Magisterarbeit, 2007
124 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 Einleitung
2 Zum Begriff der Integration
2.1 Migrationssoziologische Integrationsmodelle
2.2 Indikatoren zur Messung von Integration
2.2.1 Indikatorenklassifizierungen
2.2.2 Datenlage und Integrationsmonitoring
2.3 Staatliches Integrationsverständnis
2.3.1 Geschichtliche Entwicklung
2.3.2 Aktuelles Begriffsverständnis innerhalb der politischen Auseinandersetzung
2.3.3 Integration und Neues Zuwanderungsgesetz
2.4 Integrationsverständnis von MigrantInnen
3 Aktuelle Zuwanderungsprozesse in Deutschland
3.1 Aspekte von Zuwanderung
3.2 Differenzierung der Zuwanderungsgruppen in Deutschland
4 Darstellung der Integrationskurse
4.1 Konzept der Integrationskurse nach dem Zuwanderungsgesetz
4.2 Zielgruppen
4.3 Angedachter Beitrag der Kurse zur Integration
4.4 Kritik und Bewertung des Beitrags der Kurse zur Integration
5 Empirischer Teil
5.1 Zuwanderungssituation und Integrationskurse in Sachsen und Dresden
5.2 Beschreibung und Begründung der Vorgehensweise/ Methode
5.2.1 Grundlagen der Untersuchung
5.2.2 Methodenauswahl für die Datenerhebung und –auswertung
5.2.3 Auswahl der Befragtengruppe
5.2.4 Durchführung der Interviews
5.3 Auswertung der Interviews
5.3.1 Integrationsverständnis
5.3.2 Beitrag der Kurse zum Integrationsprozess
5.3.3 Optimierung des Kursbeitrags
6 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag der Sprach- und Orientierungskurse des neuen Zuwanderungsgesetzes zur Integration von Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Ausgehend von theoretischen Integrationsmodellen und einer Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert die Arbeit die Wirksamkeit dieser staatlichen Maßnahmen aus der subjektiven Perspektive von Kursteilnehmenden und Kursleitenden.
1.1 Migrationssoziologische Integrationsmodelle
Im folgenden Kapitel werde ich mich dem Begriff Integration von migrationssoziologischer Seite her annähern. Angefangen mit einem kurzen Rückblick in die Entwicklungsgeschichte unterschiedlicher Integrationsmodelle werde ich mich im Weiteren auf zwei Herangehensweisen innerhalb des deutschsprachigen Raumes, vertreten durch die Soziologen Hartmut Esser und Friedrich Heckmann, konzentrieren. Am Ende werde ich herausarbeiten, welche Aspekte der skizzierten Modelle im Rahmen dieser Arbeit von Bedeutung sind und wo die Maßnahme der Integrationskurse innerhalb dieser Modelle angesiedelt werden kann.
Integration - sucht man nach den etymologischen Wurzeln dieses Begriffs, findet man sie im Lateinischen. Das lateinische Adjektiv integer bedeutet unberührt, unversehrt, ganz; eng verwandt damit ist das lateinische Wort integrare – heil, unversehrt machen, wiederherstellen, ergänzen, ebenso wie integralis – ein Ganzes ausmachend und integratio - Wiederherstellung eines Ganzen. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich aus diesen Wurzeln heraus im Deutschen das Wort Integration.
Der Migrationssoziologe Esser beschreibt Integration ganz allgemein als den „Zusammenhalt von Teilen in einem ‚systemischen’ Ganzen, gleichgültig zunächst worauf dieser Zusammenhalt beruht. Dabei dürfen die Teile nicht wegzudenken sein, müssen sozusagen ein ‚integraler’ Bestandteil des Ganzen sein“. Als Gegenbegriff zu Integration beschreibt Esser die Segmentation. Die Teile stehen beziehungslos nebeneinander und bilden insofern auch kein identifizierbares System.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung von Zuwanderung und Integration im politischen Diskurs dar und skizziert die Zielsetzung der Arbeit, den Beitrag der Integrationskurse empirisch zu untersuchen.
2 Zum Begriff der Integration: Dieses Kapitel erläutert migrationssoziologische Modelle und staatliche Integrationsverständnisse, um eine theoretische Basis für die Untersuchung der Integrationskurse zu schaffen.
3 Aktuelle Zuwanderungsprozesse in Deutschland: Hier werden Zuwanderungsaspekte und die verschiedenen Zuwanderungsgruppen differenziert betrachtet, um die Zielgruppe der Integrationskurse einzugrenzen.
4 Darstellung der Integrationskurse: Dieses Kapitel präsentiert das Konzept, die Zielgruppen sowie den angedachten Beitrag und die Kritik an den staatlich initiierten Integrationskursen.
5 Empirischer Teil: Der empirische Teil untersucht die Zuwanderungssituation in Sachsen und Dresden sowie die subjektive Wahrnehmung der Integrationskurse durch Teilnehmende und Kursleitende.
6 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick: Diese Zusammenfassung fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige Anpassungen in der Integrationspolitik.
Integration, Zuwanderungsgesetz, Integrationskurse, Migration, Migrationssoziologie, Sprachkurs, Orientierungskurs, Fördern und Fordern, soziale Integration, Teilhabegerechtigkeit, qualitative Forschung, Migranten, Zuwanderung, Bildungsstand, Arbeitsmarkt
Die Arbeit analysiert, ob und wie die Integrationskurse des neuen Zuwanderungsgesetzes den Integrationsprozess von Migranten in Deutschland tatsächlich unterstützen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Integration, die aktuelle Zuwanderungssituation in Deutschland sowie die spezifische Ausgestaltung und Evaluation staatlicher Integrationsmaßnahmen.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, welchen praktischen Beitrag die Integrationskurse leisten, basierend auf der subjektiven Wahrnehmung der direkt betroffenen Teilnehmenden und Kursleitenden.
Die Untersuchung nutzt eine qualitative, leitfadengestützte Interviewmethode, um tiefere Einblicke in die Erfahrungen und Ansichten der Beteiligten zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Integrationsmodelle und einen empirischen Teil, der die Situation in Sachsen/Dresden untersucht und Interviewergebnisse auswertet.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Integration, Zuwanderungsgesetz, Integrationskurse, Soziologie und die subjektive Teilhabegerechtigkeit.
Dresden dient als spezifischer Untersuchungsraum, um die regionale Zuwanderungssituation und die dortige praktische Durchführung und Akzeptanz der Integrationskurse empirisch zu erfassen.
Die meisten befragten Kursleitenden und Teilnehmenden kritisieren das Prinzip als teilweise kontraproduktiv und paternalistisch, da es Zuwanderer oft als passives Objekt staatlicher Sanktionen statt als selbstbestimmte Akteure behandelt.
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