Examensarbeit, 2005
85 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Definitionen
3. Verlauf des portugiesischen Kolonialismus
3.1 Die Realisierung des Seeweges nach Indien
3.2 Die Eroberung des asiatischen Handels
3.3 Der Niedergang und das Überleben des Imperiums
4. Abriss der Geschichte Angolas
5. Ethnographische Situation in Angola
6. Der Entkolonisationsprozess
7. Kleine Zwischenbilanz
8. Angola seit der Unabhängigkeit
8.1 Lösungsversuche bei fortschreitenden Kriegshandlungen
8.2 Wiederausbruch des Bürgerkrieges
8.3 Der Bürgerkrieg bis 1991 und ab 1992
8.4 Wirtschaft und Nutzung der Bodenschätze in Angola
8.4.1 Bis 1975
8.4.2 Nach 1975
8.5 Zukunftsperspektiven
9. Ländervergleich zu Ghana: Entkolonisation und Geschehnisse seit deren Unabhängigkeit
9.1 Die Geschichte Ghanas
9.2 Wirtschaft
9.3 Kleine Gegenüberstellung der beiden Länder
10. Fazit
11. Ausblick
12. Fächerübergreifende methodisch-didaktischen Überlegungen
13. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die langfristigen Folgewirkungen des portugiesischen Kolonialismus am Beispiel von Angola. Ziel ist es, die Ursachen für die prekäre wirtschaftliche und politische Situation nach der Unabhängigkeit zu analysieren und in den Kontext der kolonialen Geschichte zu stellen sowie durch einen Vergleich mit Ghana didaktische Anknüpfungspunkte für den Schulunterricht zu entwickeln.
1. Einleitung
>>Wer einen Dieb bestiehlt, hat hundertfach Vergebung.<< Den Kolonialismus rechtfertigendes Sprichwort
Mit diesem Grundgedanken, der alle anderen nicht-europäischen Völker von vorn hinweg diskriminiert, stachen zuerst die Portugiesen und Spanier, später die Engländer, Holländer, Franzosen, Belgier u.a., in See, um zu Reichtum zu gelangen. Die Europäer zogen los und sahen von Anfang an die Bevölkerungen der neuen Länder als zweitrangige Klassen an, mit welchen sie mehr oder weniger tun und machen konnten was sie wollten.
Die ersten Portugiesen trafen 1483 an der Küste des heutigen Angolas ein. Ein souveräner Staat wurde Angola erst 1975 wieder. Fast ein halbes Jahrtausend wurde die dortige Bevölkerung unterdrückt, ausgebeutet und hatte kaum ein Recht auf Bildung. Eine so lange Unterwerfung verändert jedes Volk. Es entsteht nicht nur ein Hass gegen die weißen, sondern was noch viel schlimmer ist, diese Völker konnten sich kein wenig selbst entwickeln. Ihre eigene Identität ging verloren. Ohne eigene Identität kann auch kein Selbstbewusstsein bestand haben. Die Entlassung in die Unabhängigkeit verlief unsorgfältig und im Vergleich zu der langen Besatzungszeit innerhalb von nur wenigen Jahren vonstatten. Zu wenig Zeit für ein Volk um sich darüber klar zu werden was es in der Zukunft will. In diesem kurzen Zeitraum kamen zu viele verschiedene innerpolitische Wünsche und Verlangen auf. Außenpolitisch war weltweit der Ost-West-Konflikt in vollem Gange, was bedeutete, dass beide Blöcke versuchten das junge Land für sich zu gewinnen. Das Chaos war vorprogrammiert und der Bürgerkrieg ließ nicht lange auf sich warten.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die diskriminierenden Grundlagen des Kolonialismus und führt in die spezifische Problematik der langen Unterdrückung Angolas ein, die in die politische Instabilität nach 1975 mündete.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Fachbegriffe wie Kolonisation, Kolonie, Kolonialismus und Entkolonisation definiert, um ein theoretisches Fundament für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Verlauf des portugiesischen Kolonialismus: Dieses Kapitel zeichnet den Aufbau des portugiesischen Weltreichs nach, von der Suche nach dem Seeweg nach Indien bis hin zur Etablierung des asiatischen Handels und dem späteren Niedergang der kolonialen Macht.
4. Abriss der Geschichte Angolas: Hier wird die historische Entwicklung des Gebiets von der Bantu-Besiedlung über das Königreich Kongo bis zur Etablierung der portugiesischen Herrschaft im 16. Jahrhundert skizziert.
5. Ethnographische Situation in Angola: Dieses Kapitel analysiert die ethnische Zusammensetzung Angolas mit Fokus auf die drei Hauptgruppen Bakongo, Kimbundu und Ovimbundu und deren Rolle in Politik und Konflikten.
6. Der Entkolonisationsprozess: Der Prozess der Loslösung von der portugiesischen Herrschaft wird beschrieben, wobei die verschiedenen Befreiungsbewegungen MPLA, FNLA und UNITA im Zentrum stehen.
7. Kleine Zwischenbilanz: Eine Reflexion darüber, inwieweit die humanitäre Katastrophe in Angola tatsächlich eine Folge des Kolonialismus war oder durch interne Machtgier und politische Fehler nach der Unabhängigkeit bedingt ist.
8. Angola seit der Unabhängigkeit: Dieses umfangreiche Kapitel befasst sich mit den Problemen des jungen Staates, insbesondere dem Bürgerkrieg, der Rolle externer Mächte und der schwierigen wirtschaftlichen Situation durch die Ausbeutung von Bodenschätzen.
9. Ländervergleich zu Ghana: Entkolonisation und Geschehnisse seit deren Unabhängigkeit: Ein Vergleich zwischen Angola und Ghana zeigt auf, warum in Ghana trotz ähnlicher kolonialer Vergangenheit eine stabilere Entwicklung möglich war.
10. Fazit: Das Fazit bewertet die Hinterlassenschaften des Kolonialismus und zieht eine Bilanz über die Eigenverantwortung der angolanischen Eliten für die aktuelle politische und soziale Lage.
11. Ausblick: Der Ausblick thematisiert die Zukunftsperspektiven Angolas und fordert eine Abkehr von der ausbeuterischen Praxis zugunsten eines lebenswerten Aufbaus für die gesamte Bevölkerung.
12. Fächerübergreifende methodisch-didaktischen Überlegungen: Dieses Kapitel bietet einen praktischen Entwurf zur Behandlung der Thematik im Schulunterricht der Sekundarstufe II unter Einbeziehung verschiedener Unterrichtsfächer.
13. Schlusswort: Eine abschließende Reflexion zur Bedeutung der Thematisierung dieser Misere im schulischen Kontext zur Förderung kritischer Kompetenzen bei Schülern.
Angola, Kolonialismus, Portugal, Entkolonisation, Bürgerkrieg, MPLA, UNITA, Bodenschätze, Wirtschaftsräume, Ghana, Vergleich, Bildungsstand, Unabhängigkeit, Entwicklungspolitik, Sozialstruktur.
Die Arbeit analysiert die historischen und politischen Folgewirkungen des portugiesischen Kolonialismus in Angola und untersucht, wie diese das Land bis in die heutige Zeit prägen.
Die zentralen Themen sind der Verlauf des Kolonialismus, die Ethnographie Angolas, der Entkolonisationsprozess, der langjährige Bürgerkrieg sowie die wirtschaftliche Entwicklung unter Berücksichtigung der Bodenschätze.
Ziel ist es, die Ursachen der schwierigen sozialen und politischen Lage Angolas zu differenzieren: Was ist ein direktes Erbe des Kolonialismus und was ist auf das Versagen nachfolgender angolanischer Regierungen zurückzuführen?
Es handelt sich um eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die durch einen Ländervergleich mit Ghana und eine didaktische Transferleistung in den Schulunterricht ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der kolonialen Geschichte, den Abriss der angolanischen Historie, die Analyse der ethnischen Gruppen und den detaillierten Verlauf des Bürgerkrieges nach der Unabhängigkeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Angola, Kolonialismus, Entkolonisation, Bürgerkrieg, MPLA, UNITA und ein Vergleich zur Stabilität in Ghana.
Der Vergleich zeigt, dass Ghana durch eine Herrschaftskolonialstruktur und einen weniger zerstörerischen Übergang in die Unabhängigkeit sowie einen stärkeren Fokus auf Bildung stabiler blieb, während Angola in einem langjährigen Bürgerkrieg versank.
Die Autorin stellt heraus, dass Korruption und die Machtgier der Eliten, die aus dem Reichtum an Erdöl und Diamanten resultieren, das größte Hindernis für einen echten Wiederaufbau nach dem Friedensabkommen von 2002 darstellen.
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