Examensarbeit, 2004
114 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Interkulturelle Erziehung
2.1 Interkulturelle Erziehung – warum? Lebensrealität als Begründung
2.1.1 Das Afrikabild in der europäischen Gesellschaft
2.1.2 Zur Entwicklung des europäischen Afrikabildes
2.2 Grundlagen und Ziele Interkultureller Erziehung
2.3 Der Beitrag der Kinder- und Jugendliteratur und ihrer Didaktik zur Interkulturellen Erziehung
3 Analyse und Interpretation ausgewählter Kinder- und Jugendbücher über Afrika und Afrikaner im Hinblick auf interkulturelle Erziehungsaspekte
3.1 Begründung der Buchauswahl
3.2 Vorstellung und Begründung der Analysekriterien
3.3 Kinder- und Jugendbücher, die das Leben afrikanischer Menschen in Europa thematisieren
3.3.1 Kirsten Boie „Paule ist ein Glücksgriff“ (1985)
3.3.1.1 Autobiographische Einflussfaktoren
3.3.1.2 Produktionsästhetische Aspekte: Gestaltungsmittel und deren Funktion
3.3.1.2.1 Inhalt und Aufbau
3.3.1.2.2 Figurengestaltung
3.3.1.2.3 Darstellung der Lebensweise
3.3.1.2.4 Erzählhaltung/ Erzählweise/ Sprache
3.3.1.3 Didaktisches Wirkungspotenzial im Hinblick auf interkulturelle Erziehungsaspekte
3.3.2 Simi Bedford „Yoruba-Mädchen, tanzend“ (1998)
3.3.2.1 Autobiographische Einflussfaktoren
3.3.2.2 Produktionsästhetische Aspekte: Gestaltungsmittel und deren Funktion
3.3.2.2.1 Inhalt und Aufbau
3.3.2.2.2 Figurengestaltung
3.3.2.2.3 Darstellung der Lebensweise
3.3.2.2.4 Erzählhaltung/ Erzählweise/ Sprache
3.3.2.3 Didaktisches Wirkungspotenzial im Hinblick auf interkulturelle Erziehungsaspekte
3.4 Zwischenresümee I
3.5 Kinder- und Jugendbücher, die das Leben afrikanischer Menschen in Afrika beschreiben
3.5.1 Tahar BenJelloun „Die Schule der Armen“ (2002)
3.5.1.1 Autobiographische Bedingungsfaktoren
3.5.1.2 Produktionsästhetische Aspekte: Gestaltungsmittel und deren Funktion
3.5.1.2.1 Inhalt und Aufbau
3.5.1.2.2 Figurengestaltung
3.5.1.2.3 Darstellung der Lebensweise
3.5.1.2.4 Erzählhaltung/ Erzählweise/ Sprache
3.5.1.3 Didaktisches Wirkungspotenzial im Hinblick auf interkulturelle Erziehungsaspekte
3.5.2 Idrissa Keita „Djemas Traum vom großen Auftritt“ (2001)
3.5.2.1 Autobiographische Einflussfaktoren
3.5.2.2 Produktionsästhetische Aspekte: Gestaltungsmittel und deren Funktion
3.5.2.2.1 Inhalt und Aufbau
3.5.2.2.2 Figurengestaltung
3.5.2.2.3 Darstellung der Lebensweise
3.5.2.2.4 Erzählhaltung/ Erzählweise/ Sprache
3.5.2.3 Didaktisches Wirkungspotenzial im Hinblick auf interkulturelle Erziehungsaspekte
3.6 Zwischenresümee II
3.7 Kinder- und Jugendbücher, die von Reisen europäischer Menschen nach Afrika handeln
3.7.1 Annelies Schwarz „Meine Oma lebt in Afrika“ (1998)
3.7.1.1 Autobiographische Einflussfaktoren
3.7.1.2 Produktionsästhetische Aspekte: Gestaltungsmittel und deren Funktion
3.7.1.2.1 Inhalt und Aufbau
3.7.1.2.2 Figurengestaltung
3.7.1.2.3 Darstellung der Lebensweise
3.7.1.2.4 Erzählhaltung/ Erzählweise/ Sprache
3.7.1.3 Didaktisches Wirkungspotenzial im Hinblick auf interkulturelle Erziehungsaspekte
3.7.2 Evelyn Schmidt „Der Sandsturm“ (1993)
3.7.2.1 Autobiographische Einflussfaktoren
3.7.2.2 Produktionsästhetische Aspekte: Gestaltungsmittel und deren Funktion
3.7.2.2.1 Inhalt und Aufbau
3.7.2.2.2 Figurengestaltung
3.7.2.2.3 Darstellung der Lebensweise
3.7.2.2.4 Erzählhaltung/ Erzählweise/ Sprache
3.7.2.3 Didaktisches Wirkungspotential im Hinblick auf interkulturelle Erziehungsaspekte
3.8 Zwischenresümee III
4 Vergleichende Zusammenfassung der Analyse- und Interpretationsergebnisse im Hinblick auf interkulturelle Erziehungsaspekte
4.1 Der Umgang der Autoren mit dem Thema Afrika und Afrikaner
4.2 Der Beitrag der ausgewählten Kinder- und Jugendbücher zur Interkulturellen Erziehung
5 Schlusskapitel
Die Arbeit untersucht ausgewählte Kinder- und Jugendbücher über Afrika und Afrikaner mit dem Ziel, ihren Beitrag zur interkulturellen Erziehung zu analysieren. Dabei wird erforscht, inwiefern literarische Texte zur kritischen Reflexion von Vorurteilen beitragen und ein differenzierteres Bild afrikanischer Lebensrealitäten vermitteln können.
3.3.1.2.2 Figurengestaltung
Wichtigster Handlungsträger ist Paule, ein dunkelhäutiger Junge im Grundschulalter. Auch wenn seine Hautfarbe erkennen lässt, dass er nicht aus Europa stammt, ist er rein formal gesehen kein Ausländer, da er kurz nach seiner Geburt von einem deutschen Ehepaar adoptiert worden ist und einen deutschen Pass hat (vgl. S. 64). Eine besondere Feier stellt jedes Jahr sein so genannter Ankunftstag dar. „Du warst ein Glücksgriff“ (S. 8) ist die Aussage seines Vaters. Obwohl Paule unter den gleichen kulturellen und sozialen Verhältnissen aufwächst wie seine Klassenkameraden, fühlt er sich in manchen Situationen ’irgendwie anders’.
Beispielsweise will man ihm in der Schule beim geplanten Krippenspiel die Rolle des Kaspars nahe legen, die des dunkelhäutigen der heiligen drei Könige, obwohl Paule doch viel lieber den Engel Gabriel spielen möchte (vgl. S. 19 f). Die Kinder klären ihn darüber auf, dass der Engel Gabriel „kein Neger“ (S. 20) sei und überhaupt passe die Rolle des Kaspars ideal zu Paule. Als seine Mutter ihm erklärt, dass auch nicht alle Mädchen Maria sein könnten, hat Paule das Gefühl, dass dies gegenüber seiner Situation nicht das Gleiche sei (vgl. S. 22).
Immer wieder stößt Paule in seiner Umwelt auf Diskriminierung. So ruft im Einkaufscenter ein Kind, das Paule sieht: „’Guck mal, der Neger, Mami’“ (S. 389). Andere titulieren ihn als „Bimbo“ (S. 106). Unsicher fragt Paule seinen Opa, ob er ein Ausländer sei, denn wenn dies so sei, dann müsse er raus. Durch eine Schmiererei an der Wand mit der Aufschrift „Ausländer raus“ (S. 66) wird Paule unsicher, was und wer er überhaupt ist und welchen Platz er in der Gesellschaft einnimmt. Ein Klassenkamerad habe ihm gesagt, dass es keine „deutschen Neger“ (S. 65) gebe.
1 Einleitung: Vorstellung des Forschungsgegenstands und der Zielsetzung der literaturwissenschaftlichen Untersuchung zur interkulturellen Erziehung.
2 Interkulturelle Erziehung: Theoretische Grundlagen und Zielsetzungen der interkulturellen Erziehung als Antwort auf gesellschaftliche Vielfalt.
3 Analyse und Interpretation ausgewählter Kinder- und Jugendbücher über Afrika und Afrikaner im Hinblick auf interkulturelle Erziehungsaspekte: Detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse von sechs ausgewählten Werken hinsichtlich ihrer Eignung für interkulturelle Lernprozesse.
4 Vergleichende Zusammenfassung der Analyse- und Interpretationsergebnisse im Hinblick auf interkulturelle Erziehungsaspekte: Synthese der Einzelergebnisse und Diskussion der Rolle von Literatur für die Überwindung von Klischees.
5 Schlusskapitel: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung von Kinder- und Jugendliteratur für eine zeitgemäße interkulturelle Erziehung im Schulalltag.
Interkulturelle Erziehung, Kinderliteratur, Jugendliteratur, Afrikabild, Fremdverstehen, Rassismus, Stereotype, Ethnozentrismus, Identität, Diskriminierung, Literaturdidaktik, Afrika, Vorurteilsabbau, Multikulturalität, Sozialisation.
Die Arbeit untersucht, wie in Kinder- und Jugendbüchern über Afrika und Afrikaner kulturelle Fremdheit dargestellt wird und welchen Beitrag diese Literatur zur interkulturellen Erziehung in der Schule leisten kann.
Die Arbeit konzentriert sich auf Aspekte wie Rassismus, Ethnozentrismus, das Aufbrechen von Klischeebildern sowie die Bedeutung von Fremdverstehen und Empathie in der literaturdidaktischen Praxis.
Ziel ist es, zu analysieren, ob die gewählten Bücher zur interkulturellen Kompetenz beitragen oder ob sie durch stereotype Darstellungen Vorurteile eher verstärken.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische Untersuchung, bei der die Bücher anhand von Kriterien wie Figurengestaltung, Darstellung der Lebensweise und didaktischem Wirkungspotential analysiert werden.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse von sechs spezifischen Kinder- und Jugendbüchern, unterteilt in die Kategorien: Leben afrikanischer Menschen in Europa, in Afrika, sowie Reisen europäischer Menschen nach Afrika.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Interkulturelle Erziehung, Afrikabild, Fremdverstehen, Literaturdidaktik und Abbau von Vorurteilen charakterisieren.
Die Autorin ordnet die „Dritte Welt-Thematik“ als einen zentralen Bereich gesellschaftlicher Problemanalyse ein, der in realistischer Kinderliteratur kritisch aufgearbeitet werden sollte.
Die Autorin betont, dass die Didaktik eine entscheidende Rolle spielt, da auch ambivalent zu betrachtende Texte genutzt werden können, um durch gezielte methodische Aufbereitung rassistische Fremdbilder zu dekonstruieren.
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