Magisterarbeit, 2006
107 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung: Die motivationale Interferenz als Phänomen
2. Theorie
2.1. Die Rolle der motivationalen Interferenz in der Motivationspsychologie
2. 2. Das Phänomen der motivationalen Interferenz
Personale Faktoren:
Situationale Faktoren:
2. 3. Motivationale Konflikte in der Motivationsforschung
2. 4. Motivationsforschung und der Bezug zur motivationalen Interferenz
2. 5 Motivationale Handlungskonflikte in klassischen Motivationstheorien
2. 5. 1 Das Rubikonmodell
2. 5. 2. Die Fiat-Tendenz im Rubikon-Modell
2. 5. 3. Motivationale Handlungskonflikte im Rubikon-Modell
2. 5. 4. Die dynamische Handlungstheorie von Atkinson und Birch
2. 5. 5. Motivationale Handlungskonflikte in der Dynamischen Handlungstheorie von Atkinson & Birch
2. 5. 6. Das Erwartungs-Wert-Modell von Wigfield & Eccles
2. 5. 7. Motivationale Handlungskonflikte in der Goal System Theory
2. 6. Allgemeine Entstehungsfaktoren motivationaler Interferenz
2. 7. Motivationale Interferenz bei der Untersuchungsgruppe
3. Das Experiment: Lernen bei Präsenz von Ablenkungen
3.1. Methode
3. 1. 1. Fragestellung und Hypothesenbildung
3. 1. 2. Versuchspersonen:
3. 1. 3. Operationalisierung und Variation der Versuchsbedingungen:
3. 2. Durchführung
3. 3. Versuchsablauf:
4. Ergebnisse
5. Fazit und Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der motivationalen Interferenz, bei dem das Wissen um eine attraktive Handlungsalternative die Qualität und Performanz einer aktuell ausgeführten Lernhandlung negativ beeinträchtigen kann. Das primäre Ziel ist es, unter empirischen Gesichtspunkten zu klären, unter welchen Bedingungen motivationale Konflikte bei Schülern und Studenten auftreten und welche Auswirkungen diese auf den Lernerfolg haben.
1. Einleitung: Die motivationale Interferenz als Phänomen
Stellen Sie sich doch einmal folgende Situation vor: Sie sitzen an einem wunderschönen Sommervormittag in Ihrem Büro und erledigen die ungeliebte, schon viel zu lange vor Ihnen hergeschobene Arbeit, die eigentlich schon längst fertiggestellt sein sollte. Plötzlich klopft es an der Tür und zwei Kollegen fragen Sie, ob Sie eventuell Lust haben eine Pause einzulegen und mit ihnen einen Kaffee auf der sonnigen Terrasse trinken zu gehen. Sie kommen kurzzeitig ins Grübeln, beschließen dann jedoch, lieber im Büro zu bleiben und die angefangene Arbeit zu beenden. Sie lehnen das Angebot dankbar ab. Kurze Zeit später bemerken Sie, dass es Ihnen immer schwerer fällt, konzentriert bei der Arbeit zu bleiben. Sie werden unaufmerksam und Ihre Gedanken schweifen zu den Kollegen ab, die wahrscheinlich gerade in diesem Moment auf der sonnigen Terrasse sitzen, miteinander plaudern und einen frisch gebrühten Kaffee trinken. Sie können schon beinahe den Kaffee riechen. Auf einmal erscheint Ihnen Ihre Arbeit weitaus langweiliger und anstrengender. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?
An Ihrer eigentlichen Grundsituation hat sich nichts geändert. Sie machen weiterhin Ihre Arbeit wie zuvor. An Ihrer Handlung und der zu erledigenden Arbeit hat sich doch nichts verändert. Doch eine nicht zu vernachlässigende Kleinigkeit hat sich sehr wohl geändert: Sie wissen nun über eine attraktive Alternativtätigkeit bescheid, an der Sie ohne einen großen Aufwand auch teilnehmen könnten. Lediglich die Kenntnis über eine weitere Handlungsmöglichkeit bringt Sie dazu, nun wesentlich unkonzentrierter zu arbeiten und einen motivationalen Konflikt ans Tageslicht zu befördern, der die Performanz der ursprünglich begonnenen Tätigkeit negativ beeinflusst. Doch wie ist dieser Konflikt zustande gekommen?
1. Einleitung: Die motivationale Interferenz als Phänomen: Einführung in die Problematik, wie das Wissen um attraktive Handlungsalternativen die Konzentration bei der Arbeit stören kann.
2. Theorie: Detaillierte Darstellung verschiedener motivationspsychologischer Ansätze und der Entstehungsfaktoren motivationaler Interferenz.
3. Das Experiment: Lernen bei Präsenz von Ablenkungen: Beschreibung des Versuchsaufbaus, der Fragestellung und der experimentellen Manipulation der Versuchsgruppen.
4. Ergebnisse: Statistische Auswertung der durchgeführten Untersuchung und Darstellung der Leistungsparameter.
5. Fazit und Diskussion: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Gründe für die nicht signifikante Bestätigung der Hypothesen.
motivationale Interferenz, Lernmotivation, Handlungskonflikt, Opportunitätskosten, Leistungsmotivation, Rubikonmodell, Handlungsablauf, Konzentrationsstörung, Ablenkung, kognitive Interferenz, volitionale Steuerung, Selbstregulation, Leistungstest, Versuchsdesign.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und empirischen Untersuchung von motivationalen Konflikten, die entstehen, wenn eine Person während einer laufenden Lernhandlung Kenntnis von attraktiven Alternativtätigkeiten erlangt.
Im Fokus stehen die Motivationspsychologie, die Theorie motivationaler Handlungskonflikte, der Einfluss von Freizeitangeboten auf die Konzentrationsfähigkeit beim Lernen und die Bedeutung von subjektiven Valenzen für den Handlungsverlauf.
Das Ziel ist es, empirisch nachzuweisen, dass bereits das bloße Wissen um eine ansprechende Alternativhandlung die Qualität und den Erfolg einer Lernleistung beeinträchtigt, auch wenn die Alternative nicht aktiv gewählt wird.
Es wurde eine computergestützte experimentelle Untersuchung mit 60 Studenten durchgeführt, bei der die Probanden Bildbeschreibungen anfertigten, während ihnen mit unterschiedlicher Frequenz Musikvideos als Ablenkung angeboten wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfangreichen theoretischen Part, der klassische Modelle (Rubikonmodell, Atkinson & Birch) diskutiert, und den Experimentalteil, der den methodischen Aufbau, die Durchführung und die statistische Ergebnisauswertung umfasst.
Wichtige Begriffe sind insbesondere motivationale Interferenz, Handlungskonflikt, Opportunitätskosten, Selbstregulation und Leistungsabfall durch Ablenkung.
Entgegen der ursprünglichen Hypothesen konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Experimentalgruppen und der Kontrollgruppe im Wissenstest nachgewiesen werden; das gewollte Phänomen der Interferenz ließ sich in diesem Versuchsaufbau statistisch nicht bestätigen.
Der Autor führt dies unter anderem auf eine zu geringe Stichprobengröße, den potenziellen Einfluss der individuellen Arbeitsgewohnheiten der Probanden sowie eine möglicherweise fehlgeschlagene Induzierung der Ablenkung zurück.
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