Examensarbeit, 2006
91 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. SITUATION DER FRANZÖSISCHEN GEGENWARTSLITERATUR
2.1. Geschlechtsspezifische Unterschiede
2.2. Die neue Autorengeneration
3. LITERARISCHE INSZENIERUNGSSTRATEGIEN BEI MICHEL HOUELLEBECQ UND VIRGINIE DESPENTES
3.1. Les Particules élémentaires
3.1.1. Formale Analyse
3.1.1.1. Genre
3.1.1.2. Figuren und Figurenkonstellation
3.1.1.3. Narrative Strategien
3.1.1.3.1. Romanaufbau
3.1.1.3.2. Zeit- und Raumgefüge
3.1.1.3.3. Erzählsituation
3.1.1.3.4. Erzähltechniken
3.1.1.4. Stil
3.1.2. Inszenierung von Sexualität in Les Particules élémentaires
3.1.2.1. Die Effekte der sexuellen Libertinage auf die Darstellung von Geschlechtlichkeit
3.1.2.2. Brunos und Michels Sexualität
3.1.2.3. Relation des weiblichen Geschlechts zur Sexualität und ihre Symbolik
3.1.2.4. Zur Ausformung von Geschlechtlichkeit
3.1.2.5. Künstliche Existenzen als Lösung aller zwischenmenschlichen Probleme?
3.2. Baise-moi
3.2.1. Formale Analyse
3.2.1.1. Genre
3.2.1.2. Figuren und Figurenkonstellation
3.2.1.3. Narrative Strategien
3.2.1.3.1. Romanaufbau / Zeit- und Raumgefüge
3.2.1.3.2. Erzählsituation
3.2.1.4. Stil
3.2.2. Inszenierung von Sexualität in Baise-moi
3.2.2.1. Die Kombination von Sex und Gewalt
3.2.2.1.1. Zur simultanen Inszenierung
3.2.2.1.2. Zur Gewaltanwendung nach intimen Handlungen
3.2.2.2. Sexualität zur reinen Bedürfnisbefriedigung
3.2.2.3. Die sexuelle und ökonomische Dominanz
3.2.3. Exkurs: Mediale Inszenierungsstrategien des Pornographischen im Film Baise-moi
3.2.3.1. Ein Film mit Prädikat X
3.2.3.2. Synopse der Schlüsselszenen
3.2.3.3. Baise-moi als pornographischer Film
4. SCHLUSSBETRACHTUNG
5. BIBLIOGRAPHIE
Die Arbeit untersucht die literarischen Inszenierungsstrategien von Michel Houellebecq und Virginie Despentes, insbesondere die Darstellung von Sexualität als Ausdruck eines gesellschaftlichen mal de siècle. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie beide Autoren durch den bewussten Einsatz pornographischer Elemente den Verfall von Werten und Normen in einer konsumorientierten Gesellschaft anklagen und ihre Protagonisten als Produkte einer entfremdeten Welt zeichnen.
1. EINLEITUNG
Michel Houellebecqs Roman Les Particules élémentaires und Virginie Despentes Werk Baise-moi wurden beide in einem Abstand von nur vier Jahren publiziert. Obwohl die Inhalte divergieren, weisen die zwei Bücher eklatante Analogien auf. Beide Schriftsteller generieren durch ihre Erzählungen Tabubrüche, wie sie die Welt bis dahin schon lange nicht mehr gesehen hatte und das, nachdem eines der gängigsten Vorurteile besagte, es gebe keine Hemmschwellen mehr. Diese provozierende Art der écriture wird vor allem in der Inszenierung von Sexualität sichtbar.
Die zeitliche Nähe ihrer Publikationen sowie die ihnen gemeinsame durch Desillusionismus geprägte Darstellung von Geschlechtlichkeit lassen daher Rückschlüsse auf ein ähnliches Understatement zu: Es handelt sich hier anscheinend um eine Anklage der Autoren an eine Gesellschaft, die durch Massenkonsum geprägt ist und für die im Laufe der Zeit Werte und Normen irrelevant wurden. Die Bezeichnung ‚Gesellschaft’ erscheint dabei wie ein Paradoxon, denn die beiden Schriftsteller konstatieren in ihren Werken, dass die Menschen zu singulären, ignoranten Individuen degeneriert sind, die außer sich selbst niemanden im Raum mehr registrieren.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage und Motivation zur Analyse der beiden Romane im Kontext ihrer gemeinsamen Zeit und Thematik.
2. SITUATION DER FRANZÖSISCHEN GEGENWARTSLITERATUR: Untersuchung der geschlechtsspezifischen Unterschiede im Literaturbetrieb und Charakterisierung der sogenannten Nouvelle génération.
3. LITERARISCHE INSZENIERUNGSSTRATEGIEN BEI MICHEL HOUELLEBECQ UND VIRGINIE DESPENTES: Detaillierte formale und inhaltliche Analyse der Werke, ihrer erzählerischen Mittel sowie der Inszenierung von Sexualität und gesellschaftlicher Kritik.
4. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung der These, dass die sexuelle Liberalisierung als Ursprung des beschriebenen mal de siècle wahrgenommen wird.
5. BIBLIOGRAPHIE: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit.
Michel Houellebecq, Virginie Despentes, französische Gegenwartsliteratur, Nouvelle génération, Sexualität, pornographische Inszenierung, Libertinage, Gesellschaftskritik, mal de siècle, Körperlichkeit, Konsumgesellschaft, Desillusionismus, Autofiktion.
Die Arbeit analysiert die Werke von Michel Houellebecq und Virginie Despentes, um aufzuzeigen, wie sie pornographische Inszenierungsstrategien nutzen, um den Verfall gesellschaftlicher Werte und die Isolation des Individuums zu kritisieren.
Im Zentrum stehen der Einfluss der sexuellen Befreiung seit 1968, der Einfluss des ökonomischen Marktes auf zwischenmenschliche Beziehungen und die Darstellung von Körperlichkeit in der Literatur.
Das Ziel ist es zu belegen, dass beide Autoren durch ihre Darstellung von Sexualität und Desillusionismus den gesellschaftlichen Überdruss, das sogenannte mal de siècle, als Reaktion auf eine wertefreie Welt inszenieren.
Die Arbeit basiert auf einer formalen und inhaltlichen Textanalyse, ergänzt durch komparatistische Ansätze sowie eine Auswertung der zeitgenössischen Literaturrezeption.
Hier findet eine detaillierte Analyse der Erzähltechniken, Figurenkonstellationen und spezifischen Inszenierungen von Sexualität in Les Particules élémentaires und Baise-moi statt, inklusive einer Betrachtung der Verfilmung von Despentes’ Roman.
Die wichtigsten Begriffe sind hierbei Nouvelle génération, Libertinage, Konsumgesellschaft, Autofiktion und Deprimisme.
Während Houellebecq Figuren als komplementäre Stereotypen zur Darstellung philosophischer Thesen nutzt, zeigt Despentes Protagonistinnen, die sich durch Gewalt und Radikalität aus passiven Rollen zu befreien versuchen.
Bei Despentes dient die Darstellung von Sexualität und Gewalt der Demaskierung patriarchaler Strukturen und der Rebellion gegen die soziale Ausgrenzung der Unterschicht.
Sie wird als Ersatzreligion und Fluchtpunkt dargestellt; als Versuch des Individuums, den Schmerz der existentiellen Leere durch technische Lösungen wie das Klonen zu überwinden.
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