Diplomarbeit, 2006
69 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Definition und Begriffseinordnung
2.2 Wesentliche Bestandteile von Wandelanleihen
2.2.1 Anleihekomponenten
2.2.2 Umtauschrechtskomponenten
2.3 Vor- und Nachteile von Wandelanleihen
2.3.1 Emittentensicht
2.3.2 Investorensicht
2.4 Motive für die Begebung von Wandelanleihen
3 Steuerliche Behandlung aus Emittentensicht
3.1 Zeitpunkt der Begebung
3.1.1 Handelsbilanzielle Behandlung
3.1.1.1 Anleiheverbindlichkeit und Emissionskosten
3.1.1.2 Prämie für das Wandlungsrecht
3.1.1.2.1 Offenes Aufgeld
3.1.1.2.2 Verdecktes Aufgeld
3.1.2 Steuerbilanzielle Behandlung
3.1.2.1 Anleiheverbindlichkeit und Emissionskosten
3.1.2.2 Aufgeld als steuerpflichtiger Ertrag
3.1.2.3 Auffassung der Finanzverwaltung
3.1.2.4 Aufgeld als steuerneutrale Einlage
3.1.2.4.1 Einlage der Neugesellschafter
3.1.2.4.2 Einlage der Altgesellschafter
3.2 Zeitraum zwischen Begebung und Wandlung
3.2.1 Körperschaftssteuerliche Behandlung der Zinsen
3.2.2 Gewerbesteuerliche Behandlung der Zinsen
3.3 Wandlungszeitpunkt
3.4 Zeitraum nach der Wandlung
3.5 Wertung
4 Steuerliche Behandlung aus Investorensicht
4.1 Zeitpunkt der Begebung
4.1.1 Betrieblicher Investor
4.1.2 Privater Investor
4.2 Zeitraum zwischen Begebung und Wandlung
4.2.1 Betrieblicher Investor
4.2.1.1 Zinsen
4.2.1.2 Wertminderungen oder -steigerungen
4.2.1.3 Veräußerung der Anleihe
4.2.2 Privater Investor
4.2.2.1 Zinsen
4.2.2.2 Wertminderungen oder -steigerungen
4.2.2.3 Veräußerung der Anleihe
4.3 Wandlungszeitpunkt
4.3.1 Betrieblicher Investor
4.3.2 Privater Investor
4.4 Zeitraum nach der Wandlung
4.4.1 Betrieblicher Investor
4.4.1.1 Ausschüttungen
4.4.1.2 Veräußerung der Anteile
4.4.1.3 Wertzuschreibung
4.4.2 Privater Investor
4.4.2.1 Ausschüttungen
4.4.2.2 Veräußerung der Anteile
4.5 Wertung
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht die bilanzielle und steuerliche Behandlung von Wandelanleihen aus der Perspektive des Emittenten und des Investors, mit dem Ziel, die bestehenden Unklarheiten und rechtlichen Herausforderungen in diesem Finanzierungsbereich zu analysieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten.
2.1 Definition und Begriffseinordnung
Wandelanleihen, auch Convertible Bonds genannt, sind festverzinsliche Schuldverschreibungen, die dem Investor neben den üblichen Vermögensrechten eines Obligationärs wie der Verzinsung der Forderung und der Kapitalrückzahlung ein Wandlungsrecht gewähren. Das Wandlungsrecht bietet dem Inhaber einer Wandelanleihe zu einer von vornherein in den Anleihebedingungen bestimmten Wandelfrist die Möglichkeit, anstelle der Kapitalrückzahlung die Wandelanleihe nach bereits festgelegten Wandelbedingungen in Aktien des Emittenten der Wandelanleihe umzutauschen. Ökonomisch betrachtet ist der Eigentümer einer Wandelanleihe als aufschiebend bedingter Aktionär anzusehen. Im Fall der Wandlung geht die Wandelanleihe unter und der Investor verfügt an deren Stelle über Aktien, was für ihn einen rechtlichen Wechsel vom Gläubiger zum Aktionär und für den Emittenten den Übergang von einer zeitlich befristeten Fremdkapitalaufnahme in eine unbefristete Bereitstellung von Eigenkapital zur Folge hat.
Wandelanleihen werden oftmals als „Mezzanine Wertpapiere“ oder „Hybride Finanzinstrumente“ bezeichnet. Der Begriff „Mezzanine“ stammt aus dem Italienischen und bezeichnet in der Architektur ein Zwischengeschoss zwischen zwei Hauptstockwerken. Stellt man sich die Passivseite einer Bilanz als ein Gebäude vor, bei dem das Eigenkapital das Erdgeschoss und das Fremdkapital das Dachgeschoss darstellt, dann bildet das Mezzanine – Kapital das Zwischengeschoss, welches je nach Ausgestaltung des Mezzanine – Kapitals entweder mehr auf der Fremd- oder mehr auf der Eigenkapitalseite liegen kann. Mezzanine – Kapital lässt sich z.B. dadurch charakterisieren, dass es nur zeitlich befristet überlassen wird, hinsichtlich der Ausgestaltung seiner Vertragsbedingungen äußerst flexibel ist und die auf das Mezzanine – Kapital gezahlten Zinsen beim Emittenten als handels- und steuerrechtlicher Betriebsaufwand steuerlich abzugsfähig sind.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Wandelanleihen als Finanzierungsinstrument und skizziert die Problematik hinsichtlich ihrer steuerlichen und handelsrechtlichen Behandlung.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden Wandelanleihen definiert, ihre wesentlichen Bestandteile erläutert sowie Vor- und Nachteile aus Sicht von Emittenten und Investoren dargestellt.
3 Steuerliche Behandlung aus Emittentensicht: Dieser Abschnitt analysiert die bilanzielle und steuerliche Erfassung der Emission, insbesondere die Behandlung des Aufgeldes sowie die Behandlung von Zinsen während der Laufzeit.
4 Steuerliche Behandlung aus Investorensicht: Hier wird die steuerliche Situation des Investors differenziert nach betrieblichen und privaten Anlegern über die verschiedenen Phasen der Anleihe hinweg untersucht.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zur steuerlichen Behandlung des Aufgeldes beim Emittenten zusammen und resümiert die Unsicherheiten für Investoren.
Wandelanleihe, Convertible Bond, Mezzanine Kapital, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Wandlungsrecht, Aufgeld, Eigenkapital, Fremdkapital, Ertragsteuer, Kapitalrücklage, Teilwertabschreibung, Halbeinkünfteverfahren, Spekulationsfrist, Marktrendite.
Die Arbeit behandelt die handels- und steuerrechtliche Einordnung sowie die Besteuerung von Wandelanleihen in Deutschland.
Im Zentrum stehen die Bilanzierung und Besteuerung der Anleiheemission, die Einordnung des Wandlungsrechts sowie die steuerlichen Konsequenzen für Investoren bei verschiedenen Marktgegebenheiten.
Das Ziel ist die kritische Analyse der bestehenden steuerlichen Unsicherheiten und die Erarbeitung von Argumenten für eine sachgerechte steuerliche Behandlung der Wandelanleihe.
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche und steuerrechtliche Analyse, die auf der Auswertung aktueller Gesetze, BMF-Schreiben, Rechtsprechung und Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Emittenten- und Investorensicht, wobei jeweils die Phasen von der Begebung über die Haltedauer bis hin zur Wandlung und der Zeit danach analysiert werden.
Zu den Kernbegriffen zählen Wandelanleihe, Aufgeld, Einlage, Maßgeblichkeitsprinzip und Kapitalrücklage.
Die Kontroverse besteht darin, ob das Aufgeld als steuerpflichtiger Ertrag oder als steuerneutrale Einlage in die Kapitalrücklage zu behandeln ist, da die Rechtsprechung und Finanzverwaltung hierbei unterschiedliche Auffassungen vertreten.
Die Unterscheidung erfolgt maßgeblich hinsichtlich der Bilanzierungspflichten für betriebliche Investoren und der Anwendung unterschiedlicher Einkunftsarten sowie Haltefristen bei privaten Anlegern.
Es besteht ein Widerspruch zwischen der Finanzverwaltung, die den Wandlungszeitpunkt als Anschaffungszeitpunkt der Aktien sieht, und der Auffassung, dass die Haltedauer der Wandelanleihe auf die Spekulationsfrist anzurechnen ist.
Wandelanleihen werden als hybride Finanzinstrumente unter dem Begriff Mezzanine-Kapital eingeordnet, da sie Eigenschaften von Eigen- und Fremdkapital kombinieren.
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