Diplomarbeit, 2007
69 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Gesetzliche Rahmenbedingungen und Begriffsbestimmungen
2.1 Aufsichtsrechtliche Grundlagen der Eigenmittelausstattung
2.2 Eigenkapital eines Kreditinstituts
2.2.1 Begriffsklärung
2.2.2 Funktionen des Eigenkapitals
2.3 Risikoarten
2.3.1 Marktpreisrisiken
2.3.2 Adressenausfallrisiken
2.3.3 Liquiditätsrisiken
2.3.4 Operative Risiken
2.4 Anforderungen an das Risikomanagement
3 Risikoorientierte Eigenkapitalallokation
3.1 Risikopotentiale
3.1.1 Adressrisiken
3.1.2 Operationelles Risiko
3.1.3 Marktrisikopositionen
3.2 Ökonomische Kapitalkosten
3.2.1 Risikokapital
3.2.1.1 Quantifizierung des Risikokapitals
3.2.1.2 Abstufung und Zuweisung der Deckungsmassen
3.2.2 Kalkulation von Kapitalkosten
3.3 Performancemessung in Kreditinstituten
3.3.1 Risikoadjustierte Performance-Maße
3.3.1.1 Return on Risk adjusted Capital (RoRaC)
3.3.1.2 Risk adjusted Return on Capital (RaRoC)
3.3.1.3 Risk adjusted Return on Risk adjusted Capital (RaRoRaC)
3.3.2 Economic Value Added (EVA)
3.4 Steuerung der Allokation von Risikokapital
4 Zusammenfassung
Ziel der Arbeit ist es, die Grundlagen der risikoorientierten Eigenkapitalallokation in Kreditinstituten darzustellen, wobei insbesondere die Bedeutung des Konzepts der ökonomischen Kapitalkosten für eine wertorientierte Banksteuerung herausgearbeitet wird. Hierbei liegt der Fokus auf der Analyse, wie verschiedene Risikokapitalallokationsmechanismen und risikoadjustierte Performance-Maße eingesetzt werden können, um eine effiziente Kapitalnutzung zu gewährleisten und Fehlsteuerungen zu vermeiden.
3.2.1.1 Quantifizierung des Risikokapitals
Den Geschäftsbereichen bzw. den organisatorischen Teileinheiten eines Kreditinstituts müssen die im vorherigen Abschnitt ermittelten Risikokapitalbeträge zugeordnet werden. Dabei stellt sich die Frage, in welcher Größenordnung den einzelnen Abteilungen dieses Kapital zur Verfügung gestellt wird. Die Frage dieser Größenordnung ergibt sich dabei aus unterschiedlichen Betrachtungsweisen hinsichtlich der Quantifizierung der Risikokapitalien. In der Literatur findet man dazu verschiedene Methoden, von denen hier vier näher dargestellt werden sollen.
Als Stand-alone-Methode wird die Methode bezeichnet, bei der die einzelnen mit Risikokapital zu versorgenden Teileinheiten des Instituts vollkommen isoliert voneinander betrachtet werden. Das bedeutet, dass für jede Einheit das in ihr vorhandene Risikopotential bestimmt wird. Dies kann beispielsweise über die angesprochene Value-at-Risk-Methodik erfolgen. Die auf der Gesamtbankebene zu erwartenden Zahlungsströme müssen dazu auf die einzelnen Abteilungen oder Geschäftsbereiche heruntergebrochen werden. Wie tief dabei in die einzelnen Ebenen vorangeschritten wird, ist eine Frage der Geschäfts- und Steuerungspolitik des jeweiligen Instituts. Nachdem eine solche Zuordnung erfolgt ist, können die einzelnen Zahlungsströme der Einheiten nun entsprechend eines VaR-Modells bewertet werden. Diese Vorgehensweise entspricht einer Stand-alone-Betrachtung, im Hinblick auf die Einzelvorgehensweise für jede zu betrachtende Einheit, dargestellt in Abbildung 9.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die aktuelle Finanzmarktsituation und die wachsende Bedeutung der risikoorientierten Eigenkapitalallokation zur Steigerung der Bankperformance.
2 Gesetzliche Rahmenbedingungen und Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel behandelt die regulatorischen Grundlagen der Eigenmittelausstattung, definiert das Eigenkapital von Kreditinstituten und erläutert verschiedene Risikoarten sowie Anforderungen des Risikomanagements.
3 Risikoorientierte Eigenkapitalallokation: Das Hauptkapitel fokussiert auf die interne ökonomische Sichtweise, inklusive der Quantifizierung von Risikokapital, der Berechnung von Kapitalkosten und der Anwendung verschiedener risikoadjustierter Performance-Maße zur Steuerung der Kapitalallokation.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die wesentlichen Erkenntnisse über die regulatorischen und ökonomischen Aspekte der Eigenkapitalallokation und deren Rolle bei der wertorientierten Banksteuerung.
Eigenkapitalallokation, ökonomisches Kapital, Risikokapital, Kapitalkosten, Risikomanagement, Solvabilitätsverordnung, RAPM, RoRaC, RaRoC, RaRoRaC, Value-at-Risk, Banksteuerung, Risikoadjustierte Performance, Kreditinstitute, Eigenmittel.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Allokation von Eigenkapital in Kreditinstituten, wobei der Schwerpunkt auf der Anwendung des Konzepts der ökonomischen Kapitalkosten liegt.
Zentrale Themen sind die regulatorischen Anforderungen (wie KWG und SolvV), die interne ökonomische Risikomessung sowie die Steuerung der Bankperformance durch risikoadjustierte Kennzahlen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kreditinstitute ihr begrenzt verfügbares Eigenkapital effizient auf Geschäftsbereiche verteilen können, um unter Berücksichtigung von Rendite und Risiko einen Mehrwert zu schaffen.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu bankbetriebswirtschaftlichen Steuerungskonzepten, erörtert mathematische Verfahren der Risikokapitalquantifizierung (wie VaR) und veranschaulicht diese durch beispielhafte Berechnungen.
Der Hauptteil behandelt die regulatorische Sicht auf das Eigenkapital, die interne Quantifizierung des Risikokapitals sowie die verschiedenen Methoden zur Performancemessung mittels risikoadjustierter Ansätze.
Wichtige Begriffe sind Eigenkapitalallokation, ökonomisches Kapital, Risikokapital, RAPM, RoRaC und wertorientierte Banksteuerung.
Die regulatorische Sicht folgt gesetzlichen Vorgaben zur Mindestkapitalausstattung, während die ökonomische Sicht auf internen Risikomodellen basiert, die Risikopositionen realitätsnäher und differenzierter bewerten.
Diversifikationseffekte führen dazu, dass das Gesamtrisiko einer Bank niedriger ist als die Summe der Einzelrisiken. Ihre Berücksichtigung bei der Allokation verhindert eine Überzeichnung des Kapitalbedarfs.
Da das Stand-alone-Verfahren die Einheiten isoliert betrachtet, werden Diversifikationseffekte vernachlässigt, was zu einer additiven Überzeichnung des benötigten Gesamtkapitals führt.
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