Lizentiatsarbeit, 2004
136 Seiten, Note: sehr gut
I. Einführung
1. Einleitung
1.1 Allgemeines
1.2 Doktor Faustus – Ein Einblick
1.3 Fragestellungen
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Schreibprozessforschung
2.1 Allgemeines
2.2 Psychologische Grundlagen
2.3 Schreiben
2.4 Art des Schreibens
II. Thomas Manns Schreibprozess
1. Thomas Manns Schreiben – Die Grundlagen
1.1 Allgemeines
1.2 Äussere Umstände
1.3 Inspirationsphase
1.4 Aneignungsgeschäft
1.5 Ausarbeitungsphase
1.6 Montage-Technik
1.6.1 Der Begriff der Montage
1.6.2 Funktion der Montage
1.6.3 Problematik der Montage
1.6.4 Fazit
1.7 Leitmotiv
1.7.1 Der Begriff des Leitmotivs
1.7.2 Funktion des Leitmotivs
1.7.3 Beispiel eines Leitmotivs
1.8 Schreiben als Komposition der Wirklichkeit
1.9 Schreiben als Selbstfindung
1.10 Fazit
2. Die Entstehung des Teufelsgesprächs im Doktor Faustus
2.1 Allgemeines
2.2 Arbeitsprozess
2.3 Quellenarbeit
2.3.1 Volksbuch
2.3.2 Adorno
2.3.3 Nietzsche
2.3.4 Kierkegaard
2.3.5 Goethe
2.3.6 Dostojewskijs Brüder Karamasow
2.3.7 Autobiographisches
2.3.8 Eigenes Werk als Quelle
2.3.9 Weitere Quellen
2.4 Zusammenführung der Quellen
2.5 Fazit
III. Ästhetisierung des Schreibprozesses
1. Schreiben im Roman
1.1 Allgemeines
1.2 Serenus Zeitblom
1.2.1 Die Umstände
1.2.2 Selbstkritik und Selbstverständnis
1.2.3 Betonung der Authentizität
1.2.4 Legitimation der gewählten Erzählweise
1.2.5 Montage
1.2.6 Funktion des Erzählers
1.2.7 Fazit
1.3 Leverkühns Komponieren
1.3.1 Allgemeines
1.3.2 Appocalipsis cum figuris – Ein Schreibprozess
1.3.3 Dr. Fausti Weheklag – Schaffen am Durchbruch
1.3.4 Musik und Sprache
1.3.5 Weiterführung
1.4 Fazit
IV. Das Teufelsgespräch – Eine Allegorie des Schreibprozesses
1. Allgemeines
2. Das Teufelsgespräch im Hinblick auf Thomas Manns Schreiben
3. Thomas Manns Teufelspakt
3.1 Allgemeines
3.2 Das Liebesverbot
3.3 Die Kunst
4. Fazit
Ziel dieser Arbeit ist es, den Schreibprozess von Thomas Mann zu analysieren und diesen mit den Schreib- und Schaffensprozessen seiner Romanfiguren Serenus Zeitblom und Adrian Leverkühn in Beziehung zu setzen, um den autobiographischen Gehalt des Romans "Doktor Faustus" offenzulegen.
1.2 Äussere Umstände
Thomas Mann lebt, wenn möglich, nach einem von ihm aufgestellten Tagesplan, an dem er diszipliniert festhält. So sehen seine Tage meist gleich aus, aufgeteilt in Arbeitszeit, Spaziergänge, Essenszeiten.
Meine Arbeitszeit ist morgens. [...] Denn aller Fleiss, der männlich-schätzenswerte, ist morgendlich. [...] Ich bin gewohnt, im Zimmer zu arbeiten. Offener Himmel, meine ich, zerstreut meine Gedanken. [...] [Ich brauche] wenigstens die Decke einer Veranda, eines Gartenhauses über dem Kopf, ein Gehäuse, das, sozusagen, die Atmosphäre des Werkes schützt.
Während seiner Arbeitszeit hat im ganzen Haus Ruhe zu herrschen, die Kinder dürfen keinen Lärm machen und Störungen werden vom „Zauberer“ nicht geduldet. Auch wird beim Schreiben nichts dem Zufall überlassen, alles ist genau geplant, auch das zu benutzende Material ist festgelegt:
...ich brauche weisses, vollkommen glattes Papier, flüssige Tinte und eine neue, leichtgleitende Feder. Äussere Hemmungen rufen innere hervor. Damit es kein Durcheinander gibt, lege ich ein Linienblatt unter.
Thomas Manns Schreiben – Die Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die disziplinierte Arbeitsweise Thomas Manns, seine Methoden der Quellenarbeit sowie die Bedeutung von Montage und Leitmotiv für den Roman.
Die Entstehung des Teufelsgesprächs im Doktor Faustus: Hier wird der Prozess der Quellensuche und der Integration verschiedener Vorlagen wie dem Volksbuch, Adorno und Nietzsche in das zentrale Teufelskapitel untersucht.
Schreiben im Roman: Dieses Kapitel analysiert, wie der Erzähler Serenus Zeitblom und der Komponist Adrian Leverkühn ihre jeweiligen Schaffensprozesse innerhalb der Romanhandlung reflektieren und praktizieren.
Das Teufelsgespräch im Hinblick auf Thomas Manns Schreiben: Das Kapitel betrachtet das Teufelsgespräch als eine Allegorie, in der Thomas Mann seine eigenen künstlerischen Probleme und die Krise der modernen Kunst verhandelt.
Thomas Manns Teufelspakt: Die Untersuchung befasst sich mit der autobiographischen Komponente des Teufelspakts, insbesondere durch das Liebesverbot als Sinnbild für die Entsagung des Künstlers.
Thomas Mann, Doktor Faustus, Schreibprozess, Montage, Leitmotiv, Quellenarbeit, Autobiographie, Adrian Leverkühn, Serenus Zeitblom, Teufelsgespräch, Kunstkrise, Entstehung, Literaturwissenschaft, Moderne, Werkgenese
Die Arbeit untersucht den komplexen Schreibprozess von Thomas Mann während der Arbeit an seinem Roman "Doktor Faustus" und vergleicht diesen mit den inneren und äußeren Schaffensvorgängen seiner Protagonisten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Montage-Technik, dem Leitmotiv-Einsatz, der Quellenarbeit (u.a. Volksbuch, Adorno, Nietzsche) sowie der Verbindung von künstlerischer Produktion und privater Autobiographie.
Das primäre Ziel ist es, Thomas Manns Schreibmethode zu dokumentieren und aufzuzeigen, wie er sein eigenes künstlerisches Ringen in die Romanfiguren projiziert und in eine komplexe Struktur aus Zitaten und Referenzen überführt.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Thomas Manns Tagebucheinträgen, Briefen, Essays sowie der Fachliteratur, um den Werdegang des Romans chronologisch und inhaltlich zu rekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert Thomas Manns Arbeitsgrundlagen, seine spezifische Montage-Technik, die Einflüsse unterschiedlicher Quellen auf das Teufelsgespräch und schließlich die Ästhetisierung des Schreibens im Roman selbst.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Montage, Leitmotiv, Intertextualität, Selbstfindung, künstlerische Entsagung, Kulturkrise und die Identität von Autor und Erzähler.
Das Volksbuch dient Thomas Mann als entscheidende Vorlage für die Rahmenhandlung und als Quelle für zentrale Motive, die er im Sinne seiner eigenen Montage-Technik für den "Doktor Faustus" neu interpretiert.
Zeitblom dient als Alter Ego von Thomas Mann, das eine Maske bildet, um Persönliches in eine distanzierte, biographische Form zu überführen, während er gleichzeitig den künstlerischen Schaffensprozess Leverkühns kommentiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

