Bachelorarbeit, 2004
86 Seiten, Note: 1,0
1 Grundlegendes
1.1 Einführung
1.2 Rückblick auf das Projekt „Rezeption des Nibelungenstoffes“ im Sommersemester 2004
1.3 Kurze Zusammenfassung der Projektarbeit „Die Theorie des Nibelungenunterganges in der Stadt Soest sowie ihre Rezeption und Kommunikation“
1.4 Die Stadt Soest und ihre Verbindung zum Nibelungenstoff
1.5 Überleitung zum Thema dieser Arbeit
2 Die Rezeption des Nibelungenstoffes in der Stadt Soest
2.1 Zum Begriff der Rezeption
2.2 Lokale Zeitungsmeldungen
2.3 Berichte in anderen Drucksachen
2.3.1 Das Faltblatt des Vereins für Geschichte und Heimatpflege Soest e.V.
2.3.2 Das Faltblatt Heinz Ritters
2.3.3 Die Soester Zeitschrift
2.3.4 Mitteilungsblätter des Vereins für Geschichte und Heimatpflege Soest e.V.
2.3.5 Füllhorn - Magazin für die älteren Bürger der Stadt Soest
2.4 Niflungen-Tagungen und Niflungen-Bote
2.5 Weitere Veranstaltungen
2.6 Straßennamen
2.7 Zusammenfassung der Ergebnisse dieses Kapitels
3 Möglichkeiten der Nutzung des Sagenpotenzials für die Soester Tourismusförderung
3.1 Vorbemerkungen
3.2 Die Bedeutung des Nibelungenliedes als Nationalmythos
3.3 Grundsätzliches zu den Begriffen „Stadtmarketing“, „Stadtwerbung“ und „Tourismusförderung“
3.4 Die Stadt Worms und der Nibelungenmythos
3.5 Die Stadt Xanten und der Nibelungenmythos
3.6 Ideen für ein Strategisches Konzept zur Förderung des Soester Tourismus
3.6.1 Der allgemeine Aufbau eines Strategischen Konzeptes zur Tourismusförderung
3.6.2 Bestandsaufnahme in Soest
3.6.3 Ausblick
3.6.4 Strategiensuche
3.6.5 Tourismuskonzept
4 Bilanz und Anmerkungen
4.1 Zusammenfassung
4.2 Persönliche Anmerkungen
Die Bachelorarbeit untersucht die bisherige Rezeption des Nibelungenstoffes (basierend auf der Thidrekssaga) in der Stadt Soest und erarbeitet auf dieser Grundlage Ansätze für ein strategisches Konzept, um das Potenzial des Mythos für die städtische Tourismusförderung nutzbar zu machen.
2.2 Lokale Zeitungsmeldungen
Die beiden Soester Tageszeitungen „Soester Anzeiger“ und „Westfalenpost“ berichteten in der Vergangenheit häufig über den Soester Bezug zum Nibelungenstoff und über Veranstaltungen, die sich mit diesem Thema beschäftigten. Besonders in den Jahren 1993 bis 1996 fand eine sehr intensive Berichterstattung statt. Betrachtet man nur diese vier Jahre genauer, kommt man auf eine Zahl von über 150 Zeitungsmeldungen, die sich in irgendeiner Weise mit der Nibelungenthematik beschäftigten.
In der vorliegenden Arbeit werden lediglich Meldungen aus den Jahren 1993 bis 1996 sowie die wenigen aktuelleren Meldungen behandelt. Da die Berichterstattung von 1993 bis 1996 so intensiv war, dass man hier nicht auf jeden Artikel eingehen kann, werden nur die in den jeweiligen Jahren als besonders relevant angesehenen Themen angesprochen. Kommentiert werden die Textauszüge allerdings zunächst kaum, da dieses bei einer ersten Darstellung der Rezeption noch nicht angebracht zu sein scheint.
Das Jahr 1993 kann man im Wesentlichen in drei große Themen der Berichterstattung einteilen. In der ersten Hälfte des Jahres 1993 fand die intensivste Berichterstattung der Lokalpresse zum Nibelungenstoff bezüglich eines am 24. April 1993 von dem Germanisten Heinz Ritter in Soest gehaltenen Vortrages statt. Neben Berichterstattungen im Soester Anzeiger und in der Westfalenpost wurden im Anschluss an den Vortrag mehrere Stellungnahmen veröffentlicht. Zunächst betont im Soester Anzeiger Ulrich Loer, Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Heimatpflege e.V., welche Anstrengungen sein Verein in der Vergangenheit bereits bezüglich einer sachlichen „Auseinandersetzung mit dem Thema Niflungen/Thidrekssaga“ unternommen habe.
1 Grundlegendes: Einleitung in die Thematik der Nibelungen-Rezeption in Soest und Rückblick auf ein vorangegangenes universitäres Projekt sowie die literarische Basis der Arbeit.
2 Die Rezeption des Nibelungenstoffes in der Stadt Soest: Detaillierte Analyse der öffentlichen Wahrnehmung des Themas durch lokale Medien, Vereine und Veranstaltungen in den Jahren 1993 bis 1996.
3 Möglichkeiten der Nutzung des Sagenpotenzials für die Soester Tourismusförderung: Entwicklung eines strategischen Rahmens zur touristischen Nutzung des Sagenpotenzials, unter anderem durch Bestandsaufnahme und Vergleich mit anderen Städten.
4 Bilanz und Anmerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und persönliche Einschätzung der Verfasserin zur Zukunftsfähigkeit des Nibelungen-Themas in Soest.
Soest, Nibelungen, Thidrekssaga, Rezeption, Tourismusförderung, Stadtmarketing, Sagenstoff, Niflungen, Heinz Ritter, Stadtwerbung, Kultur-Tourismus, Mittelalter, Regionalgeschichte, Identität, Tourismuskonzept.
Die Arbeit untersucht, wie die Stadt Soest mit dem literarischen Bezug zur Thidrekssaga (einem Teil des Nibelungenstoffes) umgeht und ob bzw. wie dieses Potenzial touristisch genutzt werden kann.
Die Themenfelder umfassen die mediale und öffentliche Rezeptionsgeschichte der Nibelungenthematik in Soest, die Rolle von Heimatvereinen und Wissenschaftlern sowie strategische Überlegungen zum Stadtmarketing.
Ziel ist es, einen Überblick über die bisherige Rezeption zu geben und aufzuzeigen, wie die Stadt Soest durch ein strategisches Konzept aus ihrem literarisch belegbaren Bezug zur Sage einen touristischen Nutzen ziehen könnte.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Analyse von Printmedien (Zeitungsartikel, Vereinszeitschriften), Fachliteratur und Experteninterviews, um die Kommunikationsprozesse und das Potenzial zur touristischen Nutzung darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfangreiche Aufarbeitung der Rezeptionsgeschichte in Soest (insbesondere zwischen 1993 und 1996) und einen konzeptionellen Teil, der Ideen für ein strategisches Tourismuskonzept entwickelt.
Wichtige Begriffe sind Soest, Thidrekssaga, Nibelungen, Tourismusförderung, Stadtmarketing, Rezeption und Sagenpotenzial.
Soest kommt im Nibelungenlied nicht vor, wird jedoch in der skandinavischen Thidrekssaga explizit als der Ort genannt, an dem die Nibelungen untergehen, was Soest zu einem zentralen Handlungsort macht.
Die Reaktionen waren gespalten: Während eine Gruppe das Thema als Chance für Tourismus und Identität sah, herrschte bei Verantwortlichen und Historikern oft Skepsis, Ablehnung oder der Wunsch nach Distanzierung, um nicht in eine politisch „belastete“ Ecke gerückt zu werden.
Die Autorin empfiehlt einen offensiven und kreativen Umgang mit dem Sagenstoff, etwa durch spezielle Themenführungen, die Einbindung in Stadtfeste (wie den Hansetag) und die langfristige Planung eines mittelalterlich orientierten Tourismuskonzepts.
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