Examensarbeit, 2007
97 Seiten, Note: 1,00
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1 Einleitung
2 Außerschulische Lernorte
2.1 Definition
2.2 Argumente für die Einbeziehung außerschulischer Lernorte in den Unterricht
2.2.1 Motivation
2.2.2 Realbegegnung
2.2.3 Schüleraktivität, Arbeitsweisen und -techniken
2.2.4 Situationsbezogenes Lernen
2.2.5 Fächerübergreifender Unterricht
2.2.6 Forschend- Entdeckendes Lernen
2.2.7 Ganzheitlichkeit
2.3 Formen außerschulischer Lernorte für den Geschichtsunterricht
2.3.1 Institutionalisierte Lernorte
2.3.1.1 Das Museum als Lernort
2.3.1.2 Das Archiv als Lernort
2.3.2 Historische Orte
2.4 Platzierung und didaktische Funktion in einer Unterrichtseinheit
2.4.1 Der Unterrichtsgang als Einstieg in eine Unterrichtseinheit
2.4.2 Der Unterrichtsgang nach einer Vorbereitungsphase
2.4.3 Der Unterrichtsgang am Ende einer Unterrichtseinheit
2.4.4 Vorschläge für Methodisches Vorgehen und Schüleraktivitäten
2.4.4.1 Die Vorbereitungsphase
2.4.4.2 Die Ausführungsphase
2.4.4.3 Die Auswertungsphase
3 Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht
3.1 Der Einfluss Adornos
3.2 Vorerfahrungen und Bilder zum Nationalsozialismus
3.2.1 Familiengedächtnis und offizielle Erinnerungskultur
3.2.2 Bilder junger Migranten in Deutschland zum Nationalsozialismus
3.3 Konsequenzen für den Geschichtsunterricht heute
3.4 Verankerung in Lehr- und Bildungsplänen, Schulbücher
4 Erstellung eines Webportals
4.1 Wozu ein Webportal?
4.2 Aufbau und Inhalt des Webportals
4.3 Das Webportal und Lernen mit neuen Medien am Beispiel WebQuest
4.3.1 Theorie des WebQuests
4.3.2 WebQuest als Medium zur Weiterarbeit nach einem Unterrichtsgang
5 Vom Webportal zur Unterrichtsplanung
5.1 Der außerschulische Lernort Hauptfriedhof Frankfurt/M und die Lehrpläne Geschichte
5.1.1 Die Inhalte
5.1.2 Die Gegebenheiten vor Ort
5.1.3 Der Bezug zu den Lehrplänen
5.2 Platzierung des Unterrichtsgangs im Rahmen der Unterrichtseinheit
5.3 Ziele eines Unterrichtsgangs inmitten der Unterrichtseinheit und nach entsprechender Vorbereitungsphase
5.4 Vorbereitende Arbeiten für den Unterrichtsgang
5.5 Ablaufplanung für den Unterrichtsgang
5.6 Entwurf eines Erkundungsbogens
5.7 Weiterarbeit mit den Erkundungsergebnissen des Unterrichtsgangs
6 Schlussbetrachtung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, die didaktischen Potenziale außerschulischer Lernorte für den Geschichtsunterricht zum Thema Nationalsozialismus aufzuzeigen und ein Webportal zu konzipieren, das Lehrkräfte bei der Planung und Organisation entsprechender Unterrichtsgänge in der Rhein-Main-Region unterstützt und Hürden durch praxisnahe Hilfestellungen abbaut.
2.2.1 Motivation
Für Hey ist der Besuch eines außerschulischen Lernorts schon deshalb ein Motivationsfaktor für Lehrer und Schüler, weil durch ihn der „Schon- und Zwangsraum Schule verlassen wird“4. Unterricht der nicht in der gewohnten Umgebung der Schule stattfinde, lasse Raum für das Lernen durch Beobachten und das Erfahren der Umwelt. Nach Hey geht von dieser Realbegegnung und der damit verbundenen Möglichkeit, Beziehungen zwischen den Lerninhalten und der eigenen Erfahrungswelt herstellen zu können, sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer eine befreiende Wirkung aus5. Für die Lehrkraft könne „die Unterbrechung des alltäglichen Unterrichtstrotts“ und die Möglichkeit, den Unterricht in neuer Umgebung zu gestalten „erlösend und förderlich sein“6.
Als weiteren Motivationsfaktor für Exkursionsteilnehmer nennt Hey die Tatsache, dass das Korsett des Stundenplans mit seinen knapp bemessenen „Unterrichtsstunden zu jeweils wechselnden Themen“7 bei einem Besuch eines außerschulischen Lernortes wegfällt und kein Pausenzeichen abrupt die Bearbeitung eines Themenkomplexes unterbricht8.
Neben diesen eher äußeren Umständen, die als motivierende Elemente aufgeführt werden können, nennt Hey in seiner Veröffentlichung von 1997 einen weiteren Komplex von bedeutsamen Faktoren, der die Unterrichtsorganisation selbst betrifft. Zur Motivation der Beteiligten trage bei, die verschiedenen Arten zu lernen wie „die Notwendigkeit partnerschaftlichen und fächerübergreifenden Arbeitens“, „die Fülle möglicher Arbeitsformen und Medien“, sowie „der Umgang mit gegenständlichen Quellen“ und deren Anschaulichkeit.9
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik bei der Durchführung außerschulischer Lernorte und Definition der Zielsetzung dieser Arbeit, ein unterstützendes Webportal für das Thema Nationalsozialismus zu entwickeln.
2 Außerschulische Lernorte: Theoretische Auseinandersetzung mit Definitionen, didaktischen Argumenten sowie Formen und Platzierungsmöglichkeiten außerschulischer Lernorte im Geschichtsunterricht.
3 Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht: Analyse der veränderten Rahmenbedingungen bei der Thematisierung des Nationalsozialismus und Diskussion von Konzepten zur Einbindung von Gedenkstätten und lokaler Geschichte.
4 Erstellung eines Webportals: Darlegung der Konzeption und Funktionalität eines Webportals als Planungshilfe, inklusive des theoretischen Hintergrunds zum Einsatz von WebQuests.
5 Vom Webportal zur Unterrichtsplanung: Exemplarische Umsetzung der Portalkonzeption am Beispiel des Frankfurter Hauptfriedhofs, inklusive detaillierter Ablaufplanung und Erkundungsbögen.
6 Schlussbetrachtung und Ausblick: Reflexion über die Ergebnisse der Arbeit und Perspektiven für die weitere Pflege und Institutionalisierung des Webportals in Kooperation von Universität und Schulen.
Außerschulische Lernorte, Geschichtsdidaktik, Nationalsozialismus, Webportal, Unterrichtsplanung, WebQuest, Hauptfriedhof Frankfurt, Erinnerungskultur, Forschend-entdeckendes Lernen, Geschichtsunterricht, Exkursion, Migrationshintergrund, Lokalgeschichte, Gedenkstättenpädagogik, Methodenkompetenz
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzung außerschulischer Lernorte im Rhein-Main-Gebiet für den Geschichtsunterricht zum Themenkomplex Nationalsozialismus, um die didaktische Qualität zu erhöhen und Planungsprozesse für Lehrkräfte zu erleichtern.
Im Zentrum stehen die Didaktik außerschulischer Lernorte, die moderne Erinnerungskultur in Bezug auf den Nationalsozialismus unter Berücksichtigung verschiedener Schülerbiografien und die Konzeption eines digitalen Webportals als Planungshilfe.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Webportals, das Lehrkräfte bei der Auswahl und Organisation von Unterrichtsgängen zu außerschulischen Lernorten im Bereich Nationalsozialismus unterstützt und die Hürden der Planung durch praktische Hilfestellungen reduziert.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse geschichtsdidaktischer Theorien und der praktischen, exemplarischen Entwicklung eines Webportals, angewandt auf das Fallbeispiel des Frankfurter Hauptfriedhofs.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung außerschulischer Lernorte, die Analyse didaktischer Herausforderungen beim Thema Nationalsozialismus (z.B. Migrationshintergrund, Familiengedächtnis), die Konzeption des Portals und eine konkrete unterrichtspraktische Ausarbeitung.
Zentrale Begriffe sind außerschulische Lernorte, Geschichtsdidaktik, Nationalsozialismus, Webportal, Unterrichtsplanung, WebQuest und Gedenkstättenpädagogik.
Der Hauptfriedhof dient als Beispiel, um zu zeigen, wie ein außerschulischer Lernort durch das Webportal strukturiert und in eine Unterrichtseinheit integriert werden kann, selbst wenn er nicht sofort als klassisches „Highlight“ wahrgenommen wird.
Das Portal integriert WebQuests, die Schüler in Gruppenarbeit anleiten, vor Ort aufgeworfene Fragen gezielt durch Recherche und kritische Auseinandersetzung zu lösen und die Ergebnisse anschließend zu präsentieren.
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