Magisterarbeit, 2006
113 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Versuch einer Annäherung an die literarische Komik
3 Die Gattungen des Komischen
3.1 Humoristisches
3.2 Witz
3.3 Satire
3.4 Nonsens
3.5 Parodie
3.6 Travestie
4 Exkurs: Kritik des Begriffs der literarischen Hochkomik
5 Rhythmus, Reim und Komik
6 Die Parodie bei Bernstein
6.1 Parodien konkreter Textvorlagen
6.2 Parodien von Stilen und Gattungen
7 Metapoesie bei Bernstein
7.1 Dichtung und Dichten als Thema
7.2 Metapoetische Bildgedichte
8 Resümee
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die literarische Komik in den parodistischen und metapoetischen Gedichten F. W. Bernsteins unter Einbeziehung neuerer literaturwissenschaftlicher Ansätze zu analysieren, wobei die Komik als eigenständige ästhetische Haltung begriffen wird.
Die Gattungen des Komischen
Das Komische ist keine Gattung für sich, sondern kann nur als Wirkung in Texten unterschiedlicher Gattungen enthalten sein. Die fünf wichtigsten Gattungen des Komischen sind Witz, Satire, Nonsens, Parodie und Travestie. Mir ist bewusst, dass Satire, Parodie und Travestie häufig nicht als Gattungen, sondern als Sprechweisen bezeichnet werden, da sie jeweils durch keine gemeinsame äußere Form oder inhaltliche Themensetzung zu bestimmen sind. Vielmehr ist es charakteristisch für sie, dass sie sich der Gestalt jeder beliebigen Textsorte anpassen und daher als polymorph bezeichnet werden können. Ein parodistisches Sonett gehört daher sowohl der Gattung Sonett als auch dem Bereich der Parodie an. Ich verwende jedoch den Terminus Gattung, da Texte der Satire, Parodie und Travestie bestimmte operative Merkmale aufweisen, die ihre Zusammengehörigkeit als Gruppe rechtfertigen. Und was ist eine Gattung anderes als „eine Gruppe von Texten mit gemeinsamen Merkmalen“? Genau diese Merkmale gilt es herauszustellen.
1 Einleitung: Erläuterung der Relevanz komischer Texte und Vorstellung des Forschungsziels: Die Untersuchung der Komik in Bernsteins Lyrik als ästhetische Haltung.
2 Versuch einer Annäherung an die literarische Komik: Kritische Reflexion über Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Definition von Komik und deren Abgrenzung vom Lachen.
3 Die Gattungen des Komischen: Systematische Differenzierung und Definition der fünf zentralen Gattungen (Witz, Satire, Nonsens, Parodie, Travestie) für die spätere Textanalyse.
4 Exkurs: Kritik des Begriffs der literarischen Hochkomik: Auseinandersetzung mit dem Begriff der "Hochkomik" und Begründung, warum dieser für die vorliegende Untersuchung nicht zielführend ist.
5 Rhythmus, Reim und Komik: Analyse der Bedeutung von traditionellen Formelementen wie Reim und Rhythmus als Voraussetzung für komische Effekte und Regelbrüche.
6 Die Parodie bei Bernstein: Untersuchung der parodistischen Verfahrensweisen Bernsteins bei konkreten Textvorlagen sowie bei Stilen und Gattungen.
7 Metapoesie bei Bernstein: Analyse reflexiver Gedichte Bernsteins, die das Dichten selbst zum Thema machen, einschließlich visueller Bildgedichte.
8 Resümee: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse zur komischen Verfahrensweise in Bernsteins Lyrik.
F. W. Bernstein, Literaturwissenschaft, Komik, Parodie, Nonsens, Satire, Metapoesie, Bildgedichte, literarische Analyse, Komische Diskrepanz, Reim, Rhythmus, Neue Frankfurter Schule, Poetik, Literaturtheorie
Die Arbeit untersucht die literarische Komik im lyrischen Werk von F. W. Bernstein, insbesondere seine parodistischen und metapoetischen Texte.
Im Mittelpunkt stehen die Gattungen des Komischen, die technische Gestaltung komischer Wirkungen durch Formelemente wie Reim und Rhythmus sowie die Analyse spezifischer parodistischer Strategien.
Ziel ist es, Bernsteins Texte auf ihre Relevanz für die moderne Dichtung zu prüfen und die in ihnen enthaltene Komik nicht nur als Ziel, sondern als ästhetische Haltung zu beschreiben.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Komikanalyse angewandt, die auf einem provisorischen Begriffsinventarium (u.a. komische Diskrepanz) basiert, um Verfahrensweisen und Wirkungen zu dekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Parodien (konkrete Vorlagen sowie Stile/Gattungen) und die Untersuchung der Metapoesie, inklusive experimenteller Bildgedichte.
Wichtige Begriffe sind komische Diskrepanz, Niveauverweigerung, Nonsens, Metapoesie und das Spiel mit dem literarischen Kulturgut.
Der Begriff wird als elitär, tautologisch und hierarchisierend kritisiert, was dem Ziel einer neutralen Komikanalyse widerspricht.
Sie dient als Kontext für Bernsteins Arbeitsweise, wobei insbesondere die Verschiebung von zweckgerichteter Satire hin zu "reiner Komik" hervorgehoben wird.
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