Examensarbeit, 2007
116 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Erläuterungen und Definitionen der Kernbegriffe
1.1 Die Geschichte des Begriffs „Rasse“
1.2 Die Definition des Begriffs „Rasse“
1.3 Die Geschichte des Begriffs „Rassismus“
1.4 Was ist „Rassismus“?
1.5 Abgrenzung des Begriffs „Rassismus“ zu anderen Phänomenen
1.5.1 Ethnozentrismus
1.5.2 Xenophobie
1.5.3 Fremdenfeindlichkeit
1.5.4 Ausländerfeindlichkeit
1.5.5 Rechtsradikalismus/ Rechtsextremismus
1.5.6 Sexismus
1.5.7 Antisemitismus
2 Rassismus vor der Wiedervereinigung
2.1 Rassismus in der DDR
2.2 Rassismus in Westdeutschland
3 Rassismus in Deutschland nach der Wiedervereinigung
3.1 Die Situation in Deutschland kurz nach der Wiedervereinigung
3.2 Die Arbeitsmarktsituation und ihre Auswirkungen auf den Rassismus
3.3 Zusammenhänge von Bildungsstand und Rassismus
3.4 Die Wohnsituation und ihre Auswirkungen auf den Rassismus
3.5 Die Verbreitung rechtsradikaler Parteien in Deutschland
3.5.1 Die REP
3.5.2 Die DVU
3.5.3 Die NPD
3.5.4 „Ich wähle rechts!“
3.6 Das Täterprofil rassistischer Gewalt
3.7 Politische Ansätze zur Minderung des Rassismus
3.8 Die heutige Situation in Deutschland
3.9 Fallbeispiel: Der Brandanschlag von Solingen
3.9.1 Die Stadt Solingen
3.9.2 Der Tathergang
3.9.3 Der Tag danach
3.9.4 Die Täter
3.9.5 Die Opfer
3.9.6 Der Prozess
3.9.7 Solingen heute, 14 Jahre nach dem Brandanschlag
4 Rassismus in der Schule
4.1 Rassismus bei Schülern
4.1.1 Persönlichkeitsstruktur rassistischer Jugendlicher
4.1.2 Mädchen
4.1.3 Jungen
4.2 Rassistische Lehrer
4.3 Einflussnahme der Schule auf rassistische Tendenzen bei Schülern
4.3.1 Möglichkeiten und Probleme der Rassismusbekämpfung in der Schule
4.3.2 Konkrete Unterrichtskonzepte zur Prävention und Minderung von Rassismus
4.3.2.1 Der Geschichtsunterricht
4.3.2.2 Der Politikunterricht
4.3.2.3 Die sozial-ethische Bildung
4.3.2.4 Der Wirtschafts- und Geographieunterricht
4.3.2.5 Die interkulturelle Bildung
4.4 Das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“
4.4.1 Was ist „SOR - SMC“?
4.4.2 Wie wird man eine „SOR – SMC“?
4.4.2.1 Rechte der Schüler
4.4.2.2 Die Kooperation mit Lehrern
4.4.2.3 Patenschaften
4.4.3 Projekte und Aktionen von „SOR – SMC“
4.4.3.1 „Q-rage“: Die Zeitung des größten deutschen Schulnetzwerks
4.4.3.2 Das Projekt „Unsere Stadt ohne Rassismus“
4.4.4 „Schule ohne Rassismus“ in anderen Ländern Europas
Ziel der Arbeit ist es, die Ursachen und Erscheinungsformen des Rassismus in Deutschland seit der Wiedervereinigung zu analysieren und Möglichkeiten der Prävention, insbesondere im schulischen Kontext, aufzuzeigen.
3.9.4 Die Täter
Die vier Jugendlichen aus Solingen hatten alle Verbindungen zur rechten Szene und fielen teilweise auch zuvor schon durch ausländerfeindliche Aktionen auf. Der 17-jährige Christian Reher beispielsweise schmiss volle Bierflaschen gegen ein Haus von Türken und beleidigte und verjagte deren kleinere Kinder aus einem Park (vgl. Gür; Turhan 1996, S. 18). Er war noch Schüler (vgl. Gür; Turhan 1996, S. 48), laut Psychiatergutachten seinem Alter entsprechend normal entwickelt und stammte aus zerrütteten Verhältnissen (vgl. Gür; Turhan 1996, S. 79). In seinem Zimmer hing an der Wand eine türkische Flagge mit einem schwarzen Kreuz drauf, in einer anderen Ecke hing ein großes Hakenkreuz (vgl. Gür; Turhan 1996, S. 80). Reher machte kein Geheimnis aus seiner Abneigung gegen Türken, er erzählte in einem Gespräch mit dem Psychiater Prof. Dr. Christian Eggers, Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Rheinischen Landes- und Hochschulklinik Essen, der auch als Sachverständiger am späteren Prozess teilnahm, dass er das Aussehen und Verhalten von Türken nicht möge. Auch bei Kindern machte seine rassistische Einstellung keinen Halt: „Die Kinder von der Hatice Genç haben mich genauso gestört wie die Katzen – und die hab ich erwürgt.“ (Gür; Turhan 1996, S. 79) Auf die Frage hin, ob es ihn berührt, dass er für den Tod von fünf Menschen verantwortlich ist, antwortete er: „Ich bin das gar nicht schuld. Schließlich hab ich bloß die Zeitung angesteckt; der Felix hat Benzin drübergekippt. So ein klitzekleiner Fehler bringt mir jetzt zehn Jahre. Na ja, aber wenn die um sind, leben wir weiter. Was ich gemacht hab, war doch kein Mord; ich hab bloß das Haus angesteckt, und dabei sind halt welche umgekommen.“ (Gür; Turhan 1996, S. 79) Als der Psychiater ihn fragte, ob es ihm denn um die Kinder leid tue, die getötet wurden, zeigte Christian Reher auch hier keine Reue: „Nein. Tut es nicht. Der Staat hat doch sogar Nutzen davon, dann muß er kein Kindergeld zahlen. Weil, die Türken schaffen sich doch hier in Deutschland nur so viele Kinder an, um Kindergeld zu kassieren.“ (Gür; Turhan 1996, S. 79 f.)
1 Erläuterungen und Definitionen der Kernbegriffe: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Definition und historische Einordnung des Rasse- und Rassismusbegriffs sowie eine Abgrenzung zu verwandten Begriffen.
2 Rassismus vor der Wiedervereinigung: Es wird die Situation in der ehemaligen DDR und in Westdeutschland hinsichtlich rassistischer Tendenzen vor 1990 beleuchtet.
3 Rassismus in Deutschland nach der Wiedervereinigung: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen des Anstiegs rassistischer Gewalt, wie Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot, sowie den Einfluss rechter Parteien, flankiert durch das Fallbeispiel Solingen.
4 Rassismus in der Schule: Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Schulen durch Unterrichtskonzepte und Projekte wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ rassistischen Tendenzen entgegenwirken können.
Rassismus, Deutschland, Wiedervereinigung, Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Arbeitslosigkeit, Prävention, Schule ohne Rassismus, Brandanschlag Solingen, Sozialisation, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, Integration, Jugendkriminalität, Politische Bildung
Die Arbeit untersucht den Rassismus in der deutschen Gesellschaft mit besonderem Fokus auf die Zeit nach der Wiedervereinigung und dessen Auswirkungen auf das schulische Umfeld.
Die zentralen Felder umfassen historische Definitionen, die sozioökonomischen Ursachen rassistischer Tendenzen, die Rolle rechter Parteien und pädagogische Gegenmaßnahmen in der Schule.
Ziel ist es, die Ursachen für das Erstarken von Rassismus zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Institutionen wie Schulen durch Prävention und aktive Beteiligung der Schülerschaft gegensteuern können.
Die Autorin stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Auswertung offizieller Statistiken und relevanter Internetquellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen vor und nach der Wiedervereinigung, eine Fallstudie zum Brandanschlag von Solingen sowie ein ausführliches Kapitel zur Rassismusprävention in der Schule.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rassismus, Rechtsextremismus, Wiedervereinigung, Solingen-Brandanschlag und Prävention charakterisiert.
Der Brandanschlag von Solingen reflektiert laut der Autorin viele ihrer vorangegangenen Überlegungen und verdeutlicht die bleibende Präsenz sowie die verheerenden Folgen rassistischer Gewalt.
Die Autorin betrachtet die Schule als einen essenziellen Ort der Prävention, an dem durch fächerübergreifende Ansätze und Schülerprojekte wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ langfristig Toleranz gefördert werden kann.
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