Diplomarbeit, 2000
116 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Zielstellung
2 Methodik
2.1 Erfassungsmethodik der Carabiden
2.2 Determination, Nomenklatur, Präparation und Aufbewahrung
2.3 Bestimmung von Trockenmasse und Körperlänge
2.4 Methoden zur Auswertung der Fangergebnisse
2.4.1 Aktivitäts-Trocken-Biomasse
2.4.2 Reduktion der Daten für die statistische Auswertung
2.4.3 Strukturparameter
2.4.4 Ähnlichkeitsindizes
2.5 Körperlänge-Biomasse-Relation
2.6 Vegetationsaufnahmen
3 Darstellung der Untersuchungsflächen
3.1 Die Chronosequenzflächen Nochten, Koyne/Plessa und Domsdorf
3.2 Die Referenzfläche Neusorgefeld
3.3 Vegetation der Untersuchungsflächen
3.4 Klima und Witterung
3.5 Übersichtskarte des Lausitzer Braunkohlereviers
4 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse
4.1 Biologisch-ökologische Ausprägung der Carabidenzönosen
4.1.1 Arten- und Aktivitätsdichte
4.1.2 Dominanzen und Dominanzstruktur
4.1.3 Ökologische Typen
4.1.4 Flugdynamische Typen
4.1.5 Fortpflanzungstypen
4.1.6 Aktivitäts-Trocken-Biomasse
4.1.7 Größenklassen
4.1.8 Gefährdungskategorien
4.1.9 Räumliche Verteilung der Carabidenarten auf die Untersuchungsflächen
4.1.10 Jahreszeitliche Dynamik der Aktivitätsdichten
4.1.11 Phänologien ausgewählter Arten
4.2 Quantitativer Vergleich der Untersuchungsflächen
4.2.1 Strukturindizes
4.2.2 Ähnlichkeitsindizes und Clusteranalyse
5 Diskussion
5.1 Diskussion der Methodik
5.2 Entwicklung der Carabidenfauna
5.3 Vergleich mit anderen Untersuchungen aus der Bergbaufolgelandschaft
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Sukzession der Carabidenfauna (Laufkäfer) in rekultivierten Eichenforsten des Lausitzer Braunkohlereviers anhand eines chronosequentiellen Ansatzes. Ziel ist es, die Entwicklung der Laufkäfergemeinschaften in unterschiedlich alten Beständen auf Kippsubstraten zu charakterisieren und durch den Vergleich mit einer Referenzfläche auf natürlich gewachsenem Boden zu bewerten, um Erkenntnisse über den zeitlichen Ablauf der Makrofauna-Sukzession in Bergbaufolgelandschaften zu gewinnen.
3.1 Die Chronosequenzflächen Nochten, Koyne/Plessa und Domsdorf
Für den chronosequentiellen Ansatz wurden drei Flächen des Teilprojektes 4 des DFG Innovationskollegs „Ökologisches Entwicklungspotential der Bergbaufolgelandschaften im Lausitzer Braunkohlerevier“ gewählt. Diese Flächen sind hinsichtlich ihres Substrats nach KNOCHE (1998) flächenrepräsentativ für das Lausitzer Braunkohlerevier und durch mittel bis stark kohle- und schwefelhaltige Kipp-Kohlesande geprägt. Auf allen Flächen erfolgte eine Aschemelioration und eine NPK-Grunddüngung. Die Untersuchungsflächen sollen einen Einblick in die verschiedenen Altersstadien einer Eichenaufforstung auf Kippsubstraten geben.
Die jüngste Fläche befindet sich im Tagebau Nochten. Es handelt sich um eine 4jährige Quercus petraea-Aufforstung. Die Aufforstung erfolgte kurz nach der Melioration und der Grunddüngung der Fläche. Die Krautschicht wird sehr stark von Calamagrostis epigejos dominiert (vgl. Abb. 3), eingestreut finden sich eine ganze Reihe von Arten, beispielsweise Epilobium palustre, Tussilago farfara, Cirsium arvense und Hieracium pilosella. Die Vegetation der direkt angrenzenden, ungedüngten Flächen unterscheidet sich erheblich von der Aufforstungsfläche. Hier ist ein typischer Sandtrockenrasen ausgebildet mit Corynephorus canescens, Helichrysum arenarium und Pinus sylvestris. Auf der meliorierten und gedüngten Untersuchungsfläche finden sich ganz vereinzelt auch etwas untypische Pflanzenarten wie Helichrysum arenarium, doch ist ihr Auftreten durch die unmittelbare Nähe zum Sandtrockenrasen erklärbar. Einmal jährlich erfolgt eine Mahd der Bodenvegetation der Aufforstungsfläche und des umgebenden Randbereiches.
1 Einleitung und Zielstellung: Diese Einleitung beschreibt den ökologischen Wandel durch den Braunkohlebergbau und definiert das Ziel, die Sukzession der Laufkäferfauna in Eichenforsten auf Kippflächen zu erforschen.
2 Methodik: Hier werden die Erfassung der Carabiden mittels Barberfallen, die statistischen Auswertungsmethoden sowie die Bestimmung von Biomasse und Vegetation erläutert.
3 Darstellung der Untersuchungsflächen: Dieses Kapitel beschreibt die geomorphologischen und forstlichen Bedingungen der drei Chronosequenzflächen sowie der Referenzfläche Neusorgefeld.
4 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die biologisch-ökologischen Daten, einschließlich Artenzusammensetzung, Dominanzstrukturen und quantitativen Vergleichen der Standorte.
5 Diskussion: In der Diskussion werden die methodischen Ansätze kritisch hinterfragt und die Ergebnisse in den Kontext anderer Studien der Bergbaufolgelandschaft gestellt.
6 Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Laufkäfersukzession auf den untersuchten Rekultivierungsflächen zusammen.
Lausitzer Braunkohlerevier, Carabidenfauna, Laufkäfer, Sukzession, Rekultivierung, Chronosequenz, Bioindikatoren, Eichenforsten, Kippsubstrat, Artenvielfalt, Ökotypen, Aktivitätsdichte, Biomasse, Bergbaufolgelandschaft, Biodiversität
Die Arbeit untersucht, wie sich die Gemeinschaft der Laufkäfer in forstlich rekultivierten Eichenbeständen in der Lausitz entwickelt, wenn man verschieden alte Flächen betrachtet.
Die Themen umfassen die Sukzession von Laufkäferpopulationen, den Einfluss von Standortbedingungen auf Kippen sowie die Eignung der Tiere als Bioindikatoren für den ökologischen Fortschritt der Rekultivierung.
Das Hauptziel ist die Charakterisierung der Laufkäferfauna in einer dreigliedrigen Eichen-Zeitreihe auf Kippboden und deren Vergleich mit einem Eichenforst auf natürlichem, gewachsenem Boden.
Die primäre Erfassungsmethode waren Bodenfallen (Barberfallen) mit Formalinlösung, ergänzt durch Lebendfallen, Handaufsammlungen und eine detaillierte Auswertung mittels Struktur- und Ähnlichkeitsindizes.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Untersuchungsflächen, die Auswertung der biologisch-ökologischen Daten (wie Dominanz, Ökotypen, Phänologie) und den quantitativen Vergleich der Flächen.
Wichtige Begriffe sind Lausitzer Braunkohlerevier, Carabidenfauna, Sukzession, Rekultivierung, Eichenforst, Chronosequenz und Bergbaufolgelandschaft.
Die Arbeit zeigt, dass mit zunehmendem Alter des Bestandes und der Entwicklung eines geschlosseneren Waldcharakters die mittlere Körpergröße der dominierenden Laufkäferarten zunimmt.
Die Carabidenfauna eines etwa 40-jährigen Eichenforstes auf Kippboden weist nach den Untersuchungen kaum noch Defizite im Vergleich zu einem Bestand auf gewachsenem Boden auf.
Auf der jüngsten, 4-jährigen Aufforstungsfläche konnte kein direkter Einfluss der Baumart festgestellt werden; die Laufkäferzusammensetzung wird hier primär durch das dominierende Landreitgras und die Nähe zu Trockenrasen bestimmt.
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