Diplomarbeit, 2006
209 Seiten, Note: 2,0
Abstract deutsch
Abstract englisch
Einleitung
1 Begriffsklärungen
1.1 Motorik
1.2 Entwicklungsdefizite
1.3 Frühkindliche Reflexe
1.4 Lese-Rechtschreibschwäche – Legasthenie
2 Lese- Rechtschreibschwäche
2.1 Grundlagen des Schriftspracherwerbs
2.2 Symptomatik der Lese-Rechtschreibschwäche
2.3 Epidemiologie
2.4 Ursachen
2.5 Diagnostik
2.6 Förderung und Therapie
3 Die motorische Entwicklung des Kindes
3.1 Gehirnentwicklung - Grundlage der Bewegungsentwicklung
3.2 Wahrnehmung und sensorische Integration
3.3 Die Prinzipien der motorischen Entwicklung
3.4 Die wichtigsten Entwicklungsschritte
3.5 Frühkindliche Reflexe und Reaktionen
3.6 Lebenslange Halte- und Stellreaktionen
4 Störungen der motorischen Entwicklung und Auswirkungen auf Lernverhalten und Rechtschreibprobleme
4.1 Umschriebene Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen
4.2 Entwicklungsverzögerungen und Überspringen von Entwicklungsphasen
4.3 Sensorische Integrationsstörungen
4.4 Fein- und graphomotorische Defizite
4.5 Kopfgelenks-Induzierte-Symmetriestörung - KISS
4.6 Persistierende Restreaktionen frühkindlicher Reflexe
5 Zusammenfassung und Hypothesenentwicklung
6 Empirische Untersuchung
6.1 Stichprobe
6.2 Angewandte Untersuchungsverfahren
6.3 Instrumente
6.4 Testgütekriterien
6.5 Untersuchungsverlauf
6.6 Verfahren der Datenanalyse
7 Ergebnisse
7.1 Deskriptive Ergebnisbeschreibung
7.2 Hypothesenprüfung
7.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
8 Diskussion
8.1 Diskussion der Ergebnisse
8.2 Einordnung in den aktuellen Forschungsstand
8.3 Kritische Würdigung der Untersuchung
8.4 Ausblick
9 Relevanz für die Praktische Arbeit – Förderansätze
9.1 Psychomotorik und Motopädagogik
9.2 Mototherapie
9.3 Reflexhemmende Übungsprogramme
9.4 Neurofunktionelle Reorganisation nach Padovan
9.5 Sensorische Integrationstherapie
9.6 Edu-Kinestetik
9.7 Weitere Therapiemöglichkeiten
Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen frühkindlichen motorischen Entwicklungsdefiziten und einer Lese-Rechtschreibschwäche. Ziel ist es, durch die Analyse der theoretischen Grundlagen und eine eigene empirische Untersuchung zu überprüfen, inwiefern motorische Auffälligkeiten und insbesondere persistierende frühkindliche Reflexe mit Schwierigkeiten beim Erlernen der Schriftsprache korrelieren.
3.5.1 DER MORO-REFLEX
Der Moro-Reflex entsteht als erster primitiver Reflex schon in einer sehr frühen Phase im Mutterleib. Er bildet sich zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche heraus und ist bei der Geburt des Kindes voll funktionstüchtig. Es handelt sich dabei um eine erste primitive Schreckreaktion.
„Der Moro-Reflex umfasst eine Reihe von schnellen Bewegungen in Reaktion auf plötzliche Reize. Er besteht in einer plötzlichen symmetrischen Aufwärtsbewegung der Arme – weg vom Körper – mit einem Öffnen der Hände, kurzem Erstarren und einer schrittweisen Rückkehr zu einer Haltung, in der die Arme in einer Umklammerungshaltung um den Körper gelegt werden“ (Goddard, 2004, S. 24).
Begleitet ist die Moro-Reaktion von einem plötzlichen Einatmen, häufig auch von einem kurzen Schrei. Auslöser können verschiedenste unerwartete Reize, vestibuläre Stimulation bei Änderung der Kopfhaltung, laute Geräusche, plötzliche Bewegungen oder Lichtwechsel sein. Schmerz oder Temperaturveränderung können ebenso zu einer Moro-Reaktion führen wie unsanfte Berührungen.
1 Begriffsklärungen: Definitorische Einordnung der zentralen Begriffe Motorik, Entwicklungsdefizite, frühkindliche Reflexe und Lese-Rechtschreibschwäche.
2 Lese- Rechtschreibschwäche: Detaillierte Betrachtung des Schriftspracherwerbs, der Symptome, Diagnostik und gängiger Therapiemöglichkeiten.
3 Die motorische Entwicklung des Kindes: Darstellung der biologischen Grundlagen der Bewegung, sensorischer Integration sowie der motorischen Meilensteine und Reflexentwicklung.
4 Störungen der motorischen Entwicklung und Auswirkungen auf Lernverhalten und Rechtschreibprobleme: Analyse spezifischer Störungsbilder und deren Auswirkungen auf schulische Leistungen.
5 Zusammenfassung und Hypothesenentwicklung: Synthese der Theorie zur Ableitung der sieben zentralen Forschungshypothesen.
6 Empirische Untersuchung: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Stichprobe und der eingesetzten Testverfahren.
7 Ergebnisse: Deskriptive Auswertung der erhobenen Daten und statistische Prüfung der Hypothesen.
8 Diskussion: Interpretation der Untersuchungsergebnisse, Einordnung in den Forschungsstand und kritische Reflexion der Arbeit.
9 Relevanz für die Praktische Arbeit – Förderansätze: Überblick über therapeutische Ansätze zur motorischen Unterstützung von Kindern mit Lese-Rechtschreibschwäche.
Motorik, Lese-Rechtschreibschwäche, Legasthenie, frühkindliche Reflexe, sensorische Integration, motorische Entwicklung, Diagnostik, Förderansätze, Mototherapie, Schreibprobleme, Reflexhemmung, Empirische Untersuchung, Schulerfolg, Lernverhalten, Pädagogik.
Die Arbeit untersucht, welche Zusammenhänge zwischen motorischen Entwicklungsdefiziten in der frühen Kindheit und Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechtschreibens bestehen.
Die Themen umfassen die frühkindliche Reflexentwicklung, die motorischen Basiskompetenzen, die Symptomatik der Lese-Rechtschreibschwäche sowie therapeutische Förderkonzepte wie Mototherapie und Reflexhemmung.
Die Arbeit fragt nach den konkreten Korrelationen zwischen persistierenden frühkindlichen Reflexen, einer verzögerten motorischen Entwicklung und dem Auftreten von Lese-Rechtschreibproblemen bei Grundschulkindern.
Die Autorin kombiniert einen standardisierten Rechtschreibtest (SLRT), einen selbst entwickelten motorischen Test zur Überprüfung der Reflexe sowie eine schriftliche Befragung der Eltern.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zu Motorik und LRS, eine empirische Untersuchung der Probandengruppe sowie eine fundierte Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf aktuelle Forschungserkenntnisse.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die persistierenden frühkindlichen Reflexe (wie ATNR, STNR, Moro), motorische Basiskompetenzen und die Bedeutung der sensorischen Integration für den Schriftspracherwerb.
Persistierende Reflexe, insbesondere der ATNR und STNR, können die Augen-Hand-Koordination und Lateralität stören, was zu verkrampfter Stifthaltung, Schwierigkeiten bei der räumlichen Orientierung und einer Überlastung des Arbeitsgedächtnisses beim Schreiben führt.
Das Krabbeln dient der Entwicklung kreuzkoordinierter Bewegungsmuster und unterstützt das Zusammenspiel beider Gehirnhälften, was als wesentliche Grundlage für die spätere Lese- und Schreibfähigkeit angesehen wird.
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