Diplomarbeit, 2006
70 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Einfluss von Finanzanalysten auf den Kapitalmarkt
2.1 Das Konzept der Informationseffizienz
2.1.1 Grundlegende Modellspezifikationen
2.1.2 Einschränkungen der Rationalität
2.2 Informationsverarbeitung durch Finanzanalysten
2.2.1 Verarbeitung von Rechnungslegungsdaten
2.2.2 Kommunikation zwischen Unternehmen und Analysten
2.3 Annahmen über das Verhalten von Analysten
2.4 Darstellung von empirischen Ergebnissen
3. Das Verhalten von Managern und die Bedeutung für Bilanzpolitik
3.1 Agency-theoretische Erklärung für Bilanzpolitik
3.2 Eigeninteresse des Managements und Beeinflussung des Kapitalmarktes
3.2.1 Ergebnis- und aktienabhängige Entlohnung des Managers
3.2.2 Earnings Guidance
3.3 Ausprägungen von Bilanzpolitik
3.3.1 Erklärungen für die Bedeutung von Schwellenwerten
3.3.2 Methoden zur Messung von Bilanzpolitik
3.3.2.1 Schwellenwertmethodik
3.3.2.2 Discretionary Accruals
3.4 Darstellung von empirischen Ergebnissen
4. Empirische Analyse des deutschen Kapitalmarktes
4.1 Hypothesenbildung
4.2 Datenbasis und deskriptive Statistik
4.3 Resultate
4.4 Schlussfolgerung
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob in deutschen börsennotierten Unternehmen Anreize für eine schwellenwertorientierte Bilanzpolitik bestehen, um Analystenprognosen zu erreichen oder zu übertreffen sowie Verluste zu vermeiden. Ziel ist es, die Rolle des Kapitalmarkts und der Finanzanalysten bei der Beeinflussung des unternehmerischen Bilanzierungsverhaltens zu analysieren.
2.1.1 Grundlegende Modellspezifikationen
Das wohl am weitesten verbreitete und populärste Modell zur Informationseffizienz wurde von Fama (1970) entwickelt. Nach seiner Definition ist ein Kapitalmarkt dann informationseffizient, wenn sich zu jedem Zeitpunkt alle verfügbaren Informationen in den Kursen widerspiegeln. Die Theorie beschreibt eine Beziehung zwischen einem existierenden Informationsniveau und dem damit verbundenen Marktpreis. Zu den Annahmen des Modells gehören homogene Erwartungen der Marktteilnehmer sowie kostenlose Transaktionen und eine kostenlose Informationsbeschaffung, welche hinreichend, aber nicht notwendig sind. Der erwartete Marktwert einer Aktie für t+1 auf dem Niveau der in t bekannten Informationen entspricht dem Barwert des aufgezinsten aktuellen Preises einschließlich der anfallenden Dividendenzahlungen, wobei als Aufzinsungsfaktor die für t+1 erwartete Rendite auf Basis der in t bekannten Informationen dient.
Dies bedeutet, dass kein Profit aus einer Informationsauswertung zu generieren ist, da alle in t verfügbaren Informationen bereits vollkommen im erwarteten Preis enthalten sind. Es lassen sich mit einer Handelsstrategie, basierend auf den verfügbaren Informationen, im Durchschnitt keine Renditen erzielen, die systematisch über den ex ante vom Markt erwarteten Gleichgewichtsrenditen liegen. Zwar ist es möglich, dass einzelne Investoren Überrenditen erzielen können, jedoch ist der Erwartungswert der Abweichungen vom Gleichgewicht, bestehend aus der Rendite eines Wertpapiers und der erwarteten Rendite unter Abhängigkeit der verfügbaren Informationen, auf einem effizienten Markt in der Summe gleich null, womit sich Gewinne und Verluste im Zeitablauf ausgleichen.
1. Einleitung: Darstellung der Problematik von Analystenprognosen und der Forschungsfrage bezüglich Bilanzpolitik in Deutschland.
2. Der Einfluss von Finanzanalysten auf den Kapitalmarkt: Theoretische Charakterisierung von Kapitalmärkten und der Informationsbeziehung zwischen Unternehmen und Analysten.
3. Das Verhalten von Managern und die Bedeutung für Bilanzpolitik: Erläuterung der Anreize zur Bilanzpolitik mittels Prinzipal-Agenten-Theorie und Vorstellung von Messmethoden.
4. Empirische Analyse des deutschen Kapitalmarktes: Durchführung einer eigenen Analyse basierend auf CDAX-Daten zur Überprüfung aufgestellter Hypothesen.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Interpretation der Unterschiede zwischen dem amerikanischen und deutschen Kapitalmarkt.
Bilanzpolitik, Analystenprognosen, Kapitalmarkt, Informationseffizienz, Prinzipal-Agenten-Theorie, Earnings Guidance, Schwellenwertmethodik, Discretionary Accruals, Gewinnüberraschungen, Earnings per Share, Behavioral Finance, Deutschland, Unternehmenspublizität, Performance, Kapitalmarktkommunikation.
Die Arbeit analysiert, ob deutsche börsennotierte Unternehmen gezielt Bilanzpolitik betreiben, um bestimmte Gewinnschwellen wie Analystenprognosen zu erreichen oder Verluste zu vermeiden.
Die Arbeit behandelt die Rolle von Finanzanalysten am Kapitalmarkt, das opportunistische Verhalten von Managern aufgrund von Anreizsystemen sowie verschiedene statistische Methoden zur Detektion von Bilanzmanipulationen.
Es wird untersucht, ob sich die in den USA beobachteten Effekte von Bilanzpolitik zur Erfüllung von Analystenprognosen auf den deutschen Kapitalmarkt übertragen lassen.
Neben der theoretischen Herleitung werden die Schwellenwertmethodik (Burgstahler/Dichev) sowie das Jones-Modell zur Bestimmung von Discretionary Accruals diskutiert und für die empirische Analyse angewendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Kapitalmarktkommunikation und Verhaltensökonomie sowie eine empirische Analyse deutscher CDAX-Unternehmen im Zeitraum von 2001 bis 2005.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Bilanzpolitik, Earnings Guidance, Informationseffizienz und Analystenprognosen.
Sie dient als psychologische Erklärung dafür, warum Anleger und Analysten auf das Verfehlen von Schwellenwerten (Referenzpunkten) überproportional stark mit Kurskorrekturen reagieren.
Die Analyse legt nahe, dass im Gegensatz zu den USA, wo Anreize zur Erfüllung von Prognosen sehr stark sind, in Deutschland eher eine allgemeine Verlustvermeidung als Bilanzierungsmotiv dominiert.
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