Diplomarbeit, 1998
96 Seiten, Note: 2,0
PROBLEMSTELLUNG UND GANG DER UNTERSUCHUNG
1. TEIL: THEMATIK
A. Die Außenprüfung gem. §§ 193 - 207 AO als besonderes Verfahren der Sachaufklärung
I. Abgrenzung von Einzelermittlungsmaßnahmen i. S. d. §§ 93 ff. AO
II. Außenprüfung bei Kreditinstituten gem. § 193 Abs. 1 AO
B. Steuerfahndungsermittlungen gem. § 208 AO
I. Aufgaben und Befugnisse der Steuerfahndung gem. §§ 208, 404 AO
II. Das Verhältnis des Besteuerungs- zum Strafverfahren
III. Steuerfahndungsermittlungen gem. § 208 AO bei Banken
2. TEIL: KONTROLLMITTEILUNGEN GEM. § 194 ABS. 3 AO
A. Systematische Grundlagen des Instituts der Kontrollmitteilungen
I. Begriff und Zweck der Kontrollmitteilungen
II. Besonderheiten der Stellung des Steuerpflichtigen
B. Zulässigkeit von Kontrollmitteilungen
I. Recht auf informationelle Selbstbestimmung
II. Das Steuergeheimnis gem. § 30 AO
C. Kontrollmitteilungen anläßlich einer steuerlichen Außenprüfung
I. Rechtsgrundlage und Tatbestand
II. Feststellungen von Kontrollmitteilungen
1. Der Begriff der Feststellung
2. Feststellungen anläßlich einer Außenprüfung
3. Feststellung von Verhältnissen
4. Feststellungen hinsichtlich anderer Personen
III. Die Zulässigkeit der Fertigung
1. Verbot der systematischen Erfassung aller Geschäftsvorfälle
2. Rechtslage
3. Untersuchung des Wortlauts
4. Untersuchung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung
5. Untersuchung des Selbstveranlagungsprinzips gem. § 150 Abs. 1 S. 2 AO
6. Untersuchung des § 201 RAO
7. Bedingungen für die Fertigung
3. TEIL: DAS BANKGEHEIMNIS IM STEUERRECHT
A. Entstehung und Entwicklung des § 30a AO
I. Die gesetzlichen Bestimmungen bis zur Reichsabgabenordnung 1919
II. Die gesetzlichen Bestimmungen unter Geltung der Reichsabgabenordnung 1919
III. Der Bankenerlaß 1949
IV. Der Bankenerlaß 1979
V. Das Steuerreformgesetz 1990
VI. Das Zinsabschlaggesetz 1992
VII. Entwicklungstendenzen auf Europäischer Ebene
B. Der rechtliche Stellenwert des Bankgeheimnisses
I. Der Begriff des Bankgeheimnisses
II. Umfang und Gegenstand des Bankgeheimnisses
III. Die Rechtsgrundlagen des Bankgeheimnisses
1. Verfassungsrechtliche Grundlagen
a) Grundrechte des Kunden
b) Grundrechte der Bank
2. Zivilrechtliche Grundlagen
3. Strafrechtlicher Schutz
4. Arbeitsrechtlicher Schutz
IV. Das sogenannte Bankgeheimnis im Steuerrecht
1. Grundsätzliche Bedeutung
2. Einschränkungen der finanzbehördlichen Prüfungsrechte durch § 30a AO
a) Untersuchung des § 30a Abs. 1 AO
b) Verbote und Einschränkungen
V. Durchbrechungen des sogenannten Bankgeheimnisses im Steuerrecht
1. Steuerliche Auskunftserteilung der Bank in Einzelfällen
2. Auskunftsersuchen bei Ermittlungen der Steuerfahndung
3. Anzeigepflicht der Kreditinstitute gem. § 33 ErbStG
4. Auswertung von Mitteilungen gem. § 45 d EStG
4. TEIL: KONTROLLMITTEILUNGEN IM BANKBEREICH
A. Die Interpretation des § 30a Abs. 3 AO in der Rechtsprechung
I. Das Urteil des Bundesverfassungsgericht vom 27.6.1991
1. Vorgeschichte
a) Das Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 5.5.1986
b) Das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 20.6.1989
3. Wesentliche Aussagen
II. Das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 18.2.1997
1. Vorgeschichte
2. Wesentliche Aussagen
3. Anmerkungen zum Urteil
III. Der Beschluß des Bundesfinanzhofs vom 28.10.1997
1. Vorgeschichte
2. Wesentliche Aussagen
3. Unterschiede zur Parallelentscheidung vom 18.2.1997
4. Anmerkungen zum Beschluß
IV. Weitere Urteile der Finanzgerichte zur Zinsbesteuerung
B. Kontrollmitteilungen gem. § 30a Abs. 3 AO
I. Die einzelnen Tatbestandsmerkmale des § 30a Abs. 3 AO
1. Überblick
2. Begriff des Kontos und Depots
a) Definitionen
b) Personenbezogene Konten
c) Betriebsinterne Konten
d) CpD-Konten
e) Sonderfall: Zwischenkonten
3. Zulässigkeit von Kontrollmitteilungen
II. Rechtfertigungsgründe für die Regelung des § 30a Abs. 3 AO
1. Kapitalmarktpolitische Gründe
2. Vertrauensverhältnis zwischen Kreditinstitut und Kunden
3. Rechtsstaatliche Erwägungen
5. TEIL: VERWERTUNG VON KONTROLLMITTEILUNGEN NACH EINER AUßENPRÜFUNG BEI EINER BANK
A. Auswertung von Kontrollmitteilungen gegenüber Kunden
I. Auswertung von Kontrollmitteilungen
II. Auswertung von Kontrollmitteilungen im Besteuerungsverfahren
III. Korrektur der Steuerbescheide aufgrund von Kontrollmitteilungen
B. Rechtsschutz gegen die Fertigung und Verwertung von Kontrollmitteilungen
I. Verwertungsverbot rechtswidrig erlangter Kenntnisse
II. Rechtliche Maßnahmen gegen Kontrollmitteilungen
1. Einordnung von Kontrollmitteilungen
2. Rechtsmöglichkeiten der Kreditinstitute
3. Rechtsmöglichkeiten der Bankkunden
AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Verwertung von steuerrelevanten Ermittlungsergebnissen, die bei Kreditinstituten im Zuge von Außenprüfungen gewonnen wurden, gegenüber deren Bankkunden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der rechtlichen Zulässigkeit und Verwertung von sogenannten Kontrollmitteilungen unter Berücksichtigung des § 30a AO, der das Verhältnis zwischen Finanzbehörden und Kreditinstituten reguliert.
Die Außenprüfung gem. §§ 193 - 207 AO als besonderes Verfahren der Sachaufklärung
Die Außenprüfung i. S. d. §§ 193 - 207 AO ist ein spezielles Verwaltungsverfahren zur Erfüllung der den Finanzbehörden in § 85 AO gesetzten Aufgabe. Im Unterschied zu gezielten Einzelermittlungen i. S. d. §§ 93 ff. AO ist die Außenprüfung keine Einzelfall- oder Einzelfrageprüfung, da es bei ihr um die systematische Überprüfung eines steuerlichen Sachzusammenhangs geht. Somit liegt der Unterschied zu sonstigen Ermittlungsmaßnahmen in der Intensität und dem Umfang der Ermittlungen. Als Außenprüfung müssen alle unter einer entsprechenden Prüfungsanordnung gem. § 196 AO durchgeführten Ermittlungen, darüber hinaus aber auch solche Ermittlungsmaßnahmen der Finanzbehörden angesehen werden, die auf eine umfassende und zusammenhängende Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen gerichtet sind.
An eine Außenprüfung sind folgende Rechtsfolgen gekoppelt: die Sperrwirkung des § 371 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a AO für Selbstanzeigen bei Steuerhinterziehung gem. § 370 AO, die Ablaufhemmung der Festsetzungsfrist gem. § 171 Abs. 4 S. 1 AO, die Änderungssperre gem. § 173 Abs. 2 S. 1 AO, die Aufhebung des Nachprüfungsvorbehalts gem. § 164 Abs. 3 S. 3 AO, die Möglichkeit einer verbindlichen Zusage gem. § 204 AO und erhöhte Mitwirkungspflichten gem. § 200 AO.
PROBLEMSTELLUNG UND GANG DER UNTERSUCHUNG: Die Arbeit erläutert das Ziel, die Verwertbarkeit von steuerlichen Erkenntnissen aus Bankprüfungen gegenüber Kunden zu analysieren und den rechtlichen Rahmen sowie die aktuelle Rechtsprechung aufzuarbeiten.
1. TEIL: THEMATIK: Dieses Kapitel definiert die Außenprüfung als systematisches Ermittlungsverfahren und grenzt sie von Einzelermittlungen ab, während es zudem die steuerfahndungsrechtlichen Befugnisse bei Banken darstellt.
2. TEIL: KONTROLLMITTEILUNGEN GEM. § 194 ABS. 3 AO: Hier werden die Grundlagen und die Zulässigkeit von Kontrollmitteilungen erörtert, insbesondere unter dem Aspekt des Datenschutzes, des Steuergeheimnisses und der Anforderungen an Feststellungen im Rahmen einer Außenprüfung.
3. TEIL: DAS BANKGEHEIMNIS IM STEUERRECHT: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des § 30a AO nach und analysiert den rechtlichen Stellenwert sowie die verfassungsrechtlichen und zivilrechtlichen Grundlagen des Bankgeheimnisses.
4. TEIL: KONTROLLMITTEILUNGEN IM BANKBEREICH: Das Kernstück der Arbeit interpretiert § 30a Abs. 3 AO durch die Analyse wegweisender BFH- und BVerfG-Urteile und untersucht die Tatbestandsmerkmale sowie Rechtfertigungsgründe dieser speziellen Regelung.
5. TEIL: VERWERTUNG VON KONTROLLMITTEILUNGEN NACH EINER AUßENPRÜFUNG BEI EINER BANK: Der letzte Teil befasst sich mit der konkreten Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse im Besteuerungsverfahren sowie den Rechtsschutzmöglichkeiten für die betroffenen Institute und Kunden.
Außenprüfung, Bankgeheimnis, Kontrollmitteilung, § 30a AO, Steuerfahndung, Kapitalertragsteuer, Zinsbesteuerung, Finanzbehörden, Steuerehrlichkeit, Rechtschutz, informationelle Selbstbestimmung, Steuergeheimnis, Steuerverkürzung, Kreditinstitute, Verwertungsverbot.
Die Arbeit analysiert die rechtliche Zulässigkeit und praktische Vorgehensweise bei der Verwertung von steuerlichen Ermittlungsergebnissen, die bei Außenprüfungen in Kreditinstituten gewonnen werden, gegenüber deren Bankkunden.
Im Zentrum stehen die Außenprüfung nach der Abgabenordnung, die Funktion und Zulässigkeit von Kontrollmitteilungen, der rechtliche Status des Bankgeheimnisses sowie der Rechtsschutz für betroffene Banken und Kunden.
Das Hauptziel besteht darin, zu klären, inwieweit das Bankgeheimnis die Befugnisse der Finanzbehörden zur Auswertung von Daten einschränkt und wie sich die jüngste Rechtsprechung auf die Anfertigung von Kontrollmitteilungen auswirkt.
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Untersuchung, die auf einer umfassenden Analyse von Gesetzen, Verordnungen, Verwaltungsanweisungen und der einschlägigen höchstrichterlichen Rechtsprechung (BFH, BVerfG) basiert.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des Bankgeheimnisses, die spezifische Interpretation des § 30a Abs. 3 AO in der Rechtsprechung sowie die verschiedenen Fallkonstellationen zur Zulässigkeit von Kontrollmitteilungen bei Banken.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Bankgeheimnis, Kontrollmitteilung, Außenprüfung, Steuerfahndung, Zinsbesteuerung und Rechtsschutz beschreiben.
Die Arbeit beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen dem staatlichen Auftrag zur effektiven Besteuerung (§ 85 AO) und dem Schutzbedürfnis des Bankkunden durch die informationelle Selbstbestimmung und das Bankgeheimnis.
Der Autor beobachtet eine kontroverse Entwicklung, in der einerseits das faktische Ende des steuerlichen Bankgeheimnisses durch weitreichende Auslegungen diskutiert wird, während andererseits die Praxis weiterhin unter den Einschränkungen durch § 30a AO leidet.
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