Examensarbeit, 2002
116 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Radikaler Konstruktivismus
2.1.1 Von Glasersfelds Weg zum Konstruktivismus
2.1.2 Der Radikale Konstruktivismus
2.1.3 Erkennen aus radikal-konstruktivistischer Sicht
2.2 Social constructionism
3 Lernen aus konstruktivistischer Sicht
3.1 Wie gewinnt der Mensch Erkenntnis?
3.1.1 Erkenntnistheoretische Sichtweisen
3.1.2 Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung
3.1.3 Wissenserwerb im Grundschulalter
3.1.3.1 Geschichtlicher Abriss des Wissenserwerbs in der Entwicklungspsychologie
3.1.3.2 Vorhandenes Wissen und Veränderung des Wissens
3.1.3.3 Inwieweit erschließen Grundschüler die Wirklichkeit anders als Erwachsene?
3.1.3.4 Wie kann der Wissenserwerb und das Wirklichkeitsverstehen von Grundschulkindern unterstützt werden?
3.2 Lernwege im konstruktivistisch gestalteten Unterricht
3.2.1 Was heißt Lernen?
3.2.2 Situatives Lernen
3.2.2.1 Veränderte Lebenswelt von Kindern
3.2.2.2 Lernen am authentischen Ort / in authentischen Situationen
3.2.3 Aktiv-entdeckendes Lernen
3.2.3.1 Problemorientiertes Lernen
3.2.3.2 Lernen durch Entdecken
3.2.3.3 Lernen durch Erkunden
3.2.3.4 Lernen durch Experimentieren
3.2.3.5 Handlungsorientiertes Lernen
3.2.4 Individuell-konstruktives Lernen
3.2.4.1 Lernen durch Staunen
3.2.4.2 Lernen durch Fragen
3.2.5 Dialogisch-kooperatives Lernen
3.2.5.1 Lernen durch Kooperieren
3.2.5.2 Lernen im Gespräch
3.2.5.3 Kinder lernen von Kindern
3.2.5.4 Kinder lernen aus Verschiedenheit
3.2.6 Reflexives Lernen
3.2.6.1 Lernen durch Dokumentieren
3.2.6.2 Lernen durch Präsentieren
3.2.7 Vielperspektivisches Lernen
4 Konstruktivismus im Sachunterricht
4.1 Konstruktivistische Didaktik
4.1.1 Kennzeichen einer konstruktivistischen Didaktik
4.1.2 Veränderte Lehrerrolle als Voraussetzung der konstruktivistischen Unterrichtsgestaltung
4.1.3 Merkmale der konstruktivistischen Unterrichtsgestaltung
4.1.4 Inhalte und Ziele des konstruktivistisch gestalteten Unterrichts
4.2 Konstruktivistische Unterrichtsgestaltung zum Sachunterrichtsthema „Elektrizität/ Strom“
4.2.1 Wesentliche Aspekte zur Umsetzung des Themas
4.2.2 Allgemeine Ziele
4.2.3 Vorüberlegung
4.2.4 Tätigkeit der Lehrerin
4.2.5 Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung zum Thema „Elektrizität: Umgang mit Strom“
4.2.5.1 Zugänge zum Thema
4.2.5.2 Bearbeitung des Themas
4.2.5.3 Abschluss des Themas
5 Fazit
6 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit der Konstruktivismus als erkenntnistheoretischer Ansatz eine tragfähige Perspektive für den Sachunterricht in der Grundschule darstellen kann und wie eine entsprechende konstruktivistische Unterrichtsgestaltung konkret in die Praxis umgesetzt werden kann.
Der Radikale Konstruktivismus
Der Radikale Konstruktivismus als eine Variante des Konstruktivismus ist nicht eindeutig zu charakterisieren, da die Wege der einzelnen Vertreter unterschiedlich sind. So orientiert sich Ernst von Glasersfeld vor allem an der Kybernetik und der Entwicklungspsychologie. Der chilenische Konstruktivist Maturana orientiert sich dagegen hauptsächlich an biologisch-evolutionären Konzepten. Gemeinsam ist den Arbeiten der radikalen Konstruktivisten, dass sie als Grundannahme formulieren, dass die Welt, in wir leben, unsere Erfindung ist.
Die Radikalität dieser Konstruktivismus-Variante wird durch das Verhältnis von Wissen und Wirklichkeit bestimmt. Die traditionelle Auffassung geht davon aus, dass zwischen Wissen und Wirklichkeit eine bildhafte Übereinstimmung besteht; der Radikale Konstruktivismus aber sieht dieses Verhältnis als Anpassung.
Der Radikale Konstruktivismus ist eine Theorie des Wissens, ohne ontologische Ansprüche und ohne die Annahme einer unabhängigen Realität. Diese Theorie schließt aus, dass eine ontologische Realität erkannt werden kann, leugnet ihre Existenz aber nicht. Ontologie ist die Lehre vom Sein, in der davon ausgegangen wird, dass die Möglichkeit besteht, die Seinshaftigkeit eines Objekts zu erkennen.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung der Arbeit aus einem Seminar heraus und stellt die zentrale Fragestellung zur konstruktivistischen Perspektive im Sachunterricht dar.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung des Konstruktivismus, insbesondere des Radikalen Konstruktivismus von Ernst von Glasersfeld sowie des Social constructionism.
3 Lernen aus konstruktivistischer Sicht: Dieser Abschnitt analysiert Erkenntnisprozesse, die kognitive Entwicklung nach Piaget sowie verschiedene konstruktivistische Lernmethoden für die Grundschule.
4 Konstruktivismus im Sachunterricht: Das Kapitel überträgt die konstruktivistischen Theorien auf die Didaktik des Sachunterrichts und entwickelt beispielhaft Konzepte für das Thema „Elektrizität/ Strom“.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung des konstruktivistischen Ansatzes als Perspektive für den Sachunterricht.
Konstruktivismus, Radikaler Konstruktivismus, Sachunterricht, Unterrichtsgestaltung, Wissen, Erkenntnistheorie, Piaget, kognitive Entwicklung, Lernumgebung, Viabilität, Selbststeuerung, Handeln, Kooperatives Lernen, Elektrizität.
Die Arbeit untersucht die Relevanz des Konstruktivismus für den Sachunterricht und erarbeitet Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung konstruktivistischer Unterrichtsgestaltung.
Zentral sind die erkenntnistheoretischen Grundlagen des Konstruktivismus, die Theorie der kognitiven Entwicklung bei Kindern sowie die didaktische Übertragung auf Unterrichtsmethoden im Sachunterricht.
Das Ziel ist zu ergründen, ob der Konstruktivismus eine tragfähige Perspektive für den Unterricht an Grundschulen bietet und wie Lehrkräfte dies konkret gestalten können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die philosophische und lernpsychologische Ansätze (insb. Radikaler Konstruktivismus, Piaget) mit didaktischen Modellen verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse von Lernwegen aus konstruktivistischer Sicht und eine praktische Anwendung am Thema „Elektrizität“.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Konstruktivismus, Sachunterricht, Viabilität, Selbststeuerung und kooperatives Lernen.
Im Gegensatz zur konventionellen Wissensvermittlung wird das Wissen im konstruktivistischen Unterricht vom Schüler selbst aktiv aufgebaut und die Lehrerrolle verändert sich hin zum Coach und Begleiter.
Viabilität bezeichnet die Brauchbarkeit von Wissen in der Erfahrungswelt, wobei sie den traditionellen Wahrheitsbegriff ersetzt; Wissen wird als viabel angesehen, wenn es zur Bewältigung der Umwelt dient.
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