Diplomarbeit, 2007
124 Seiten, Note: 1,0
1. Vorwort
2. Einleitung
3. MigrantInnen im deutschen Bildungssystem
4. Methodische Grundlagen
4.1 Interviewdesign
4.2 Das biographisch-narrative Interview
5. Fallstudie – Sibel
5.1 Ein biographisches Portrait
5.2 Verlaufsprotokoll „Sibel“: Zusammenfassung von formaler Struktur und thematischem Verlauf
5.3 Analyse der Kernstellen (Wissensanalyse) - Sibel
6. Fallstudie – Riza
6.1 Ein biographisches Portrait
6.2 Verlaufsprotokoll „Riza“: Zusammenfassung von formaler Struktur und thematischem Verlauf
6.3 Analyse der Kernstellen (Wissensanalyse) - Riza
7. Migration als Bildungsressource
7.1 Ressourcenaspekte in der Biographie von Sibel - Zusammenfassung der wesentlichen Befunde unter besonderer Berücksichtigung des Forschungsschwerpunktes „Migration als Bildungsressource“
7.2 Ressourcenaspekte in der Biographie von Riza – Zusammenfassung der wesentlichen Befunde unter besonderer Berücksichtigung des Forschungsschwerpunktes „Migration als Bildungsressource“
7.3 Fazit – Vergleich der Biographien „Sibel“ und „Riza“
8. Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht im Rahmen der qualitativen erziehungswissenschaftlichen Migrationsforschung, welche besonderen Ressourcen junge Menschen mit Migrationshintergrund entwickeln, um eine erfolgreiche Bildungskarriere im deutschen System zu realisieren, mit dem Ziel, unentdeckte (Bildungs-)Potentiale sichtbar zu machen.
3. MigrantInnen im deutschen Bildungssystem
Trotz einer abduktiven Forschungslogik (vgl. Jakob 1997, S. 454f) ist ein Kontextwissen erstens für den Prozess der Theoriebildung und zweitens für die Plausibilisierung der Auswahl der Untersuchungsfälle wichtig. Thematisches Vorwissen ist notwendig, um die theoretische Sensibilität zu schärfen. Deshalb möchte ich im Folgenden einen Überblick über die aktuellen Erkenntnisse und Fakten zum Thema „Migranten im deutschen Bildungssystem“ geben. Hierbei stütze ich mich insbesondere auf die Ergebnisse der PISA-Studie (vgl. Stanat et al. 2000).
Bildung ist die zentrale Ressource für die Teilnahme am ökonomischen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben. Besonders in Zeiten eines gesättigten Arbeitsmarktes und Stellenknappheit ist eine erfolgreiche Bildungskarriere der Schlüssel zu einem ökonomisch gesicherten, aber auch persönlich befriedigenden Leben, wobei dies nur als eine Variable betrachtet werden kann. Denn neben bildungsbezogenen Aspekten sind auch Familie, soziale Herkunft und das geerbte kulturelle Kapital wichtige Ressourcen für Lebenschancen (vgl. Geißler 2002, S. 342ff).
Spätestens seit PISA ist es amtlich - trotz formaler Gleichstellung der Mehrzahl der MigrantInnen mit Deutschen, besteht beim Zugang zu Bildungseinrichtungen in der Realität jedoch ein beträchtliches Gefälle zwischen Kindern und Jugendlichen deutscher und nichtdeutscher Herkunft. Neben PISA haben auch andere Schulleistungsstudien Unterschiede in den kognitiven Kompetenzen, den Übergangsempfehlungen und der besuchten Sekundarschulart aufgedeckt. Neben Belgien, Ungarn und der Schweiz hat insbesondere Deutschland in punkto Chancengleichheit im Bildungssystem am schlechtesten abgeschnitten (vgl. Bildungsbericht 2006. S. 137f)
1. Vorwort: Danksagung an die Informanten und Betreuer der Arbeit.
2. Einleitung: Vorstellung des Forschungsschwerpunktes „Migration als Bildungsressource“ und Darlegung des Aufbaus der Diplomarbeit.
3. MigrantInnen im deutschen Bildungssystem: Überblick über aktuelle Erkenntnisse zu Bildungschancen und Chancenungleichheit unter Berücksichtigung von PISA-Ergebnissen.
4. Methodische Grundlagen: Erläuterung des Forschungsdesigns basierend auf der Grounded Theory und Beschreibung des biographisch-narrativen Interviews nach Schütze.
5. Fallstudie – Sibel: Portrait, Verlaufsprotokoll und Analyse der Kernstellen der Biographie von Sibel.
6. Fallstudie – Riza: Portrait, Verlaufsprotokoll und Analyse der Kernstellen der Biographie von Riza.
7. Migration als Bildungsressource: Zusammenfassende Analyse der Ressourcenaspekte beider Fälle sowie ein vergleichendes Fazit.
8. Ausblick: Diskussion weiterer Forschungsmöglichkeiten und Limitationen der Arbeit.
Migration, Bildungsressource, Bildungsbiographien, Migrationshintergrund, Erziehung, Qualitative Sozialforschung, Narratives Interview, Chancengleichheit, Bildungsaufstieg, Fallstudie, Integration, Soziale Herkunft, Identität, Identitätsbildung, Ressourcenorientierung.
Die Arbeit untersucht, wie junge Menschen mit Migrationshintergrund, die im deutschen Bildungssystem erfolgreich waren, ihren Werdegang gestaltet haben und welche Ressourcen (kulturell, familiär, sozial) sie dabei unterstützt haben.
Die Themenfelder umfassen die Bildungsbiographien von Migranten, die Rolle des familiären Umfelds, den Einfluss von Erziehung, institutionelle Diskriminierung und die Nutzung von Ressourcen zur Bewältigung von Bildungsbarrieren.
Das Ziel ist es, das unentdeckte Bildungspotential innerhalb von Migrationsbiographien aufzuzeigen, anstatt nur Defizitperspektiven einzunehmen.
Die Arbeit nutzt die qualitative Forschungsmethode des biographisch-narrativen Interviews nach Fritz Schütze in Kombination mit der Grounded Theory zur Auswertung.
Der Hauptteil konzentriert sich auf zwei detaillierte Fallstudien von jungen Erwachsenen (Sibel und Riza), deren Lebensgeschichten hinsichtlich ihrer Bildungswege und Ressourcen systematisch analysiert werden.
Wichtige Begriffe sind Migration als Bildungsressource, qualitative Migrationsforschung, Identitätsbildung, soziale Unterstützung und Bildungsbiographien.
Sowohl Sibel als auch Riza schreiben ihrer Erziehung zur Selbständigkeit eine zentrale Rolle zu, da diese sie befähigte, Verantwortung zu übernehmen und sich früh in verschiedenen sozialen Kontexten zurechtzufinden.
Beide Fallbeispiele fungieren in ihrem sozialen Umfeld als Kulturvermittler oder Ansprechpartner, was sie als Ressource nutzen, um zwischen ihren verschiedenen Identitäten (Herkunftskultur und Aufnahmegesellschaft) zu balancieren.
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