Diplomarbeit, 2006
155 Seiten, Note: 1,1
I. EINLEITUNG
II. EINFÜHRENDE GRUNDLAGEN
1. Der französische Roman der 80er und 90er Jahre
2. Michel Houellebecq: Leben und Werk
2.1 Das literarische Konzept Michel Houellebecqs
3. Les Particules Élémentaires
3.1 Inhalt
3.2 Textanalyse
3.3 Biographische Parallelen
III. LES PARTICULES ÉLÉMENTAIRES IN DEN MEDIEN
1. „Le roman d’un roman“ - Les Particules Élémentaires als lanciertes Medienprojekt
2. Die gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Espace du Possible
3. Michel Houellebecqs Ausschluß aus der Société Perpendiculaire
3.1 Die Gruppe
3.2 Das Gespräch zwischen Michel Houellebecq und der Société Perpendiculaire
3.3 Auseinandersetzung in der Presse
4. Der Wettlauf um den Prix Goncourt
5. Rezeptionsanalyse der großen Tageszeitungen und Literatur-/Kulturmagazine Frankreichs
5.1 Le Monde des Livres
5.2 Le Figaro
5.3 Le Figaro Magazine
5.4 Le Figaro littéraire
5.5 L’Express
5.6 Les Inrockuptibles
5.7 L’Événement du Jeudi
5.8 La Quinzaine littéraire
5.9 Libération
5.10 Le Nouvel Observateur
5.11 Vermischtes
5.12 Résumée
6. Einzelthesen und -vorwürfe
6.1 Individualismus und Liberalismus
6.2 Die sexuelle Befreiung
6.3 Die „Frauenfrage“
6.4 Rassismus
1. „Roman de droite ? Roman de gauche ?“
2. Erklärungsversuche
V. ABSCHLIESSENDE ANALYSE
VI. ANHANG
1. Die Französische Literatur seit dem zweiten Weltkrieg
1.1 Der Nouveau Roman
1.2 Vom Strukturalismus zum Poststrukturalismus
1.3 Der Nouveau Nouveau Roman
1.4 Rückkehr zur „Normalität“
2. Die Besonderheiten des französischen Literaturmarkts
2.1 La Rentrée littéraire
2.2 Literaturpreise
3. La Nouvelle Tendance
4. L’Association les Amis de Michel Houellebecq
Ziel dieser Diplomarbeit ist eine strukturierte Analyse der französischen Presserezeption des Romans „Les Particules Élémentaires“ von Michel Houellebecq. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie das Werk und die Person des Autors in der Kritik wahrgenommen wurden, warum es zu einer derart gespaltenen und heftigen öffentlichen Auseinandersetzung kam und inwieweit die mediale Debatte eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Roman selbst verhinderte.
3.1 Inhalt
In seinem 1998 erschienen Roman Les Particules Élémentaires erzählt Michel Houellebecq die Geschichte der beiden Halbbrüder Bruno Clément und Michel Djerzinski, geboren 1956 und 1958. Eingebettet in eine Rahmengeschichte, bestehend aus Pro- und Epilog, in der einleitend von einer „dritten metaphysischen Wandlung“ die Rede ist, breitet der auktoriale Erzähler, ausgehend vom Jahr 1998, mit vielfachen Rückblenden das Leben der beiden Protagonisten vor dem Leser aus.
Deren gemeinsame Mutter Janine Ceccaldi lernt 1952 während ihres Medizinstudiums in Paris zunächst den ambitionierten Chirurgen Serge Clément kennen. Die beiden heiraten und mehr aus Versehen wird Janine schwanger. Um der Erfahrung der Mutterschaft willen beschließt sie jedoch, das Kind zu behalten. Die mit der Kindererziehung einhergehenden Verpflichtungen schränken das Paar allerdings schon bald zu sehr in ihren persönlichen Freiheiten ein und so wird der Sohn Bruno zwei Jahre nach der Geburt den Großeltern in Algerien überantwortet. Daraufhin beginnt Janine ein Verhältnis mit dem Dokumentarfilmer Marc Djerzinski und schenkt noch im selben Jahr einem zweiten Sohn, Michel, das Leben. Die Beziehung zu dessen Vater hat jedoch ebenso wenig Bestand wie ihre Ehe und Janine beginnt auch ihn bald zu betrügen. Mehr und mehr entwickelt sich ihr Haus zu einer Anlaufstätte für gestrandete Hippies und als Marc 1960 von einer Reise zurückkehrt, findet er seinen Sohn in einem Zustand der Verängstigung und Verwahrlosung vor, woraufhin er ihn bei seiner Mutter im Département Yonne unterbringt.
I. EINLEITUNG: Darstellung der persönlichen Motivation der Autorin für die Untersuchung des Phänomens Houellebecq sowie eine Erläuterung der verwendeten Quellenbasis und methodischen Herangehensweise.
II. EINFÜHRENDE GRUNDLAGEN: Literarhistorische Kontextualisierung des französischen Romans der 80er und 90er Jahre sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Biografie Michel Houellebecqs und dem Inhalt sowie der Analyse seines Romans.
III. LES PARTICULES ÉLÉMENTAIRES IN DEN MEDIEN: Untersuchung der medialen Lancierung des Romans, der rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Campingplatzbetreiber und des Zerwürfnisses mit der Zeitschrift Revue Perpendiculaire.
V. ABSCHLIESSENDE ANALYSE: Zusammenfassende Gesamtrekonstruktion der Hintergründe für den Erfolg des Romans und Erklärungsversuche für die gespaltene Rezeption durch die Literaturkritik.
VI. ANHANG: Weiterführende Informationen zur französischen Literaturgeschichte seit 1945, den Besonderheiten des Literaturmarkts, einer vermeintlich neuen literarischen Strömung und der Gründung des Vereins „Les Amis de Michel Houellebecq“.
Michel Houellebecq, Les Particules Élémentaires, Französische Literatur, Rezeptionsanalyse, Presserezeption, Liberalismus, Sexuelle Befreiung, Moderne Gesellschaft, Literaturbetrieb, Medienereignisse, Prix Goncourt, Nouvelle Tendance, Individualismus, Literaturkritik
Die Arbeit analysiert die Rezeption des Romans „Les Particules Élémentaires“ in der französischen Presse und untersucht, warum dieses Werk derart kontroverse Diskussionen und mediale Aufmerksamkeit auslöste.
Im Zentrum stehen die literaturhistorische Einordnung, der Einfluss von Michel Houellebecqs Biografie auf sein Werk sowie die Analyse der gesellschaftskritischen Thesen des Autors im Spannungsfeld zwischen Presse, Literaturkritik und dem „Phänomen Houellebecq“.
Das Ziel ist es, eine strukturierte Übersicht der Rezeptionsgeschichte zu geben, den außergewöhnlichen Erfolg des Romans zu erklären und die Rolle des Autors bei der Steuerung der öffentlichen Debatte zu beleuchten.
Die Autorin stützt sich auf eine umfangreiche Auswertung von Presseartikeln, Interviews, literaturwissenschaftlichen Publikationen und Sekundärwerken, um ein kohärentes Bild der medialen Resonanz auf das Werk zu zeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Einordnung des Werks, eine Analyse der Medienereignisse (wie Rechtsstreitigkeiten und Autoren-Ausschluss) sowie eine eingehende Untersuchung der von der Presse vorgebrachten Vorwürfe gegen den Autor.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Michel Houellebecq, Medienrezeption, literarischer Skandal, gesellschaftliche Liberalisierung, Individualismus und die Rolle des Autors im öffentlichen Diskurs.
Die Gruppe schloss Houellebecq nach der Veröffentlichung aus, da sie seinen Roman als Ausdruck einer rechtsideologischen Gesinnung wertete, die im krassen Widerspruch zu ihrem linken Selbstverständnis stand.
Die Nicht-Vergabe des renommierten Preises an Houellebecq wurde von vielen als Skandal empfunden und befeuerte die mediale Polemik, wobei die Diskussion um den Preis eher die persönlichen Querelen als die literarische Qualität des Werks in den Vordergrund rückte.
Diese Vorwürfe basieren oft auf den expliziten Darstellungen im Roman, insbesondere auf den Aussagen der Figur Bruno, die der Autor in Interviews teilweise bestätigte, was Kritiker dazu verleitete, Fiktion und Autorwahrheit oft undifferenziert gleichzusetzen.
Der Roman zeichnet sich durch seinen Bruch mit bisherigen literarischen Doktrinen aus, indem er Wissenschaft, Philosophie und Poesie in einer realistischen, teils brutal ehrlichen Weise miteinander verknüpft, was ihn für die französische Literaturkritik der 90er Jahre besonders debattierbar machte.
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