Diplomarbeit, 2005
119 Seiten, Note: 1,3
1. Das Verhältnis von Musik und Theologie: Komposition als Ausdruck religiöser Verkündigung? – Eine Einleitung –
2. Johann Sebastian Bach
2.1 Das Leben des Musikers unter besonderer Berücksichtigung seines „musikalisch-theologischen“ Werdegangs
2.1.1 Eisenach (1685-1695)
2.1.2 Ohrdruf (1695-1700)
2.1.3 Lüneburg (1700-1702)
2.1.4 Weimar I (1703)
2.1.5 Arnstadt (1703-1707)
2.1.6 Mühlhausen (1707-1708)
2.1.8 Köthen (1717-1723)
2.1.9 Leipzig (1723-1750)
2.1.9.1 Leipzig I (1723-1729)
2.1.9.2 Leipzig II (1729-1741/1744)
2.1.9.3 Leipzig III (1745 - 1750)
2.2 Bach im Zeitalter des Barock
2.2.1 Der Barock als musikgeschichtlich-historische Epoche
2.2.2 Die Bedeutung Johann Sebastian Bachs im Barockzeitalter
2.3 Bach als Komponist und Theologe? – Zur Möglichkeit einer musikalisch-theologischen Deutung der bachschen Kompositionen
2.3.1 Anhaltspunkte im Leben und in den Werken Bachs als Gründe für eine theologische Beleuchtung des Komponisten und seiner Werke
2.3.1.1 Bach als gläubiger Christ
2.3.1.2 Bachs theologische Bibliothek
2.3.1.3 Das „Soli Deo Gratias“
2.3.2 Verhältnisbestimmung der Einzelwissenschaften: Musikwissenschaften und Theologie innerhalb theologischer Bachforschung
3. Die „Hohe Messe“
3.1 Die Entstehung der Messe
3.1.1 Die Entstehung der unterschiedlichen Messteile
3.1.2 Die „Hohe Messe“ – Einheitliches Werk oder Einzelkompositionen?
3.1.3 „Hohe Messe“ oder „h-moll Messe“ – Zur Entstehung der Begrifflichkeit
3.2 Einordnung der Messe in das Gesamtwerk Bachs
4. Das Credo der h-moll Messe
4.1 Einordnung in die Messe
4.2 Zum Text des Credos
4.2.1 Die Gliederung des Textes und der daraus entstehende musikalische Aufbau des Credos
4.2.2 Theologische Bedeutung des Textes
4.2.2.1 Credo in unum deum
4.2.2.2 Patrem omnipotentem, factorem coeli et terrae, visibilium omnium et invisibilium
4.2.2.3 Et in unum Dominum Jesum Christum, Filium Dei unigenitum et ex patre natum ante omnia saecula. Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero, genitum, non factum consubstantialem Patri, per quem omnia facta sunt. Qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de coelis.
4.2.2.4 Et incarnatus est de Spiritu sancto ex Maria virgine, et homo factus est.
4.2.2.5 Crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato, passus et sepultus est.
4.2.2.6 Et resurrexit tertia die secundum scripturas; et ascendit in coelum, sedet ad dexteram Dei Patris. Et iterum venturus est cum gloria judicare vivos et mortuos, cujus regni non erit finis.
4.2.2.7 Et in Spiritum sanctum Dominum et vivificantem, qui ex Patre Filioque procedet, qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur, qui locutus est per Prophetas. Et unam sanctam catholicam et apostolicam ecclesiam.
4.2.2.8 Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum
4.2.2.9 Et expecto resurrectionem mortuorum et vitam venturi saeculi,amen.
4.3 Harmonisch-Melodische Analyse mit Interpretation – unter besonderer Berücksichtigung des Wort-Ton Verhältnisses
4.3.1 Erster Satz
4.3.2 Zweiter Satz
4.3.3 Dritter Satz
4.3.4 Vierter Satz
4.3.5 Fünfter Satz
4.3.6 Sechster Satz
4.3.7 Siebter Satz
4.3.8 Achter Satz
4.3.9 Neunter Satz
5. Zum Verhältnis von Musik und Theologie innerhalb der bachschen Kompositionen – dargestellt am Credo der „Hohen Messe“
6. Kirchenamtliche Dokumente als Spiegel für die Entwicklung gottesdienstlicher Musik
6.1 Das Motu proprio von 1903 und sein Kontext
6.2 Die Kirchenmusik in der Liturgiekonstitution des II. Vatikanums
7. Musik als Möglichkeit theologischer Verkündigung - Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Theologie und Musik bei Johann Sebastian Bach am Beispiel des Credos der „Hohen Messe“. Ziel ist es, zu analysieren, wie musikalische Gestaltung theologische Texte interpretieren kann und welche Perspektiven sich daraus für das Verständnis von Kirchenmusik in der heutigen Liturgie ableiten lassen.
2.1.1 Eisenach (1685-1695)
„Es steht fest, daß keine geistige Begabung sich früher zeigt und entwickelt als die musikalische.“
Johann Sebastian Bach wird am 21. März 1685 im thüringischen Eisenach als jüngstes von drei überlebenden Geschwistern geboren.
Bereits zwei Tage nach der Geburt findet die Taufe Johann Sebastians in der Georgenkirche zu Eisenach statt, in der sein Onkel Johann Christoph als Organist tätig ist. Das Kind erhält seinen Namen vom Vater (Johann Ambrosius) und von seinem Patenonkel (Sebastian Nagel), einem aus Gotha stammenden Kollegen des Vaters.
1. Das Verhältnis von Musik und Theologie: Komposition als Ausdruck religiöser Verkündigung? – Eine Einleitung –: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein und begründet das Interesse an einer theologischen Bachforschung unter Berücksichtigung gegenwärtiger kirchenmusikalischer Praxis.
2. Johann Sebastian Bach: Das Kapitel beleuchtet Bachs Biografie, seine Einordnung in das Zeitalter des Barock und die wissenschaftliche Möglichkeit einer musikalisch-theologischen Deutung seiner Werke.
3. Die „Hohe Messe“: Hier wird die komplexe Entstehungsgeschichte der h-moll Messe sowie ihre Einordnung in das Gesamtwerk Bachs detailliert dargestellt.
4. Das Credo der h-moll Messe: Der Hauptteil der Arbeit analysiert das Credo musikalisch und theologisch, wobei jeder der neun Sätze einzeln auf seine Wort-Ton-Beziehung hin untersucht wird.
5. Zum Verhältnis von Musik und Theologie innerhalb der bachschen Kompositionen – dargestellt am Credo der „Hohen Messe“: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und zeigt auf, wie Bach theologische Aussagen durch kompositorische Mittel interpretiert und akzentuiert.
6. Kirchenamtliche Dokumente als Spiegel für die Entwicklung gottesdienstlicher Musik: Ein Überblick über die kirchenamtliche Sicht auf die Musik, vom Motu proprio bis zur Liturgiekonstitution des II. Vatikanums.
7. Musik als Möglichkeit theologischer Verkündigung - Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft?: Ein abschließender Ausblick, der die historische Bedeutung Bachs auf die heutige liturgische Praxis überträgt und Konsequenzen für die Zukunft aufzeigt.
Johann Sebastian Bach, Hohe Messe, h-moll Messe, Credo, Musik und Theologie, Kirchenmusik, Liturgie, Barock, Wort-Ton-Verhältnis, musikalische Verkündigung, theologische Bachforschung, Liturgiekonstitution, Glaubensbekenntnis, Affektenlehre.
Die Arbeit untersucht das enge, historisch gewachsene Verhältnis von Theologie und Musik bei Johann Sebastian Bach, exemplarisch dargestellt an der Vertonung des Credos aus der „Hohen Messe“.
Die zentralen Themen sind die Biografie Bachs, die musikalische Analyse der h-moll Messe, die theologische Bedeutung von Textvertonungen und die kirchenmusikalischen Anforderungen in der Liturgie.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bach durch musikalische Gestaltung theologische Texte nicht nur wiederholt, sondern durch „theologische Mehrwerte“ neu interpretiert und lebendig macht.
Die Autorin kombiniert musikwissenschaftliche Werkanalyse (Strukturanalyse, Wort-Ton-Verhältnis) mit theologischer Exegese und historischer Kontextualisierung kirchenamtlicher Dokumente.
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der detaillierten musikalisch-rhetorischen und theologischen Interpretation der neun Sätze des Credos der h-moll Messe.
Die zentralen Begriffe umfassen Bach, h-moll Messe, Theologie, Kirchenmusik, Liturgie, Credo, musikalische Rhetorik und Verkündigung.
Bach verwendet die Form der Fuge, um einerseits das institutionelle Fundament des Glaubens (das eine Thema) und andererseits die Vielfalt des individuellen Glaubensbekenntnisses (die polyphone Struktur) miteinander zu verbinden.
Zahlensymbolik ist ein wesentliches kompositorisches Mittel, um z.B. durch die Zahl Sieben oder Zwölf auf die göttliche Vollkommenheit oder die Dreifaltigkeit innerhalb der Musik zu verweisen.
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