steigenden Menge des über die Seewege transportierten Öls deutlich, dass das Risiko einer größeren Tankerhavarie jeden Tag aufs neue besteht. Durch die ab 2010 geltende EU-Vorschrift für doppelwandige Tanker kann die Gefahr neuer Unfälle zwar reduziert, aber nicht vollständig ausgeschlossen werden. Weiterhin ist die Verschmutzung der Meere nicht allein auf Tankerunfälle zurückzuführen, sondern auch die Industrie in küstennahen Gebieten, undichte Pipelines, Leckagen am Ort der Ölförderung selbst sowie bewusster Öleintrag durch Schiffsbesatzungen tragen ihren Teil dazu bei. Daher ist man nach wie vor auf effektive, seegangstaugliche Ölunfallbekämpfungssysteme angewiesen.
1. Einleitung und Übersicht: Einführung in die Problematik von Ölunfällen auf See und Vorstellung des seegangsunabhängigen Ölskimmers (SOS) als Lösungsansatz.
2. CFD-Verfahren: Beschreibung der numerischen Grundlagen, einschließlich der RANS-Gleichungen und der VOF-Methode zur Simulation von Mehrphasenströmungen.
3. Numerische Analyse: Detaillierte Betrachtung der Strömungsverhältnisse um den Skimmer, Optimierung der Geometrie durch schrittweise CFD-Analysen (AS I bis AS III).
4. Experimentelle Analyse: Validierung der numerischen Ergebnisse durch Modellversuche im Wellenkanal unter verschiedenen Seegangs- und Ölbedingungen.
5. Schlussfolgerungen: Zusammenstellung der technischen Empfehlungen und Designkriterien für die praktische Umsetzung des SOS-Systems.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der erzielten Forschungsergebnisse und Aufzeigen zukünftiger Anwendungsmöglichkeiten, wie die Integration in Mehrzweckschiffe.
Ölskimmer, SOS, Seegang, CFD-Simulation, Ölunfallbekämpfung, Moonpool, Mehrphasenströmung, Sloshing, Wellendämpfung, Wirkungsgrad, Modellversuche, Strömungsanalyse, Trägerschiff, Separationsklinge, CUSP-Form.
Die Dissertation befasst sich mit der technischen Optimierung eines seegangsunabhängigen Ölskimmers (SOS), um dessen Leistungsfähigkeit bei der Beseitigung von Ölverschmutzungen auf offener See zu verbessern.
Die Arbeit behandelt die numerische Strömungsmechanik (CFD), die physikalische Modellierung von Mehrphasenströmungen sowie experimentelle Untersuchungen im Bereich der Meerestechnik und Schifffahrtssicherheit.
Das Ziel ist die Erhöhung des Wirkungsgrads des SOS durch Anpassung der Geometrie (z.B. Bugsegment, Separationsklinge) und die Reduzierung störender Sloshing-Effekte im Moonpool.
Der Autor kombiniert numerische Simulationen (RANSE, VOF-Methode, Euler-Lagrange-Verfahren) mit umfangreichen experimentellen Schleppversuchen im Wellenkanal der TU Berlin.
Der Hauptteil gliedert sich in eine numerische Phase (CFD-Analysen zur Formoptimierung) und eine experimentelle Phase (Validierung der Ergebnisse in Modellmaßstäben mit verschiedenen Ölsorten und Seegängen).
Wichtige Begriffe sind Ölskimmer, SOS, Seegang, CFD-Simulation, Moonpool, Sloshing und Wirkungsgradoptimierung.
Die CUSP-Form wird im Moonpool integriert, um den bei hohen Geschwindigkeiten instabilen Wirbel hinter dem Bugsegment zu stabilisieren und somit den kontinuierlichen Fluss der Ölpartikel in den Sumpf zu gewährleisten.
Die Untersuchung zeigt, dass größere Trägerschiffe (z.B. 80 m Länge) bei hohen Seegängen ein stabileres Verhalten und somit einen besseren Wirkungsgrad aufweisen als kleinere Schiffe, da sie weniger stark zu bewegungsinduzierten Störungen im Moonpool neigen.
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