Wissenschaftlicher Aufsatz, 1996
13 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Der Wandel unseres Kunstbegriffs
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Verhältnis zeitgenössischer Kunst zu unserem traditionellen Kunstbegriff mittels einer ontologisch-phänomenologischen Schichtenanalyse zu klären. Dabei steht die Untersuchung der Frage im Zentrum, ob eine Schichtung im Kunstwerk reduziert werden kann, ohne dessen Anspruch auf tiefergehende ästhetische Wirkung und Transparenz zu verlieren.
Die Realisation der Schichten in verschiedenartigen Gegenständen
Alle vier sind auf Material angewiesen, mit dem sie (im Unterschied zu abstrakten Konzepten) sozusagen „in der konkreten Welt verankert“ sind bzw. erscheinen können. Das Material der ersten beiden Gegenstände (Holz bzw. Ton) ist auf einfache Weise gegeben. Das gleiche gilt für die Töne der Musik. Das Material des Romans sind jedoch die Worte mit ihrem Sinngehalt (nicht Papier, Tinte, Schriftzeichen oder die menschliche Stimme in der Rezitation). Die Sprache ist bereits selbst „objektivierter Geist“ (Scheler). Das Erscheinungsverhältnis ist also in Literatur komplexer als in allen anderen Künsten und Gegenständen.
Alles Material aber treffen wir nur in einer bestimmten Ordnung an, besonders in geformten Gegenständen. In den letzteren ist es immer auf das Erscheinen der nächsten Schicht hin geformt. Diese Ordnung des Materials darf nicht mit der Formung jeder einzelnen Schicht verwechselt werden, auf die wir noch zurückkommen. Jedoch hängt diese Ordnung von beiden benachbarten Schichten ab: den Möglichkeiten des Materials (mit Eisen kann man z.B. keine Transparenzeffekte erzielen) und der Intention der nächsten Schicht. Da diese dritte Schicht nur in einer bestimmten Geordnetheit des Materials erscheinen kann, müssen wir diese Ordnung selbst als zweite Schicht ansehen, und nicht nur als eine Qualität der ersten (des Materials).
Der Wandel unseres Kunstbegriffs: Der Autor erläutert den historischen Wandel von der zweckgebundenen Kunst zur autonomen Kunst und führt das Konzept der Schichtenanalyse ein, um den heutigen, durch experimentelle Kunstformen unter Druck geratenen Kunstbegriff philosophisch neu zu fassen.
Schichtenästhetik, Kunstbegriff, Ontologie, Phänomenologie, Originalität, Ästhetik, Schichtenmodell, Roman, Musik, Gestaltung, Ausdruck, Struktur, Transparenz, Kunstwerk, Material
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zeitgenössischer Kunst zu unserem traditionellen Kunstbegriff und analysiert die ontologische Beschaffenheit des Kunstwerks.
Die zentralen Themen sind die Schichtenlehre nach Hartmann und Ingarden, die Abgrenzung von Gebrauchs- und Kunstgegenständen sowie die Problematik moderner Kunstformen.
Das Ziel ist es, durch eine schichtenanalytische Betrachtung zu klären, ob zeitgenössische Werke, die bewusst auf bestimmte Schichten verzichten, noch den Anspruch auf den Titel "Kunst" erheben können.
Es wird die ontologisch-phänomenologische Schichtenanalyse verwendet, um die verschiedenen Ebenen (Material, Ordnung, Gegenstand, Bewegung, Ausdruck etc.) eines Kunstwerks zu differenzieren.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Schichtenstruktur, dem Vergleich verschiedener Kunstarten und der kritischen Würdigung experimenteller Kunst.
Zu den prägenden Begriffen gehören Schichtenästhetik, Ontologie, Transparenz und der Wandel des Kunstbegriffs.
Während der Roman auf der sprachlichen Schicht als Bedeutungsträger basiert und komplexe psychologische Schicksalsschichten aufbaut, ist die Musik durch eine unmittelbare akustisch-motorische Wirkung geprägt, die ohne eine explizite Gegenstandsschicht auskommen kann.
Der Autor hinterfragt sie, weil sie oft den Anspruch auf tiefgründige gehaltliche Vermittlung erhebt, gleichzeitig aber durch die bewusste Auslassung notwendiger Schichten die Grundlage für diese Vermittlung zerstört.
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