Magisterarbeit, 2006
78 Seiten, Note: 2,0
I. Teil: Einführung
1. Das Thema
2. Erläuterung des zeitgeschichtlichen Kontextes
II. Teil: Die sogenannte Vertreibungsliteratur
1. Stand der literaturwissenschaftlichen Forschung
2. Was ist Vertreibungsliteratur?
3. Problematik dieser Literatur
4. Ein eigenes Genre?
III. Teil: Theoretischer Ansatz
1. Auswahlkriterien der zu untersuchenden Texte
2. Geschlechterrollen
2.1. Herausbildung der traditionellen Geschlechterrollen
2.2. Geschlechterrollen im Nationalsozialismus
2.3. Familienstrukturen zu Beginn des 20. Jahrhunderts
IV. Teil: Werkanalyse
1. Christine Brückners „Poenichen-Trilogie“
1.1. Familie und Gesellschaft
1.1.1. Familie in der „Großelterngeneration“
1.1.2. Familie in der „Kindergeneration“
1.1.3. Beziehungen außerhalb der Familie
1.2. Die Rolle der Frauen
1.2.1. Sophie Charlotte von Quindt und Maximiliane Hedwig von Quindt
1.2.2. Vera von Jadow
1.2.3. Maximiliane von Quindt
1.3. Die Rolle der Männer
1.4. Die Stellung der Kinder
1.5. NS-Ideologie bei Christine Brückner
2. Arno Surminski: Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland
2.1. Familie und Gesellschaft im Roman
2.2. Die Rolle der Frauen
2.3. Die Rolle der Männer
2.4. Die Stellung der Kinder
2.4.1. Hermann Steputat
2.4.2.Peter Aschmoneit
3. Christian Graf von Krockow: „Die Stunde der Frauen“
3.1. Familienstrukturen
3.2. Die Rolle der Frauen
3.3. Die Rolle der Männer
3.4. Die Stellung der Kinder
V. Abschlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht Familienstrukturen und Geschlechterrollen in der sogenannten „Vertreibungsliteratur“. Das primäre Ziel ist es, anhand einer Werkanalyse exemplarischer Texte aufzuzeigen, wie sich Rollenbilder und gesellschaftliche Gefüge in den ehemaligen deutschen Ostgebieten zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Ende des Zweiten Weltkriegs unter dem Einfluss von Flucht und Vertreibung veränderten.
1.2.3. Maximiliane von Quindt
Während ihre Großmutter durch ihre Erziehung und ihre Mutter durch die Zeit, in der sie lebt, geprägt sind, sind es bei Maximiliane vornehmlich das Land, in dem sie aufwächst und die Traditionen der Familie. Sie wird zu der zukünftigen Erbin Poenichens erzogen, ihr ganzes Leben zielt darauf ab. Da sie ein Mädchen ist, und das Gesetz des Fideikommiß vorschreibt, dass das Gut nur an einen männlichen Erben weitergegeben werden kann, ist ihr Weg schon früh vorbestimmt. Das Ziel des Großvaters, welches auch ihr Ziel ist, ist die Erhaltung des Gutes. Sie fügt sich bereitwillig in die ihr vorbestimmte Rolle.
Ihre gesamte Erziehung zielt auf eben diese Rolle ab. Nachdem sie in der ersten Schule in Arnswalde nicht zu recht kommt, schicken die Großeltern sie auf das Internat Hermannswerder, welches Mädchen aus guten Familien auf ihre spätere Rolle vorbereiten soll.
„Das Bildungsziel ist die Ausbildung zur verantwortungsbewussten deutschen Hausfrau und Mutter… Geflügelhöfe, anerkannter Gartenlehrbetrieb, Lehrküche, Säuglings- und Kinderstation, praktische und wissenschaftliche Durchbildung… […]“
Planmäßig soll sie dort 1938 ein so genanntes Pudding-Abitur machen, welches ein Hochschulstudium zwar nicht zulässt, aber das entspricht auch nicht ihren Plänen. Aber selbst diesen Abschluss wird sie nicht machen, die Heirat mit Viktor Quint verhindert dies.
I. Teil: Einführung: Umreißt die These der Arbeit und die Relevanz der Untersuchung von Geschlechterrollen in der Vertreibungsliteratur vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse.
II. Teil: Die sogenannte Vertreibungsliteratur: Erörtert den Forschungsstand, die Definitionsproblematik und die Gattungsfrage dieser speziellen Literaturform.
III. Teil: Theoretischer Ansatz: Legt die Auswahlkriterien der untersuchten Werke fest und expliziert die soziologischen Grundlagen zu Geschlechterrollen und Familienstrukturen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
IV. Teil: Werkanalyse: Untersucht detailliert die Darstellung von Familie, Frauen-, Männerrollen und Kindheit in den Werken von Christine Brückner, Arno Surminski und Christian Graf von Krockow.
V. Abschlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt die zentrale Beobachtung, dass Frauen eine höhere Anpassungsfähigkeit an neue Lebensumstände zeigten als Männer, deren Identität eng an tradierte Ordnungen gekoppelt war.
Vertreibungsliteratur, Geschlechterrollen, Familienstrukturen, Flucht, Ostgebiete, Poenichen, Nationalsozialismus, Tradition, Rollenverständnis, Preußen, Integration, Männlichkeit, Weiblichkeit, Erziehung, Identität.
Die Hausarbeit analysiert die Darstellung von Familienstrukturen und Geschlechterrollen in der deutschen sogenannten „Vertreibungsliteratur“ am Beispiel ausgewählter Romane.
Im Zentrum stehen der historische Kontext der Flucht, der Wandel von Geschlechterrollen unter Kriegs- und Vertreibungsdruck sowie die Rolle der Familie als identitätsstiftende Einheit.
Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Gesellschaft im deutschen Osten zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Ende des Dritten Reiches zu zeichnen und die Rollenveränderungen der Individuen in dieser Transformationszeit aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Werkanalyse, die mit historischen Erläuterungen und soziologischen Theorien zu Geschlechterrollen und Familienmodellen (wie dem „Ganzen Haus“) kontextualisiert wird.
Der Hauptteil analysiert spezifisch drei Werke (von Christine Brückner, Arno Surminski und Christian Graf von Krockow) und untersucht darin jeweils die Rollen von Männern, Frauen und Kindern sowie den Einfluss der NS-Ideologie.
Die zentralen Schlagworte sind Vertreibungsliteratur, Geschlechterrollen, Familienstrukturen, Integration und Identitätsverlust.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Ideologie des Nationalsozialismus den Handlungsrahmen der Figuren vorgibt und insbesondere bei den männlichen Protagonisten zu einer statischen Weltanschauung führt, die einen Wandel nach der Niederlage erschwert.
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Frauen aufgrund ihres pragmatischen Rollenverständnisses eher in der Lage waren, neue Überlebensstrategien zu entwickeln, während Männer oft in preußisch geprägten Traditionen erstarrten und bei deren Zusammenbruch ihre Existenzberechtigung verloren.
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