Magisterarbeit, 2007
89 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Euergetismus
2.1. Der Begriff des Euergetismus
2.2. Der Euergetismus als Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtungen
2.3. Die Euergeten und ihre Motive
2.3.1. Die Euergeten
2.3.2. Die Motive der Euergeten
2.4. Euergetismus unter der Herrschaft des Augustus
3. „Brot und Spiele“ als Teil des euergetischen Systems
3.1. Das Volk im augusteischen Rom
3.2. Die Position und Machtbefugnisse des princeps
3.3. Augustus und die „Spiele“
3.3.1. Die Sitzordnung
3.3.2. Eintrittspreise zu den Spielen
3.3.3. Interesse des princeps an den Spielen
3.4. Politik und „Spiele“
3.4.1. Der Staat und die Gladiatorenspiele
3.4.2. Circus und Amphitheater als politische Arena
3.4.3. Die Manifestationen
3.5. Die „Entpolitisierung“ der plebs urbana
3.5.1. Die politische Funktion von „Brot“
3.5.2. Die politische Funktion von „Spielen“
3.5.3. Bewertung der „Spiele“ durch antike Dichter
4. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006
4.1. Die organisatorischen Grundlagen der WM 2006
4.1.1. Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA)
4.1.2. Das Organisationskomitee (OK) der WM 2006
4.2. Die Finanzierung der WM 2006
4.2.1. Unternehmen als Sponsoren der WM 2006 und ihre Motive
4.2.2. Das Engagement der Bundesregierung bei der WM 2006 und ihre Motive
4.2.3. Das „Volk“ bei der WM 2006
4.3. Politik und die WM 2006
4.3.1. Die „Instrumentalisierung“ der WM 2006 durch die Politik
4.3.2. Die „Instrumentalisierung“ der Politik durch die FIFA
5. Parallelen zwischen Antike und Moderne
5.1. Antike Spiele und WM als Massenspektakel
5.2. Das „Volk“
5.3. Die Veranstaltung
5.4. Die Finanzierung durch Sponsoren
5.4.1. Finanzierung durch Sponsoren der Wirtschaft
5.4.2. Finanzierung durch den Ausrichterstaat
6. Schlussbetrachtung
Die Magisterarbeit untersucht die Berechtigung der „Brot-und-Spiele-These“ durch einen Vergleich der Spiele im augusteischen Rom mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Dabei wird analysiert, inwieweit politische Akteure sportliche Großereignisse zur Steuerung und Entpolitisierung der Bevölkerung nutzen.
3.3.1. Die Sitzordnung
Augustus reglementierte neben den oben genannten Veränderungen im Spiele Wesen auch die Sitzordnung der Massenveranstaltungen. So berichtet Sueton u.a. von der lex lulia thatralis, die sich allerdings nur auf das Theater bezog:
„Er korrigierte das völlig chaotische und zügellose Zuschauerverhalten und sorgte für Ordnung.“
Diese Ordnung bestand vor allem darin, die Stände mit Hilfe von drei verschiedenen Rängen voneinander zu trennen. Im obersten Rang, auf dem man die schlechteste Sicht auf das Theatergeschehen hatte, der cavea summa, saß die Unterschicht, also Sklaven, Frauen und jene Römer, die zu arm waren, um sich eine weiße Toga zu leisten. Die Angehörigen des Militärs, niedere Beamte und Römer mit einer weißen Toga belegten die cavea media, den Mittelrang. Die Plätze mit der besten Sicht in der cavea ima waren den höchsten Ständen vorbehalten. Dabei saßen die Senatoren in der ersten Reihe und die Ritter hinter ihnen. Im Amphitheater und im Circus „thronte“ Augustus auf dem pulvinar ad circum maximum, einer exponiert liegenden Loge. An anderer Stelle heißt es, dass Augustus in der ersten Reihe saß. Es ist in jedem Fall davon auszugehen, dass der Zuschauerraum auf ihn zentriert war. „So symbolisierte die Sitzordnung des Theaters die zentrale Rolle des princeps und die strikte Trennung der verschiedenen Stände.“ Aus dieser Sitzordnung ergibt sich ein exaktes Bild der Hierarchie in der römischen Gesellschaft, die der Staatsideologie des Augustus entspricht.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage vor, ob die „Brot-und-Spiele-These“ als Herrschaftsinstrument zur Entpolitisierung des Volkes in der Antike und der Moderne Gültigkeit besitzt.
2. Euergetismus: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Euergetismus als Regierungssystem und die spezifische Ausprägung unter der Herrschaft des Augustus.
3. „Brot und Spiele“ als Teil des euergetischen Systems: Hier wird die Rolle des Volkes, die Machtbefugnisse des Kaisers und die politische Funktion von Brot- und Spielspenden in Rom analysiert.
4. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006: Das Kapitel befasst sich mit der FIFA, dem Organisationskomitee und der Finanzierung durch Sponsoren und den Staat im Kontext der WM 2006.
5. Parallelen zwischen Antike und Moderne: Diese Sektion arbeitet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den antiken Spielen und modernen Massenspektakeln wie der WM 2006 heraus.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die „Brot-und-Spiele-These“ unter Berücksichtigung der unterschiedlichen historischen Rahmenbedingungen.
Euergetismus, Augustus, Brot und Spiele, Fußball-WM 2006, FIFA, Entpolitisierung, Massenspektakel, politische Instrumentalisierung, plebs urbana, Sponsoring, Machtbefugnisse, Identitätsstiftung, soziale Kontrolle.
Die Arbeit vergleicht die Bedeutung von sportlichen Großereignissen als politisches Steuerungsinstrument in zwei unterschiedlichen Epochen: dem augusteischen Rom und dem Deutschland des Jahres 2006.
Im Fokus stehen das System des Euergetismus, die Rolle des Volkes als Adressat von Vergünstigungen sowie die Instrumentalisierung von Sport durch politische Machthaber und Sportverbände.
Ziel ist es zu klären, ob die These „Brot und Spiele“ als bewusstes Instrument zur Entpolitisierung der Gesellschaft tatsächlich auf die untersuchten Zeiträume zutrifft oder ob es sich um ein Stereotyp handelt.
Der Untersuchung liegt ein geisteswissenschaftlicher Ansatz zugrunde, der sich vor allem auf eine hermeneutisch-interpretierende Analyse historischer Quellen und aktueller Berichterstattung stützt.
Der Hauptteil analysiert die antiken Spielstrukturen unter Augustus und vergleicht diese mit den organisatorischen Grundlagen, der Finanzierung und der politischen Rolle der Fußball-WM 2006 in Deutschland.
Wichtige Begriffe sind Euergetismus, Entpolitisierung, Massenspektakel, Brot und Spiele, FIFA, Instrumentalisierung und die soziopolitische Rolle des Volkes.
Während in der Antike der Kaiser oder lokale Honoratioren als private Stifter agierten, fungiert die FIFA heute als monopolitischer „Global Player“, der den Ausrichterstaat finanziell und organisatorisch in die Pflicht nimmt.
Diese werden als Orte gesellschaftlicher Integration gedeutet, die kurzfristig ein kollektives Gemeinschaftsgefühl erzeugten, das jedoch keine langfristige politische Partizipation oder Veränderung bewirkte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

