Diplomarbeit, 2004
81 Seiten, Note: 1,5
1. Relevanz der Thematik
1.1 Das Programm „Stadtumbau Ost“
1.2 Herausforderungen für Vermieter
1.2.1 Mangelnde Vermieterbekanntheit
1.2.2 Vorurteile und Stereotype
1.2.3 Kommunikationsdefizite
1.3 Ziele und Aufbau der Arbeit
2. Kommunikation
3. Einstellungen
3.1 Der Zusammenhang zwischen Einstellung und Verhalten
3.2 Die Entstehung von Einstellungen
3.2.1 Genetische Einflüsse
3.2.2 Externe Einflüsse
3.2.2.1 Konditionierung
3.2.2.2 Modellernen
3.2.3 Quellen der Einstellungsbeeinflussung
3.3 Die Einstellungsänderung
3.3.1 Voraussetzung für die Entstehung von Dissonanz
3.3.2 Fazit
4. Glaubwürdigkeit
4.1 Der Begriff der Glaubwürdigkeit
4.2. Dimensionen der Glaubwürdigkeit
4.2.1Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit
4.2.2 Ergänzende Dimensionen der Glaubwürdigkeit
4.3 Rezeptionsprozesse glaubwürdiger Kommunikation
4.3.1 Informationsquellen für Glaubwürdigkeit
4.3.2 Verarbeitungs- und Urteilsstrategien
4.4 Relevante Phänomene
4.4.1 Sleeper-Effect
4.4.2 Truth-Effect
5. Praktisches Vorgehen der WGH
5.1 Kurzprofil der Wohnungsbaugenossenschaft Halberstadt eG
5.2 Image und Situation der WGH
5.3 Erfahrungen der WGH mit Stadtumbau-Ost-Maßnahmen
5.3.1 Art der Kommunikation
5.3.2 Resonanz der Kommunikation
6. Optimierungsansätze
6.1 Offenheit bringt Gegenliebe!
6.2 „Tue Gutes und rede darüber!“
6.3 Schaffen Sie Bindung!
6.4 Nutzen Sie Widersprüche aus!
6.5 „Die Dosis ist das Gift!“
6.6 Trainieren Sie Ihre Mitarbeiter und bleiben Sie konsistent!
6.7 Werden Sie aktiv!
7. Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist es, das Image und die Kommunikation der Wohnungsbaugenossenschaft Halberstadt (WGH) im Kontext des Programms „Stadtumbau Ost“ zu verbessern, um Mieter erfolgreich an das Unternehmen zu binden. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie psychologische Grundlagen der Einstellung und Glaubwürdigkeit angewendet werden können, um die Kommunikation zwischen Vermieter und Mieter in Krisensituationen zu optimieren.
1.2.3 Kommunikationsdefizite
Keine andere menschliche Schwäche wirkt zerstörerischer auf soziale Beziehungen wie das Vorurteil (Zimbardo, 1999). Aus vorgefassten Meinungen resultiert ein Kommunikationsversagen. Dieser Missstand kann dazu führen, dass die Person, gegenüber der man ein Vorurteil hat, durch eigenes Verhalten genau die Eigenschaften zeigt, die man von ihr erwartet (Aronson, 1994). Dieses Phänomen nennt man self-fulfilling-prophecy (sich selbsterfüllende Prophezeiung). Glaubt zum Beispiel ein Bewohner, dass sein Vermieter sich sowieso nicht für die Belange seiner Wohnungsnutzer interessiert, wird er den Eigentümer auch nicht über seine Wünsche, Sorgen, Anregungen etc. informieren. Da der Vermieter auf Grund dieses Mangels an Kommunikation keine Kenntnis von den Bedürfnissen seines Mieters hat, wird er tatsächlich nichts unternehmen, obwohl er vielleicht gerne geholfen hätte. Die Erwartung des Bewohners wird bestätigt – unabhängig davon, ob seine Überzeugung richtig oder falsch ist. Das bedeutet, er wird Vermieter weiterhin generell für herzlose Menschen halten (Aronson, 1994; Zimbardo, 1999).
Vermieter, die auf dem Wohnungsmarkt bestehen wollen, müssen somit ein positives Image aufbauen. Das gelingt ihnen nur, in dem sie ihren Bekanntheitsgrad erhöhen, Vorurteile abbauen sowie ihre Kommunikation mit den Mietern ausbauen.
1. Relevanz der Thematik: Dieses Kapitel beleuchtet den hohen Konkurrenzdruck unter Vermietern durch den Wohnungsleerstand in Ostdeutschland und erläutert die Bedeutung eines positiven Firmenimages.
2. Kommunikation: Es werden grundlegende kommunikationswissenschaftliche Prinzipien sowie das Modell von Luhmann zur Erklärung von Interaktionsprozessen dargestellt.
3. Einstellungen: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehung, Struktur und Änderung von Einstellungen sowie der kognitiven Dissonanz als zentralem Mechanismus zur Verhaltensbeeinflussung.
4. Glaubwürdigkeit: Hier werden die Dimensionen der Glaubwürdigkeit, wie Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit, sowie deren Bedeutung für die Rezeption durch den Mieter analysiert.
5. Praktisches Vorgehen der WGH: Das Kapitel stellt die Wohnungsbaugenossenschaft Halberstadt eG vor und bewertet deren bisherige Kommunikationserfahrungen bei Stadtumbau-Maßnahmen.
6. Optimierungsansätze: Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen werden konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Kommunikation und Bindungsstrategien für die WGH abgeleitet.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen psychologischen Strategien zusammen und bewertet das Potenzial der vorgeschlagenen Maßnahmen für den langfristigen Erfolg der WGH.
Wohnungsbaugenossenschaft, Stadtumbau Ost, Glaubwürdigkeit, Kommunikation, Einstellungsänderung, Kognitive Dissonanz, Imagebildung, Mieterbindung, Vorurteile, Commitment, Vertrauenswürdigkeit, Selbstwirksamkeit, Psychologische Grundlagen, Wohnungsmarkt, Öffentlichkeitsarbeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung psychologischer Grundlagen zur Verbesserung des Kommunikationsverhaltens und der Glaubwürdigkeit eines Vermieters am Beispiel der Wohnungsbaugenossenschaft Halberstadt eG während des Programms „Stadtumbau Ost“.
Die zentralen Themenfelder sind die Entstehung und Änderung von Einstellungen, die psychologischen Bedingungen für Glaubwürdigkeit in der Kommunikation sowie Strategien zur Bindung von Mietern durch gezielte Imagearbeit.
Das primäre Ziel ist es, das Image der WGH zu stärken, Verfahrensdefizite in der Kommunikation zu identifizieren und Optimierungsvorschläge zu erarbeiten, um die Akzeptanz von Stadtumbau-Maßnahmen bei den Mietern zu erhöhen.
Es werden psychologische Theorien, insbesondere Konsistenz- und Dissonanztheorien, auf den Kontext der Wohnungsmarktsituation angewendet und durch ein Experteninterview mit dem Vorstand der WGH sowie empirische Umfragedaten ergänzt.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen zu Kommunikation, Einstellungen und Glaubwürdigkeit, leitet daraus Handlungsempfehlungen für Vermieter ab und vergleicht diese mit den realen Erfahrungen und Kommunikationspraktiken der WGH.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Glaubwürdigkeit, Stadtumbau Ost, Einstellungsänderung, kognitive Dissonanz, Mieterbindung und Kommunikation geprägt.
Dissonanz wird gezielt als Hebel eingesetzt: Wenn Mieter zwischen der ungeliebten Wohnsituation und dem Umzug in modernisierte Quartiere schwanken, hilft die Konfrontation mit Widersprüchen dabei, eine Entscheidung herbeizuführen und die Einstellung zum Umzug zu stabilisieren.
Da Vermieter in Zeiten von Leerstand und Konkurrenz dringend auf die Kooperation der Mieter angewiesen sind, entscheidet das Vertrauen darüber, ob ein Mieter beim Rückbau kooperiert oder zu einem Wettbewerber abwandert.
Mieter, die unsicher bezüglich der Maßnahmen sind, orientieren sich am Verhalten ihrer Nachbarn. Öffentliche positive Beispiele und Meinungsführer spielen daher eine entscheidende Rolle für die Akzeptanz des Stadtumbaus.
Glaubwürdigkeit fungiert als Filter im Wissenserwerb. Da ein Vermieter nur dann erfolgreich überzeugen kann, wenn er als kompetent und vertrauenswürdig wahrgenommen wird, ist eine konsistente Kommunikation ohne Widersprüche zwingend erforderlich.
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