Wissenschaftlicher Aufsatz, 1995
34 Seiten
Das Werk befasst sich mit dem Werk und der Rezeption des Literaturtheoretikers Roman Ingarden, der insbesondere für sein Schichtenmodell des literarischen Kunstwerks bekannt ist. Der Autor beleuchtet die Einzigartigkeit und den Einfluss von Ingardens Werk auf andere Kritiker und untersucht die Gründe für Ingardens relative Unbekanntheit in der deutschen Germanistik.
Das erste Kapitel beleuchtet Ingardens Werk durch die Brille anderer Kritiker und zeigt seine zentrale Bedeutung für die Entwicklung der Ästhetik und Literaturtheorie. Das zweite Kapitel geht der Frage nach, warum Ingardens Werk trotz seiner Bedeutung im akademischen Diskurs in der deutschen Germanistik nur wenig bekannt ist. Im dritten Kapitel wird Ingardens Schichtenmodell des Kunstwerks ausführlich dargestellt und mit dem Modell des Philosophen Nicolai Hartmann verglichen. Dieses Kapitel beleuchtet die verschiedenen Auffassungen der "tragenden Schicht" und die "schematisierten Ansichten" in Ingardens Modell. Kapitel 4 befasst sich mit den ontologischen Strukturgesetzen des Sprachkunstwerks, während Kapitel 5 Ingardens "Anti-Psychologismus" behandelt. Kapitel 6 setzt sich mit der Rezeption von Ingardens Werk im Kontext der Rezeptionsästhetik und der Literatursoziologie auseinander. In Kapitel 7 wird Ingardens Werte-Theorie und Morawskis Kritik daran beleuchtet. Kapitel 8 behandelt eine marxistische Kritik an Ingardens Werk. Kapitel 9 geht auf die Auseinandersetzung Ingardens mit Käte Hamburger ein. Kapitel 10 ordnet Ingardens Bemühungen in sein eigenes System der Ästhetik ein. Das elfte Kapitel bietet eine zusammenfassende Kritik an Ingardens Werk.
Die zentralen Themen des Buches sind die Ästhetik und Literaturtheorie. Der Fokus liegt auf dem Werk von Roman Ingarden, insbesondere seinem Schichtenmodell des literarischen Kunstwerks. Weitere wichtige Begriffe sind Nicolai Hartmann, Schichtenästhetik, Schichtenpoetik, Schichtentheorie, Sprachkunstwerk und Ontologie.
Ingarden beschreibt das literarische Kunstwerk als ein Gebilde aus vier Schichten: Wortlaute, Bedeutungseinheiten, schematisierte Ansichten und dargestellte Gegenständlichkeiten.
Es sind die Aspekte eines Gegenstandes, die im Text nur angedeutet werden und die der Leser in seiner Phantasie „ausfüllen“ muss (Konkretisation).
Obwohl Ingardens Modell detailreicher ist, gilt Nicolai Hartmanns Entwurf oft als ontologisch durchdachter. Ingarden blieb für viele Germanisten eher ein Name am Rande.
Ingarden betont, dass das Kunstwerk ein objektives Gebilde ist, das unabhängig von den psychischen Erlebnissen des Autors oder Lesers existiert.
Ingarden unterscheidet zwischen dem Kunstgegenstand (das Werk an sich) und dem ästhetischen Gegenstand (das vom Leser erfahrene Werk), was zu komplexen Debatten über die Objektivität von Werten führt.
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