Bachelorarbeit, 2007
58 Seiten, Note: 1,7
0. EINLEITUNG
1. GESCHLECHTERSOZIALISATION
1.1 Geschlechtsrollen
1.2 Geschlechtsrollenstereotype
2. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE IM SPRACHLICHEN VERHALTEN
2.1 Gibt es eine „Frauensprache“ und welchen Stellenwert hat sie?
2.1.1 Verschiedene Untersuchungen und Positionen
2.1.2 Hypothesen zum weiblichen Sprachverhalten
2.2 Merkmale des weiblichen Gesprächsstils
2.2.1 Mittel der Gesprächsarbeit
2.2.2 Abschwächungen
2.2.3 Wortschatz
2.3 Merkmale des männlichen Gesprächsstils
2.3.1 Mittel der Gesprächskontrolle
3. DIE KOMMUNIKATION IM CHAT
3.1 Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit
3.2 Gender und Chat
3.3 Sprachliche Konventionen bei der Chat-Kommunikation
3.3.1 Emoticons
3.3.2 Akronyme
3.3.3 ASCII-Kunst
3.3.4 Soundwörter
3.3.5 Aktionswörter
3.3.6 Emoting – Äußerungen in der dritten Person
3.3.7 Disclaimer
4. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ZUR CHAT-KOMMUNIKATION
4.1 Methoden
4.1.1 Beschreibung des Materials
4.1.2 Die Gesprächsanalyse
4.2 Arbeitshypothesen
4.3 Empirische Ergebnisse
4.3.1 Quantitativer Teil
4.3.2 Qualitativer Teil
4.4 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
4.5 Schlusswort und Anregungen für neue Untersuchungen
Die Arbeit untersucht, ob trotz der Anonymität in digitalen Kommunikationsformen wie dem Chat geschlechtsspezifische Unterschiede im Sprachverhalten von Männern und Frauen bestehen und wie sich die soziale Kategorisierung durch Geschlechtsrollenstereotype in diesem Medium manifestiert.
3.2 Gender und Chat
Im Zusammenhang mit der Kommunikation in den digitalen Medien werden auch immer wieder Geschlechterfragen thematisiert. Dabei gehen die theoretischen Ansätze sehr weit auseinander. Während einige das Netz als „egalitäre Welten des Diskurses“ betrachten, „in denen nur das Geschriebene zählt ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Rasse, Klasse oder Aussehen“ (s. Döring, 2000, S. 182) formuliert zum Beispiel Christian Stegbauer seinen Leitgedanken
Soziale Begrenzungen machen keineswegs vor dem Netzmedium halt, sondern sie kommen vielmehr in anderer Form zum Tragen (s. Thimm, 2000).
Eine genaue Untersuchung, in welcher Form diese Begrenzungen sich auf das Verhältnis zwischen den Geschlechtern im Netz auswirken und wie sie sich äußern, soll hier nicht erfolgen. So sei nur darauf verwiesen, dass es sowohl im englisch- als auch im deutschsprachigen Raum bereits einige Studien zum Thema gibt, von denen sich viele mit virtueller Gewalt von Männern gegen Frauen, Pornographie oder auch Phänomen wie Höflichkeit in der computerbasierten Kommunikation beschäftigen (Cherny & Weise 1996, Dorta, 2005, Githens, 1996, Hering, 2001, 2002, Pürrer, 2000, Crowston & Kammerer, 1998, Barak & Fisher 1997, Jaffe 1995 u. a.). Sie alle haben mehr oder weniger gemeinsam, dass sie zu dem Schluss kommen, dass Frauen im Netz weniger aggressiv und selbstdarstellerisch als Männer auftreten, sie weniger ausfällig gegenüber anderen werden und ihre Beiträge kürzer und prägnanter halten.
0. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Relevanz der Internet-Sprache ein und definiert die Forschungsfrage, inwieweit geschlechtsspezifische Unterschiede trotz der Anonymität des Chats fortbestehen.
1. GESCHLECHTERSOZIALISATION: Dieses Kapitel erläutert den Prozess, wie durch gesellschaftliche Normen und soziale Interaktionen ein soziales Geschlecht konstruiert wird.
2. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE IM SPRACHLICHEN VERHALTEN: Es werden zentrale Hypothesen wie die Defizit- und Differenzhypothese vorgestellt, um Unterschiede im weiblichen und männlichen Gesprächsstil theoretisch zu rahmen.
3. DIE KOMMUNIKATION IM CHAT: Der Fokus liegt auf der Charakterisierung des Chats als "neue Schriftlichkeit" und der Analyse spezifischer sprachlicher Konventionen wie Emoticons, Akronyme und Aktionswörter.
4. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ZUR CHAT-KOMMUNIKATION: Der Hauptteil präsentiert die empirische Studie, in der Chat-Logfiles quantitativ und qualitativ ausgewertet wurden, um das Kommunikationsverhalten der Geschlechter zu prüfen.
Chat-Kommunikation, Geschlechterforschung, Frauensprache, Männersprache, Geschlechtersozialisation, Internet-Linguistik, Gesprächsanalyse, Gender, Emoticons, Akronyme, digitale Kommunikation, Anonymität, Netzkommunikation, Chat-Korpus, Gesprächsverhalten
Die Arbeit untersucht, ob die in der realen Welt beobachtbaren geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Kommunikation auch in virtuellen Chat-Umgebungen bestehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschlechtersozialisation, den theoretischen Ansätzen zum männlichen und weiblichen Gesprächsstil sowie den spezifischen sprachlichen Konventionen der Chat-Kommunikation.
Das Ziel ist herauszufinden, inwieweit die Anonymität im Chat das sprachliche Verhalten von Männern und Frauen beeinflusst und ob geschlechtsspezifische Muster trotz des Mediums erhalten bleiben.
Es handelt sich um eine empirische Sekundäranalyse, die quantitative Statistiken (Logfiles) mit einer qualitativen Analyse einer spezifischen Chat-Sequenz kombiniert.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten empirischen Auswertung von Chat-Protokollen des Dortmunder Chat-Korpus sowie der Interpretation dieser Ergebnisse im Vergleich zu den aufgestellten Arbeitshypothesen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Chat-Kommunikation, Geschlechterforschung, Frauensprache, Gesprächsanalyse und digitale Kommunikation.
Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Während manche Hypothesen zur Dominanz oder Sprachnutzung durch die Daten nicht oder nur eingeschränkt bestätigt werden konnten, zeigt die Analyse die Komplexität der situativen Anpassung im virtuellen Raum.
Er beschreibt die Annahme, dass Geschlecht keine statische Eigenschaft ist, sondern während der Kommunikation durch Handlungen in der jeweiligen sozialen Situation immer wieder neu hergestellt wird.
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