Examensarbeit, 2006
135 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die deutsche Schriftsprache: Merkmale und Strukturen
2.1 Das Deutsche – eine lautorientierte Alphabetschrift
2.1.1 „Phoneme“ – Laute
2.1.2 „Grapheme“ – Buchstaben
2.1.3 Silben und Silbenaufbau
2.1.4 Die 100 häufigsten Wörter der deutschen Schriftsprache
2.1.5 Der Grundwortschatz
2.2 „Orthographie“ – Die Struktur deutscher Wörter
2.2.1 „Schärfung“ und „Dehnung“ (Dehnungs-h)“ deutscher Wörter
2.2.2 „Orthographische Prinzipien“
2.3 Der Schriftspracherwerb
2.3.1 Zur Didaktik des Schriftspracherwerbs – Möglichkeiten der Schriftspracherwerbsforschung
2.3.2 Die Methodik des Schriftspracherwerbs
2.3.2.1 Der „Methodenstreit“
2.3.2.2 Der ganzheitliche Sprachansatz als kindzentrierter pädagogischer Ansatz
2.3.2.3 Auswirkungen der Unterrichtsform auf den Lernerfolg
2.3.3 Entwicklungsstufen des Schriftspracherwerbs
3. Voraussetzungen für das Erlernen von Lesen und Schreiben
3.1 Organische Voraussetzungen
3.2 Das menschliche Wahrnehmungssystem
3.3 Der Bereich der Nahsinne
3.3.1 Die vestibuläre Wahrnehmung
3.3.1.1 Störungen des Gleichgewichts
3.3.2 Die kinästhetische Wahrnehmung
3.3.2.1 Störungen der kinästhetischen Wahrnehmung
3.3.3 Die taktile Wahrnehmung
3.3.3.1 Überempfindlichkeit/Unterempfindlichkeit taktiler Reize
3.3.4 Körperschemastörungen
3.4 Der Bereich der Fernsinne
3.4.1 Der visuelle Wahrnehmungsbereich
3.4.1.1 „Figur-Grundunterscheidung“
3.4.1.2 „Formkonstanzbeachtung“
3.4.1.3 „Visuell-motorische Koordination“
3.4.1.4 „Raumlageerfassen“
3.4.1.5 „Das visuelle Gedächtnis“
3.4.2 Die auditive Wahrnehmung
3.4.2.1 „Die Schall-Lokalisierung“
3.4.2.2 „Lautdiskriminationsfähigkeit“
3.4.2.3 „Differenzierung der Figur-Grundwahrnehmung“
3.4.2.4 „Das auditive Gedächtnis“
3.4.2.5 „Störungen der simultanen Produktion“
3.5 Die sensorische Integration
3.6 Spezielle Fähigkeiten
3.6.1 „Konzentrationsfähigkeit“
3.6.2 „Lateralität“
3.6.3 „Grob- und Feinmotorik“
3.6.4 „Bewegungsplanung“ und „Bewegungsspeicherung“
3.6.5 „Rhythmische Differenzierungsfähigkeit“
3.6.6 „Lautdikriminationsfähigkeit“
3.6.7 „Phonologische Bewusstheit“
3.7 Das Zusammenwirken verschiedener Wahrnehmungsbereiche beim Schriftspracherwerb
4. Wie Kinder Lesen und Schreiben lernen
4.1 Wie Kinder die Schrift entdecken
4.1.1 Das Konzept „Phonologische Bewusstheit“
4.1.2 Relevanz eines „inneren orthographischen Lexikons“
4.2 Die Entwicklung des Lesens
4.2.1 Der Leselernprozess
4.2.2 Drei Stufen der Leseentwicklung
4.2.2.1 Die erste Stufe: Identifikation von Buchstaben und Wörtern
4.2.2.2 Die zweite Stufe: Sinnerfassendes Lesen
4.2.2.3 Die dritte Stufe: Das Verstehen von Sinnzusammenhängen auf Satz- und Textebene
4.2.3 Ein „Kompetenzentwicklungsmodell“ – die lexikalische und nichtlexikalische Lesestrategie
4.3 Die Entwicklung des Rechtschreibens – Der Schreiblernprozess
4.3.1 Entwicklungsstufen der Rechtschreibung
4.3.2 „Ein Zwei-Wege-Modell des Schreibens“
4.3.3 Das Konzept „Freies Schreiben“ ab Klasse 1?!
4.3.4 Von der Druckschrift zur Schreibschrift
4.4 Der Zusammenhang zwischen Lesen und Rechtschreiben
4.4.1 Erweitertes Entwicklungsmodell für das Lesen und Schreibenlernen
5. LRS – Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen und Schreiben
5.1 LRS vs. „Legasthenie“ – eine Begriffsbestimmung
5.1.1 Von der „klassischen Legasthenie“ zu LRS
5.1.2 Zum Begriff „Legasthenie“ (gr. Leseschwäche)
5.1.2.1 Das Diskrepanzkriterium
5.1.2.2 Kritik am klassischen bzw. medizinischen Modell der Legasthenie
5.1.3 Zum Begriff LRS (Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten)
5.1.4 LRS als Entwicklungs- und Teilleistungsstörung nach ICD-10 und DSM IV
5.1.4.1 Diagnostik nach ICD-10 und DSM-IV
5.2 Schwierigkeiten im Lesen und im Rechtschreiben
5.3 Verschiedene Formen von LRS
5.3.1 Schwierigkeiten in verschiedenen Teilbereichen des Lesens und Schreibens
5.3.1.1 Spezielle Probleme in der Lesegeläufigkeit
5.3.1.2 Spezielle Probleme beim Rechtschreiben
5.3.1.3 Spezielle Probleme beim Leseverständnis
5.3.1.4 Spezielle Probleme im schriftlichen Ausdruck
5.3.1.5 Hyperlexie
5.3.2 Unterscheidung zwischen einem phonologischen und einem orthographischen Subtyp
5.3.3 Gruppenbildungen nach anderen Merkmalen als den Lese- und Rechtschreibleistungen
5.3.4 Gruppen mit geringem phonologischen Bewusstsein bzw. geringer Benennungsschnelligkeit und einem „doppelten Defizit“
5.4 Schwierigkeiten im Leselernprozess / Leseentwicklung bei leistungsschwächeren Schülern
5.4.1 Entwicklung des Worterkennens
5.4.2 Entwicklung des Leseverständnisses
5.4.3 Die Entwicklung des Rechtschreibens
5.4.4 Schriftlicher Ausdruck
6. Ursachen der Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
6.1 Interaktives Modell der Ursachen
6.1.1 Biologische Faktoren
6.1.2 Mangelnde kognitive Lernvoraussetzungen
6.1.3 Soziale Ursachen von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
6.1.4 Stand der Forschung
7. Diagnostik
7.1 Die Beobachtung
7.1.1 Rückmeldebogen bei Rechtschreibschwierigkeiten
7.2 Förderdiagnostik
7.2.1 Methoden der Förderdiagnostik
7.3 Standardisierte Testverfahren
7.3.1 Überprüfung der Rechtschreibfähigkeit
7.3.1.1 HSP (Die Hamburger Schreibprobe)
7.3.1.2 Rechtschreibtest für die erste Klasse (RST 1)
7.3.1.3 WRT 1+ (Weingartener Grundwortschatz Rechtschreibtest)
7.3.2 Überprüfung der Lesefähigkeit
7.3.2.1 SLRT (Salzburger Lese- und Rechtschreibtest)
7.3.2.2 ZLT (Der Züricher Lesetest)
7.3.2.3 WLT (Würzburger Leise Leseprobe)
7.3.2.4 DLF 1-2 (Diagnostischer Lesetest zur Frühdiagnose)
7.3.3 Überprüfung der „Phonologischen Bewusstheit“
7.3.4 Überprüfung der visuellen Fähigkeiten
7.3.5 Überprüfung der Graphomotorik
7.3.6 Überprüfung der Lautdiskriminationsfähigkeit
7.3.7 Überprüfung der Sprachverarbeitung und auditiv-kinästhetischen Wahrnehmung
7.3.8 Überprüfung der Intelligenz
7.3.8.1 MIT – KJ (Mannheimer Intelligenztest für Kinder und Jugendliche)
7.3.8.2 K – ABC (Kaufmann Assessment Battery for Children)
7.3.8.3 KFT 1-3 (Kognitiver Fähigkeitstest für 1. bis 3. Klassen)
8. Präventions- und Fördermaßnahmen von LRS
8.1 Prävention von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
8.1.1 Präventionsmaßnahmen im Vorschulalter
8.1.2 Voraussetzungen im Rahmen des Unterrichts fördern
8.1.2.1 Übungen zum Lesebeginn
8.1.2.2 Übungen für den Bereich Schreiben
8.1.3 Didaktisch-methodische Maßnahmen zur Vorbeugung von LRS
8.2 Förderung von LRS
8.2.1 Allgemeine Förderung / Spezielle Förderung
8.3 Förderdiagnostik beim Lesenlernen
8.3.1 Stufenmodell der Leseentwicklung – Stadien der Leseentwicklung
8.3.2 Beginn der Leseentwicklung: Logographisches Lesen
8.3.2.1 Logographisches Lesen diagnostizieren
8.3.3 Probleme beim Erlesen
8.3.3.1 Kompensatorische Kontextnutzung
8.3.3.2 Probleme beim Segmentieren
8.3.3.3 Mangelnde Kenntnis und Automatisierung von Graphem-Phonem-Korrespondenzen
8.3.3.4 Elementare Syntheseprobleme
8.3.3.5 Probleme bei Konsonantenhäufungen
8.3.3.6 Langsamer Zugriff auf das phonologische Lexikon
8.3.3.7 Sinnverständnis und Selbstkorrektur
8.3.3.8 Lesegeschwindigkeit und Automatisierung
8.4 Förderung des Rechtschreibens
8.4.1 Ein Stufenmodell der Rechtschreibentwicklung
8.5 Das Marburger Rechtschreibtraining
8.5.1 Konzept des Trainingsprogramms
8.5.2 Voraussetzungen zur Durchführung des Trainings
8.5.3 Durchführung in der Schule
8.5.4 Lösungsstrategien
8.5.5 Lerneffekt/Erfolgskontrolle
8.6 Lautgetreue Rechtschreibförderung (Reuter-Liehr)
9. Diskussion
Diese Arbeit befasst sich mit der Thematik LRS im schulischen Alltag und zielt darauf ab, die Verantwortung der Schule für Präventions- und Fördermaßnahmen bei Schülern mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten zu verdeutlichen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche gezielten Beiträge die Lehrkräfte im Unterricht leisten können, um betroffene Schüler in ihrer Lernentwicklung methodisch kompetent zu unterstützen.
2.1.3 Silben und Silbenaufbau
Silben haben gegenüber „Phonemen“ den Vorteil, dass sie nicht erst kognitiv bearbeitet werden müssen, sondern direkt von Kindern körperlich wahrgenommen werden können. Silben werden durch den Einsatz der Bauchmuskeln erzeugt, was sich beispielsweise sehr schön in Form von Abzählreimen, zu denen man klatscht oder stampft, verdeutlichen lässt. Die meisten Wörter im Deutschen sind zweisilbig.
Im Gegensatz zu silbischen Strukturen (z. B. Rhythmus in Abzählreimen), sammeln Kinder im Bereich der „Phoneme“ keine schulischen Vorerfahrungen (Röber-Siekmeyer, 1997).
Interessanterweise bilden Kinder schon sehr früh rhythmische Kategorien, wie etwa im spielerischen Umgang mit Sprechspielen und Abzählreimen. In den ersten Verschriftlichungen weisen die sogenannten „Skelett- bzw. Rudimentärschreibungen“ („FT“ für „Pferd“) auf Silbenstrukturen hin. Auch wenn die lautliche Struktur von Wörtern nur im Ansatz erfasst wird, beweisen diese anfänglichen Schreibungen, dass die Anzahl der Silben bereits richtig wiedergegeben werden. Dabei lässt sich beobachten, dass es in der Regel vorzugsweise Konsonanten sind, die am Anfang einer Silbe repräsentiert werden, wie zum Beispiel bei dem Wort <kaufen> – <kf>.
Bei der mündlichen Wiedergabe von Wörtern konnte durch Untersuchungen eruiert werden, dass die silbischen Gliederungen des Gesprochenen schon in den ersten beiden Lebensjahren von einem Kind erfasst werden (Tophinke, 2002).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die grundlegende Bedeutung der Schriftsprache für die gesellschaftliche Teilhabe und stellt das Problemfeld der Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten im schulischen Kontext sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.
2. Die deutsche Schriftsprache: Merkmale und Strukturen: Dieses Kapitel erläutert das Schriftsystem, die Bedeutung von Phonemen und Graphemen sowie die Regeln der Orthographie als Basis für den Schriftspracherwerb.
3. Voraussetzungen für das Erlernen von Lesen und Schreiben: Hier werden die organischen, wahrnehmungsspezifischen und kognitiven Voraussetzungen analysiert, die für eine erfolgreiche Aneignung der Lese- und Schreibfähigkeit notwendig sind.
4. Wie Kinder Lesen und Schreiben lernen: Dieser Abschnitt beschreibt den allgemeinen Entwicklungsprozess vom ersten Entdecken der Schrift über verschiedene Lesestufen bis hin zur Ausbildung eines inneren Lexikons.
5. LRS – Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen und Schreiben: Das Kapitel bietet eine Begriffsbestimmung, grenzt LRS von der klassischen Legasthenie ab und thematisiert verschiedene Erscheinungsformen von Schwierigkeiten.
6. Ursachen der Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten: Es werden biologische, kognitive und soziale Faktoren sowie das interaktive Erklärungsmodell für das Entstehen von LRS diskutiert.
7. Diagnostik: Dieses Kapitel stellt Methoden der Beobachtung und standardisierte Testverfahren vor, um Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben förderdiagnostisch zu erfassen.
8. Präventions- und Fördermaßnahmen von LRS: Abschließend werden Möglichkeiten der Prävention im Vorschulalter sowie konkrete Förderprogramme für den Unterricht, wie das Marburger Rechtschreibtraining, vorgestellt.
Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten, LRS, Legasthenie, Schriftspracherwerb, Lesenlernen, Rechtschreiben, Förderdiagnostik, Phonologische Bewusstheit, Wahrnehmung, Schärfungsregel, Dehnungsregel, Methodenstreit, Marburger Rechtschreibtraining, Inklusion, Prävention.
Die Hausarbeit thematisiert das Phänomen Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) im schulischen Alltag, insbesondere im Hinblick auf Prävention und Förderung in der Grundschule.
Die Arbeit umfasst die Grundlagen der deutschen Orthographie, die Wahrnehmungsvoraussetzungen für das Lesen und Schreiben, die normale Lese- und Schreibentwicklung, Ursachen von Schwierigkeiten sowie diagnostische Verfahren und Förderansätze.
Das Ziel ist es, die Verantwortung der Schule aufzuzeigen und umsetzbare Möglichkeiten der Prävention und Förderung bei Schülern mit LRS im schulischen Kontext herauszuarbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und stützt sich auf pädagogisch-psychologische Modelle, um den Schriftspracherwerb und auftretende Schwierigkeiten zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Voraussetzungen für das Lesen und Schreiben, Entwicklungsmodelle, die Analyse von LRS-Ursachen sowie diagnostische Methoden und konkrete Förderprogramme.
Zu den zentralen Begriffen zählen LRS, Legasthenie, Schriftspracherwerb, phonologische Bewusstheit, Förderdiagnostik und das Marburger Rechtschreibtraining.
Der Begriff gilt durch empirische Studien als weitgehend überholt, da er oft fälschlicherweise an ein Intelligenzkriterium geknüpft war und Lernschwierigkeiten als medizinisch-krankhafte Defekte interpretierte, statt als entwicklungspsychologisches Problem.
Skelettschreibungen sind eine typische Phase in der Schreibentwicklung, in der Kinder nur die auffälligen Konsonanten eines Wortes wiedergeben. Sie werden nicht als Defizit, sondern als notwendiger Entwicklungsschritt zum orthographisch korrekten Schreiben angesehen.
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