Examensarbeit, 2007
123 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das ältere Rosenkreuzertum des 17. Jahrhunderts- Historischer und geistesgeschichtlicher Kontext
2.1 Der Autor Johann Valentin Andreae
2.1.1 Literarischer Ursprung- Die Ursprungslegende „Fama Fraternitatis“
2.2.1 Die Symbole „Kreuz“ und „Rose“
3. Die Gold- und Rosenkreuzer des 18. Jahrhunderts
3.1 Zur Tradition der Gold- und Rosenkreuzer
3.2 Die Organisation des Ordens
3.2.1 Struktur und Mitgliedschaft
3.2.2 Rituale
3.2.3 Lehre und Ziele
4. Die neuen Rosenkreuzer
4.1 Der Antiquus Mysticus Ordo Rosae Crucis- A.M.O.R.C.
4.1.1 Tradition und Selbstverständnis
4.1.2 Aufbau und Lehre
4.2 Rudolf Steiners Rosenkreuzerideen
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und strukturelle Entwicklung der Rosenkreuzer von ihren literarischen Anfängen im 17. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart. Das primäre Ziel ist es, die Weltanschauung dieses Mysterienbundes zu entschlüsseln, die oft auf oberflächlichem Wissen basiert, und dabei die Frage zu klären, inwiefern die Gruppierung tatsächlich in einer christlichen Tradition verwurzelt ist und wie sie ihre Ziele über die Jahrhunderte angepasst hat.
2.1.1 Literarischer Ursprung- Die Ursprungslegende „Fama Fraternitatis“
Die „Fama Fraternitatis“ erschien im Jahr 1614 in Kassel erstmals in gedruckter Form. Nachdem schon Jahre zuvor handschriftliche Vervielfältigungen in Umlauf waren, wurde sie mit dem Titel „Fama Fraternitatis, Des löblichen Ordens des Rosenkreutzes/ an alle Gelehrte und Häupter Europae geschrieben“, in einem Sammelband neben dem Traktat „Allgemeine und General Reformation der gantzen weiten Welt“ veröffentlicht. Als Verfasser der „Fama“ konnte Johann Valentin Andreae erst nachträglich ausgemacht werden. Ursprünglich ist sie anonym erschienen. Ob Andreae allerdings auch an der Herausgabe beteiligt war, ist ungeklärt und ließe nur bloße Spekulationen zu.
Veröffentlichungen ohne Angaben zum Verfasser waren zur Zeit der strengen Kirchenobservanz zwar keine Seltenheit, lassen sich in diesem Fall jedoch nicht als entscheidende Begründung für eine anonyme Herausgabe anführen. Die fehlende Autorangabe verfolgte ebenso wie die Sammelbandpublikation eine bestimmte Wirkabsicht. Während die anonyme Veröffentlichung den „Geheimnischarakter“ des Werkes bestärken sollte, zielte die gemeinsame Veröffentlichung von „Generalreformation“ und „Fama“ darauf ab, den Leser mit Zusammenhängen vertraut zu machen und grundsätzliche Standpunkte zu vermitteln, die über den eigentlichen Inhalt des Werkes hinausgingen.
In der Forschung ist man sich heute weitgehend einig darüber, dass Andreae die Idee zur „Fama“ gemeinsam mit seinen Tübinger Freunden entwickelte. Die erste schriftliche Fixierung fällt daher bereits in die Jahre vor 1610. Geht man davon aus, dass insbesondere Andreaes Gefährten Tobias Hess und Abraham Hölzl an der Verschriftung mitgewirkt haben, lässt sich die Abfassung in die Zeit ihrer Freundschaft datieren, die nicht vor die Jahre 1609/11 fällt. Mit der Intention, einen öffentlichen Diskurs anzustoßen, konzipierte der Tübinger Kreis ein Werk, das die Gesellschaft, insbesondere die Gelehrten, wie schon der Titel deutlich macht, zu einer unmittelbaren Stellungnahme zum behandelten Gegenstand aufforderte.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema ein, skizziert die methodische Vorgehensweise und formuliert die grundlegende Forschungsfrage nach der historischen und strukturellen Entwicklung des Rosenkreuzerordens.
2. Das ältere Rosenkreuzertum des 17. Jahrhunderts- Historischer und geistesgeschichtlicher Kontext: Das Kapitel beleuchtet die religiösen, politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der Zeit, die den Nährboden für die ersten Rosenkreuzermanifeste bildeten.
3. Die Gold- und Rosenkreuzer des 18. Jahrhunderts: Hier wird die Wiederbelebung und Organisation der Rosenkreuzer im 18. Jahrhundert, ihre hierarchische Struktur und ihre enge Verflechtung mit der Freimaurerei analysiert.
4. Die neuen Rosenkreuzer: Dieser Teil widmet sich dem modernen Rosenkreuzertum, exemplarisch dargestellt durch den A.M.O.R.C., sowie den spezifischen Rosenkreuzerideen Rudolf Steiners.
5. Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass es keinen einheitlichen Rosenkreuzerorden gibt, sondern vielmehr verschiedene, epochenspezifische Strömungen mit unterschiedlichen Ideologien.
Rosenkreuzer, Fama Fraternitatis, Johann Valentin Andreae, Gold- und Rosenkreuzer, Mysterienbund, Alchemie, Symbolik, A.M.O.R.C., Rudolf Steiner, Geheimgesellschaft, Reformation, Esoterik, Hermetik, Initiationsritus, Aufklärung.
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die ideologischen Hintergründe und die strukturelle Organisation der Rosenkreuzerbewegung von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis in die Moderne.
Zu den zentralen Themen gehören die Analyse der klassischen Manifeste, die Bedeutung alchemistischen und hermetischen Wissens, die hierarchische Struktur späterer Ordensgründungen sowie der Einfluss moderner esoterischer Strömungen.
Das Ziel ist es, das Phänomen der Rosenkreuzer jenseits von Legenden zu erfassen und die Frage zu klären, wie sich eine Gruppierung, die vorgibt, in einer christlichen Tradition zu stehen, historisch und ideologisch gewandelt hat.
Die Arbeit basiert auf einer chronologischen Aufarbeitung der Ordenshistorie, einer Textanalyse der rosenkreuzerischen Schriften sowie einer historisch-kontextuellen Einordnung der verschiedenen Strömungen.
Im Hauptteil werden die Schriften von Johann Valentin Andreae, die Struktur der Gold- und Rosenkreuzer des 18. Jahrhunderts und die Konzepte moderner Organisationen wie des A.M.O.R.C. und Rudolf Steiners detailliert dargestellt.
Rosenkreuzer, Fama Fraternitatis, Johann Valentin Andreae, Gold- und Rosenkreuzer, Alchemie, Symbolik und A.M.O.R.C. sind zentrale Begriffe, die den Inhalt der Untersuchung maßgeblich prägen.
Sie gilt als die wichtigste Grundschrift der Rosenkreuzerbewegung und als das Werk, mit dessen Veröffentlichung der Mythos der Rosenkreuzer im 17. Jahrhundert geboren wurde.
Im 18. Jahrhundert transformierten sich die Rosenkreuzer in eine streng hierarchische, geheimhaltungsorientierte Organisation, die enge Verbindungen zur Freimaurerei pflegte und politisch in Preußen Einfluss nahm.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

