Diplomarbeit, 2004
99 Seiten, Note: 1,5
1. Einführung in die Problematik
1.1. Erblicher und sporadischer Brustkrebs
1.2. Ablauf der Karzinogenese
1.3. An der Auslösung von Brustkrebs beteiligte Gene
1.3.1. BRCA1 – breast cancer susceptibility gene 1
1.3.2. BRCA2 – breast cancer susceptibility gene 2
1.3.3. Weitere Brustkrebs-beeinflussende Gene und BRCAX
1.4. Charakteristika erblichen Brustkrebses
1.5. Diagnose und Prävention bei familiärem Brustkrebs
1.6. Zielstellung
2. Material und Methoden
2.1. Auswahl der Patientinnen
2.2. Angewandte Methoden
2.2.1. Entparaffinieren und Separation der Tumorzellen
2.2.2. Isolierung genomischer DNA
2.2.2.1. Phenolreinigung
2.2.2.2. Invisorb Kit
2.2.2.3. Qiagen Kit
2.2.2.4. Chelex Spurenisolierung
2.2.3. Reinigung genomischer DNA
2.2.4. Photometrische Konzentrationsbestimmung
2.2.5. Polymerasekettenreaktion (PCR)
2.2.6. Gelelektrophorese
2.2.7. Sequenzierung
2.2.7.1. Probenvorbereitung
2.2.7.1.1. Reinigung der PCR–Produkte
2.2.7.1.2. Sequenzierreaktion
2.2.7.1.3. Fällung
2.2.7.2. Sequenzieren
2.2.7.2.1. Reinigung der Platten
2.2.7.2.2. Zusammensetzen der Gelkammer und Gießen des Gels
2.2.7.2.3. Sequenzervorbereitung und Probenauftrag
2.2.8. Untersuchung des Methylierungsstatus
2.2.8.1. Deaminierung
2.2.8.2. Reinigung
2.2.8.3. Methylierungsspezifische PCR
2.3. Übersicht über verwendete Reagenzien
2.4. Übersicht über genutzte Geräte
3. Ergebnisse
3.1. Tumormaterial der Patientinnen
3.2. DNA-Isolierung, PCR und Gelelektrophorese
3.3. Reinigung genomischer DNA und photometrische Konzentrationsbestimmung
3.4. Mutationsprofil des Tumorgewebes
3.5. Loss of heterozygosity als second hit
3.6. Hypermethylierung als second hit
4. Diskussion
4.1. Methodendiskussion
4.1.1. Tumormaterial der Patientinnen
4.1.2. Isolierung genomischer DNA
4.1.3. Reinigung genomischer DNA
4.1.4. Photometrische Konzentrationsbestimmung
4.1.5. PCR
4.1.6. Gelelektrophorese
4.1.7. DNA-Sequenzierung
4.1.8. Hypermethylierung
4.2. Ergebnisdiskussion
4.2.1. Mutationsprofil im Tumorgewebe
4.2.2. Loss of heterozygosity beim Mammakarzinom
4.2.3. Hypermethylierung
4.2.4. Weitere Ereignisse, die zum vollständigen Verlust der Expression führen könn(t)en
4.2.5. Ansatzpunkte für weitergehende Untersuchungen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Rolle von genetischen und epigenetischen Veränderungen, spezifisch Loss of Heterozygosity (LOH) und Hypermethylierung, als „second hit“-Ereignisse bei der Karzinogenese des hereditären Mammakarzinoms zu untersuchen, um bei Patientinnen mit bekannten Keimbahnmutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 den vollständigen Funktionsverlust dieser Tumorsuppressorgene nachzuweisen.
1.2. Ablauf der Karzinogenese
Molekularbiologisch sind die Aktivierung von Onkogenen und die Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen an der Krebsentstehung beteiligt. Onkogene sind Gene, deren Genprodukte Zellen transformieren können, so dass diese wie Krebszellen wachsen. Sie greifen in Signaltransduktionswege, Transportprozesse oder die Wachstumsregulation ein. Produkte von Onkogenen sind Wachstumsfaktoren, Kinasen, membrangebundene G-Proteine, Transkriptions-faktoren und Regulatoren des Zellzyklus. Proto-Onkogene codieren für wachstumsfördernde Faktoren. Bei einer mutationsbedingten Änderung eines Proteins, einer Überexpression, einer Expression in „falschen“ Zelltypen und/oder dem Nichtabschalten der Expression können sie in ein Onkogen übergehen. Tumorsuppressorgene codieren Genprodukte, die eine Kontrolle auf den Zellzyklus und das Zellwachstum ausüben. Sie wirken bei der Zelladhäsion, der Signaltransduktion, der Kontrolle der Transkription, der DNA-Reparatur, kontrollieren den Zellzyklus oder induzieren Apoptose. Der Wegfall dieser Kontrolle führt zu einer vermehrten und unregulierten Zellteilung und damit zur Tumorbildung. BRCA1 und BRCA2 sind Beispiele für Tumorsuppressorgene. Sie wirken bei der Kontrolle der Transkription, des Zellzyklus und der DNA-Reparatur.
Nach der „second hit-Hypothese“ von Knudson erfolgt die Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen in zwei Schritten. Zunächst wird eines der beiden Allele inaktiviert. Ursache ist eine Keimbahn- oder eine sporadische Mutation. Im zweiten Schritt folgt der Funktionsverlust der zweiten Genkopie. Das kann durch einen kompletten oder teilweisen Verlust des Gens durch einen sog. Loss of heterozygosity (LOH), durch eine verminderte Promotorfunktion durch Hypermethylierung oder durch eine weitere somatische Mutation geschehen.
1. Einführung in die Problematik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Epidemiologie des Mammakarzinoms und erläutert die genetischen Grundlagen der Karzinogenese, insbesondere das Zwei-Schritte-Modell der Tumorsuppressorgeninaktivierung bei erblicher Prädisposition durch BRCA1 und BRCA2.
2. Material und Methoden: Hier werden die Auswahl der Patientinnen aus Hochrisikofamilien und die etablierten molekularbiologischen Verfahren beschrieben, darunter verschiedene DNA-Isolierungsmethoden, PCR-Bedingungen, Gelelektrophorese, Sequenzierung und Verfahren zur Untersuchung des Methylierungsstatus.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Daten zur DNA-Isolierung aus Tumorgewebe, das Mutationsprofil der Proben sowie die Ergebnisse der Untersuchungen zu LOH und Hypermethylierung bei den untersuchten Patientinnen.
4. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch bewertet, wobei insbesondere die methodischen Herausforderungen bei der Arbeit mit archivalem Gewebematerial sowie die Bedeutung der gefundenen LOH-Ereignisse für die Inaktivierung der Tumorsuppressorgene im Vergleich zur Hypermethylierung eingehend analysiert werden.
Mammakarzinom, hereditärer Brustkrebs, BRCA1, BRCA2, Tumorsuppressorgene, Karzinogenese, second hit-Hypothese, Loss of Heterozygosity, LOH, Hypermethylierung, DNA-Isolierung, Mutation, Sequenzierung, Keimbahnmutation, genetische Prädisposition.
Die Arbeit untersucht die molekulargenetischen Mechanismen bei hereditärem Brustkrebs, insbesondere wie sich bei Patientinnen mit einer Keimbahnmutation in den Genen BRCA1 oder BRCA2 das zweite Allel im Tumorgewebe inaktiviert.
Die Schwerpunkte liegen auf der Karzinogenese des Mammakarzinoms, dem Verständnis der Funktionen der Tumorsuppressorgene BRCA1 und BRCA2 sowie der Etablierung von Nachweisverfahren für genetische Alterationen in Tumorgewebe.
Das Hauptziel bestand darin, LOH und Hypermethylierung als mögliche „second hit“-Ereignisse zu untersuchen, die nach der ursprünglichen Keimbahnmutation zum vollständigen Ausfall der Tumorsuppressorgene in den Krebszellen führen.
Es wurden molekularbiologische Techniken wie DNA-Isolierung aus fixiertem Gewebe, Polymerasekettenreaktion (PCR), Gelelektrophorese, direkte DNA-Sequenzierung und methylierungsspezifische PCR eingesetzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung der Materialien und angewandten Methoden, gefolgt von der Präsentation der Ergebnisse hinsichtlich des Mutationsprofils und der Inaktivierungsmechanismen, sowie einer kritischen Diskussion der methodischen Ansätze.
Die wesentlichen Begriffe sind BRCA1/BRCA2, hereditäres Mammakarzinom, Loss of Heterozygosity (LOH), Hypermethylierung, Second-Hit-Modell und molekulargenetische Tumoranalyse.
Die Isolierung erwies sich als äußerst schwierig, da es sich um formalinfixiertes und in Paraffin eingebettetes Material handelte; letztlich war nur die Chelex-Spurenisolierung bei hoher Proteinase-K-Konzentration und langer Inkubation erfolgreich.
Der Autor konnte bei den untersuchten Proben keine Hypermethylierung als Inaktivierungsmechanismus nachweisen und schlussfolgert, dass dies bei den untersuchten Patientinnen keine relevante Rolle als "second hit" für BRCA2 spielt.
Bei drei der sechs untersuchten Patientinnen, bei denen eine Mutationsanalyse erfolgreich durchgeführt werden konnte, wurde ein LOH im Bereich der krankheitsrelevanten Keimbahnmutation nachgewiesen.
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