Examensarbeit, 2007
124 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das deutsche Schulsystem
2.1 Entstehung und Entwicklung
2.2 Allgemeiner Aufbau
2.3 Organisation und Struktur der einzelnen Schulformen
3. Das finnische Schulsystem
3.1 Entstehung und Entwicklung
3.2 Allgemeiner Aufbau
3.3 Organisation und Struktur der einzelnen Schulformen
3.3.1 Vorschulunterricht
3.3.2 Gesamtschule
3.3.3 Gymnasiale Oberstufe
3.3.4 Berufliche Grundausbildung
3.3.5 Höhere Bildung
3.3.5.1 Universitäten
3.3.5.2 Fachhochschulen
4. Die Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz
4.1 Gründe für die Entwicklung eines Ganztagsschulangebotes
4.2 Ziele des Ganztagsschulangebotes
4.3 Die Geschichte der Ganztagsschule
4.4 Die Entstehung und Verbreitung des Ganztagsschulgedankens in RLP
4.5 Organisatorische Aspekte
4.5.1 Finanzierung
4.5.2 Vorbereitung der Schulen auf die Aufnahme in das Ganztagsschulprogramm
4.5.3 Antragsstellung
4.5.4 Mögliche Formen und Modelle
4.5.5 Die vier Säulen
4.6 Rahmenaspekte
4.6.1 Das Personal
4.6.2 Das Mittagessen
4.6.3 Die Hausaufgaben
5. Deutsche Ganztagsschule versus finnische Gesamtschule
5.1 Vor- und Nachteile des Ganztagsschulprogramms in Deutschland
5.1.1 Vorteile
5.1.2 Nachteile
5.2 Bisherige Auswirkungen der deutschen Ganztagsschule anhand der POLIS-Ergebnisse
5.3 Aufgaben und Ziele des finnischen Schulsystems
5.4 Das finnische Selbstverständnis – Einstellungen und Mentalitäten der Finnen
5.5 Das MUKAVA-Programm
5.6 Resümee: Hinkt der Vergleich?
6. Vergleichende Aspekte und Schlussbemerkungen
6.1 Ein Vergleich der deutschen und der finnischen Bildungspolitik
6.2 Erklärungen für den Schulerfolg Finnlands
6.3 Konsequenzen für das deutsche Schulsystem
6.4 Die Ganztagsschule zum Ausgleich aller Defizite der Halbtagsschule
7. Gesamtbewertung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit vergleicht das deutsche und das finnische Schulsystem, um zu analysieren, ob der Ganztagsschulausbau in Deutschland – insbesondere in Rheinland-Pfalz – als geeignetes Mittel zur Überwindung der bildungspolitischen Defizite dienen kann und inwiefern sich finnische Standards auf das deutsche Schulwesen übertragen lassen.
3.3.1 Vorschulunterricht
Die Vorschule, deren Unterricht meist in Schulen oder Kindertagesstätten stattfindet, wird in Finnland esikoulu genannt. Hier sollen die sechsjährigen Kinder ein Jahr vor Beginn des regulären Schulunterrichts in spielerischer Weise neue Fähig- und Fertigkeiten erwerben, um so ihre Lernvoraussetzungen zu verbessern und um schon einmal auf die Arbeitsweisen der Schule vorbereitet zu werden. Genau wie in Deutschland ist auch in Finnland der Vorschulunterricht freiwillig und nicht verpflichtend. Allerdings nehmen die meisten finnischen Kinder im Gegensatz zu den deutschen am Vorschulunterricht teil. Für deutsche Schüler wäre es geradezu eine Schande, die Vorschule besuchen zu müssen. „Nach dem Gesetz haben die Kommunen für alle sechs-jährigen Kinder kostenlosen Vorschulunterricht zu organisieren.“ Hinzu kommt, dass für jedes Kind innerhalb von zwei Wochen ein Platz zur Verfügung stehen muss. Dies ist deshalb notwendig, weil in Finnland sehr häufig beide Elternteile arbeiten gehen. So besteht eine wichtige Aufgabe des Vorschulunterrichts darin, „die elterliche Erziehungsarbeit zu unterstützen.“ Außerdem soll jedes Kind in der Vorschule eine eigene Persönlichkeit entwickeln können. Hierzu ist es notwendig, dass die Erzieher ein jedes Kind ganz genau beobachten.
In dem Film „Spitze! – Schulen am Wendekreis der Pädagogik“ von Reinhard Kahl wird in eindrucksvoller Weise gezeigt, dass es sich bei der finnischen Vorschule um einen anregenden Ort handelt, an dem die Kinder nicht sich selbst überlassen sind, sondern an dem es viele Angebote gibt, welche Interesse und Fragen der angehenden Schüler herausfordern. Meist sind in einer Vorschulklasse ungefähr 15 Kinder, die von einer Lehrerin und meist auch einer zusätzlichen Assistentin betreut oder vielmehr „unterrichtet“ werden. Ein großer Unterschied zu deutschen Kindergärten besteht darin, dass finnische Vorschullehrerinnen studiert haben müssen.
Schließlich bleibt noch zu sagen, dass finnische Kinder schon vor Schulbeginn durch die esikoulu optimal auf die bald beginnende Schulzeit vorbereitet werden, indem nicht nur fachliche Fähigkeiten - wie Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens - gelegt und Selbsteinschätzung sowie Selbstüberprüfung frühzeitig eingeübt werden, sondern auch indem die Erzieherinnen versuchen, die Kinder zu ausgeglichenen Persönlichkeiten zu erziehen.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Diskrepanz zwischen finnischen Schulerfolgen und dem deutschen Bildungsstand sowie die Rolle des Ganztagsschulausbaus als mögliche Lösung.
2. Das deutsche Schulsystem: Ein historischer und struktureller Überblick über die Dreigliederung und Reformschritte des deutschen Bildungswesens.
3. Das finnische Schulsystem: Eine detaillierte Untersuchung der Entwicklung, der einheitlichen Struktur und der verschiedenen Bildungsinstanzen des finnischen Modells.
4. Die Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz: Eine umfassende Analyse der Implementierung, Finanzierung und organisatorischen Gestaltung von Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz.
5. Deutsche Ganztagsschule versus finnische Gesamtschule: Der direkte Vergleich von Zielsetzungen, Erfolgen und Mentalitätsunterschieden, inklusive einer Analyse der POLIS-Ergebnisse.
6. Vergleichende Aspekte und Schlussbemerkungen: Zusammenführung der Erkenntnisse zu Bildungspolitik, Erfolgsfaktoren und konkreten Veränderungsvorschlägen für das deutsche System.
7. Gesamtbewertung und Ausblick: Eine abschließende kritische Reflexion darüber, inwiefern das Ganztagsschulprogramm die bildungspolitischen Zielvorgaben in Deutschland erfüllen kann.
Finnland, Deutschland, Ganztagsschule, Rheinland-Pfalz, PISA, Gesamtschule, Schulerfolg, Bildungspolitik, Chancengleichheit, individuelle Förderung, Schulentwicklung, Schulverwaltung, Leistungsfähigkeit, Ganztagsbetreuung
Die Arbeit untersucht, warum Finnland in internationalen Leistungsstudien wie PISA erfolgreich ist und ob das deutsche Modell der Ganztagsschule ein geeigneter Ansatz ist, um das deutsche Bildungssystem nach finnischem Vorbild zu modernisieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der strukturellen Analyse des deutschen und finnischen Schulsystems, der Untersuchung des Ganztagsschulprogramms in Rheinland-Pfalz sowie dem Vergleich soziokultureller Rahmenbedingungen und pädagogischer Ziele.
Die Forschungsfrage lautet, ob die flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen in Deutschland ausreicht, um bestehende Bildungsdefizite und soziale Ungleichheiten zu beseitigen, oder ob grundlegendere Veränderungen der bildungspolitischen Prioritäten notwendig sind.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Begleitstudien, insbesondere der POLIS-Ergebnisse zum rheinland-pfälzischen Ganztagsschulprogramm, und setzt diese in den Kontext internationaler Vergleichsdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der beiden nationalen Schulsysteme, eine spezifische Analyse der Ganztagsschulorganisation in Rheinland-Pfalz und einen direkten Vergleich, der Vor- und Nachteile sowie die Übertragbarkeit finnischer Ansätze kritisch beleuchtet.
Wesentliche Begriffe sind Chancengleichheit, Ganztagsschule, PISA, Gesamtschulsystem, Bildungspolitik, individuelle Förderung, Reformansätze und soziale Selektion.
Die Autorin erkennt an, dass das Programm zur Entlastung von Familien beiträgt und gut angenommen wird, warnt jedoch davor, es als Allheilmittel für den schulischen Bildungserfolg zu missverstehen, da pädagogische Qualitätskriterien oft hinter reinen Betreuungsbedarfen zurückstehen.
Nein, die Autorin betont, dass eine bloße Übernahme von Strukturen (wie der Gesamtschule) nicht zum Erfolg führen würde, da der finnische Erfolg maßgeblich auf einer spezifischen gesellschaftlichen Mentalität, Vertrauenskultur und einer anderen Einstellung zu Bildung basiert, die nicht einfach importiert werden können.
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