Magisterarbeit, 2005
98 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Der französische Naturalismus – ein kurzer Überblick
2.1. Gesellschaftliches und ideologisches Umfeld
2.2. Literarische Voraussetzungen
3. Der spanische Naturalismus
3.1. Literarische Voraussetzungen
3.2. Politisches und ideologisches Umfeld
4. Bachtins Theorie der narrativen Dialogizität
4.1. Redevielfalt und Dialogizität
4.2. Redevielfalt und Dialogizität im Roman
5. Benito Pérez Galdós
5.1. Leben
5.2. Werk
6. Untersuchung der Geschichtsebene von „La Desheredada“
6.1. Die Figuren
6.1.1. Tomás Rufete
6.1.2. Isidora Rufete
6.1.3. Mariano Rufete
6.1.4. Doktor Augusto Miquis
6.2. Das Milieu
6.2.1. Die Fabrik
6.2.2. Der Palast der Aransis
6.2.3. Madrid
6.2.4. Emilias Haus
6.2.5. Der Naturraum
6.3. Das historische Moment
7. Untersuchung der Erzählebene von „La Desheredada“
7.1. Erzählsituation
7.2. Redewiedergabe
7.3. Verschiedene Arten der Redewiedergabe
7.4. Der intertextuelle Dialog
7.4.1. Die Bibel
7.4.2. Lyrik
7.4.3. Der Französische Feuilletonroman
7.4.4. Don Quijote
7.4.5. L´ Assommoir
7.5. Der intratextuelle Dialog
7.5.1. Der Erzähler und Isidora
7.5.2. Der Erzähler und andere Figuren
7.5.3. Der Erzähler und der Leser
8. Schlussfolgerung
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des französischen Naturalismus auf den Roman „La Desheredada“ von Benito Pérez Galdós, wobei insbesondere die Anwendung des Konzepts der Dialogizität nach Michail Bachtin im Vordergrund steht, um die spezifische literarische Struktur des spanischen Werks zu analysieren.
1. Einleitung
Der spanische Autor Benito Pérez Galdós stellt – verglichen mit den anderen Autoren seiner Generation – eine literarische Ausnahme dar. Seine Aufgeschlossenheit gegenüber neuem Gedankengut machte ihn im Spanien des 19. Jahrhunderts zu einem wichtigsten Vorreiter der Übernahme des literarischen Naturalismus.
Seinem kritischen und analytischen Geist entsprechend, erfolgte diese Übernahme allerdings nicht unreflektiert und in imitativer Weise, sondern vor dem Hintergrund der reichen literarischen Stiltradition der spanischen „Siglos de Oro“.
Der Roman „La Desheredada“ erschien im Jahre 1881 als erstes Werk der „Novelas contemporáneas de segunda manera“ und stand damit für Galdós am Anfang einer neuen Schaffensphase, in der er versuchte, eine Synthese aus der traditionellen Stiltradition und den „neuen“ stilistischen und ideologischen Einflüssen zu schaffen.
1. Einleitung: Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Einflusses des französischen Naturalismus auf „La Desheredada“ unter Anwendung des Konzepts der Dialogizität.
2. Der französische Naturalismus – ein kurzer Überblick: Dieses Kapitel skizziert die soziopolitischen und literarischen Rahmenbedingungen sowie die theoretischen Grundlagen des französischen Naturalismus.
3. Der spanische Naturalismus: Es wird die spezifische Rezeption des Naturalismus in Spanien und dessen Abgrenzung zum französischen Vorbild erörtert.
4. Bachtins Theorie der narrativen Dialogizität: Hier werden die theoretischen Grundlagen zur Redevielfalt und Dialogizität nach Michail Bachtin erläutert.
5. Benito Pérez Galdós: Ein Überblick über das Leben und das umfangreiche Werk des spanischen Autors.
6. Untersuchung der Geschichtsebene von „La Desheredada“: Analyse der Figuren, des sozialen Milieus und des historischen Kontexts im Roman.
7. Untersuchung der Erzählebene von „La Desheredada“: Untersuchung der Erzählperspektiven, der Redewiedergabetechniken sowie inter- und intratextueller Bezüge.
8. Schlussfolgerung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse zur Dialogizität und zum Naturalismus in Galdós' Roman.
Benito Pérez Galdós, La Desheredada, Naturalismus, Dialogizität, Michail Bachtin, spanische Literatur, Realismus, Erzähltechnik, Redevielfalt, Milieutheorie, Intertextualität, 19. Jahrhundert, Literarische Analyse
Die Arbeit analysiert, wie Benito Pérez Galdós naturalistische Elemente in seinem Roman „La Desheredada“ verarbeitet und wie dabei Bachtins Theorie der Dialogizität zur Anwendung kommt.
Im Zentrum stehen die Adaption des Naturalismus in Spanien, die Bedeutung des sozialen Milieus, die Erzählstruktur und die dialogische Gestaltung des Romans.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Galdós durch die Synthese traditioneller spanischer Stilelemente und naturalistischer Theorien eine spezifische literarische Form der Dialogizität schafft.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf der Bachtinschen Theorie der Dialogizität und der Milieutheorie von Hippolyte Taine basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Naturalismus, Bachtin, Autorbiografie) und eine detaillierte Analyse der Geschichts- und Erzählebene von „La Desheredada“.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Naturalismus, Dialogizität, Intertextualität, soziale Sprache und die spezifische Erzähltechnik von Galdós definiert.
Der Erzähler tritt in verschiedenen Rollen auf, agiert mal als allwissende Instanz, mal als ironisierender Kommentator und wird im Verlauf des Romans selbst Teil des erzählten Geschehens, was die Dialogizität verstärkt.
Die Anwendung der Bachtinschen Theorie macht deutlich, dass der Roman kein einheitliches sprachliches Konstrukt ist, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Stimmen, sozialer Sprachen und literarischer Gattungen.
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