Fachbuch, 2007
66 Seiten
Vorwort
Heinz Dieckmann: Entdeckung eines vergessenen Filmemachers, Medienkritikers und Satirikers
Augenmensch und Globetrotter – Ausschnitte aus einem bewegten Leben nebst kurzer Beschreibung des Staats- und Heimatsenders Saarbrücken
Heinz Dieckmann – Protagonist des deutschen Medienromans
Die vorliegende Publikation befasst sich mit der Aufarbeitung des Lebens und Schaffens von Heinz Dieckmann, einem saarländischen Autor und Filmemacher, der als Pionier des modernen deutschen Medienromans gilt. Ziel der Arbeit ist es, Dieckmann als vielseitigen Kulturschaffenden neu zu entdecken und seine medienkritische sowie schriftstellerische Bedeutung im Kontext seiner Zeit zu würdigen.
Eins.
Sechs Uhr. Trocken. Leichter Dunst. Der Himmel hat einen Schnurrbart. Sonst ist er blau. Nicht auszudenken, wenn es geregnet hätte. Ich habe bis jetzt 10.000 Mäuse in diese Sache gesteckt und will wenigstens 2000 Meter belichten. Ektachrom, geklautes Material, 16 mm leider, 35 wären mir lieber gewesen. Der See hat eine Gänsehaut. Die bayrische Trachtenkapelle übt. 12 Mann. Unter ihren grässlichen Wadenwickeln zucken sie marschrhythmisch mit ihren grässlich maskulinen Wadenmuskeln. Wenn man sie so in ihrem urweltlichen Kahn sitzen sieht, wird einem klar, dass diese aus Hartholz geschnitzten Burschen randvoll reaktionärer Gedanken stecken. Ich kann mir gut vorstellen, wie sich ihre übergroßen Gemächt hinter den mit Hirschen und Eichenlaub bestickten Hosenlätzen weißblau karieren.
Ich gehe zu ihnen hinüber und sage kameradschaftlich: „Also Jungens, lasst es mich noch einmal sagen: Ihr fahrt in strammer soldatischer Haltung und mit entsprechenden Ruderschlägen direkt auf Ludwigs Kreuz zu und spielt dabei den bayrischen Defiliermarsch. Ihr spielt ihn wie die Posaunenengel des Jüngsten Gerichtes. Es gilt, diese Schlappschwänze dahinten einfach ins Wasser zu blasen.“
Die Trachtenkapelle, linke Hand auf linkem Oberschenkel, blickt zu meinen Popfritzen hinüber und leckt sich unter den angeklebten Wildschützenschnurrbärten jede Sentimentalität weg. Das wird also klappen.
Und ich: „Ich meine natürlich symbolisch. Ihr müsst sie ja nicht unbedingt wirklich ins Wasser blasen. Ihr sollt diese Schlacht allein mit Musik gewinnen. Eben mit Marschmusik. Das ist das ganze Problem.“ Sie zwinkern mir zu. Wir verstehen uns. Es wird eine Gaudi.
Ich gehe zu meinen Popfritzen, vier Jungens und zwei Gogogirls. Das Beste, das ich kenne. Alle im Affenlook, unheimlich sympathisch anzusehen.
Ich, mit Verschwörerstimme: “Seht sie euch gut an, diese Neandertaler. Sie halten euch für arschlöchige Gammler. Sie werden versuchen, euch mit ihrer blöden Marschmusik wirklich fertigzumachen…”
Vorwort: Einleitende Würdigung des Autors und Filmemachers Heinz Dieckmann, der als Vorkämpfer des modernen Medienromans gilt.
Heinz Dieckmann: Entdeckung eines vergessenen Filmemachers, Medienkritikers und Satirikers: Eine erste biographische Annäherung, die Dieckmanns vielfältige Rollen als Autor, Filmer und scharfsinniger Beobachter der Gesellschaft skizziert.
Augenmensch und Globetrotter – Ausschnitte aus einem bewegten Leben nebst kurzer Beschreibung des Staats- und Heimatsenders Saarbrücken: Beleuchtung des ereignisreichen Lebensweges Dieckmanns sowie eine detaillierte Analyse der schwierigen Aufbaujahre des saarländischen Rundfunks.
Heinz Dieckmann – Protagonist des deutschen Medienromans: Eine tiefgreifende Untersuchung seines schriftstellerischen Hauptwerks und seiner Bedeutung für die Entwicklung des Genres Medienroman im deutschsprachigen Raum.
Heinz Dieckmann, Medienroman, Narrenschaukel, Rundfunkpioniere, Saarländischer Rundfunk, Literatur, Filmemacher, Zeitgeschichte, Gesellschaftskritik, Satire, Medienkritik, Biografie, Kulturpolitik, Journalismus, Nachkriegszeit
Die Arbeit widmet sich dem saarländischen Autor und Filmemacher Heinz Dieckmann und untersucht seine Bedeutung als Pionier des modernen Medienromans sowie als prägende Persönlichkeit in der Geschichte des saarländischen Rundfunks.
Die Arbeit beleuchtet die Biografie Dieckmanns, die Entwicklung des saarländischen Mediensystems in der Nachkriegszeit und die literarische Analyse seines Hauptwerks „Narrenschaukel“ als medienkritisches Dokument.
Das Ziel ist die Wiederentdeckung Dieckmanns als bedeutender, aber unterschätzter Autor und Filmemacher, dessen Arbeit eine wichtige Brücke zwischen Literatur und Medienproduktion schlägt.
Die Arbeit nutzt biografische Skizzen, die Auswertung von Nachlassmaterial (Briefe, Dokumente) und eine Analyse literarischer Texte unter zeitgeschichtlichen Gesichtspunkten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Aufarbeitung, die Schilderung der Sendergeschichte in Saarbrücken sowie eine detaillierte literaturwissenschaftliche Untersuchung des Romans „Narrenschaukel“.
Neben dem Protagonisten Heinz Dieckmann sind dies insbesondere Begriffe wie Medienroman, Gesellschaftskritik, Rundfunkgeschichte und die interdisziplinäre Verknüpfung von Film und Literatur.
Der Verlag war die erste berufliche Station Dieckmanns nach seiner Flucht in den Westen und bildete den Ausgangspunkt seiner literarischen Aktivitäten im Saarland.
Im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen nutzte Dieckmann seine profunden praktischen Erfahrungen aus der frühen Fernseh- und Filmarbeit, um eine „visuelle“ Schreibweise zu entwickeln, die den modernen Medienroman begründete.
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