Diplomarbeit, 2006
104 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Überstundenarbeit/Mehrarbeit
2.2 Flexible Teilzeitarbeit
2.3 Arbeitsplatzteilung
2.4 Abrufarbeit/KAPOVAZ
2.5 Schichtarbeit
2.6 Vertrauensarbeitszeit
2.7 Amorphe Arbeitszeit
2.8 Telearbeit
2.9 Gleitzeit und Arbeitszeitkonten
3 Gleitende Arbeitszeit
3.1 Grundformen der Gleitzeit
3.2 Inhalt der Gleitenden Arbeitszeit
3.2.1 Festlegung des Umfanges von Gleitzeit und Kernzeit
3.2.2 Übertragbarkeit von Zeitguthaben und Zeitschulden in andere Abrechnungsperioden
3.3 Zeiterfassung bei gleitender Arbeitszeit
3.4 Vorteile der gleitenden Arbeitszeit für den Arbeitgeber
3.4.1 Anpassung der Arbeitszeit an den Arbeitsanfall
3.4.2 Leistungssteigerung durch Motivation der Mitarbeiter
3.4.3 Rückgang der bezahlten Überstunden und Fehlzeiten
3.4.4 Verlängerung der Servicezeiten
3.5 Vorteile für den Arbeitnehmer
3.5.1 Bessere Anpassung der Arbeitszeit an den Lebensrhythmus des einzelnen Arbeitnehmers
3.5.2 Geringere Wegzeiten und keine „verschenkte“ Arbeitszeit mehr
3.5.3 Verlängertes Wochenende, verlängerter Urlaub
4 Bedeutung von Arbeitszeitkonten
4.1 Die Entwicklung von Arbeitszeitkonten
4.2 Beweggründe für die Einrichtung Von Arbeitszeitkonten
4.3 Arten von Arbeitszeitkonten
4.3.1 Kurzzeitkonten
4.3.2 Langzeitkonten
5 Ausgestaltung von Gleitzeitregelungen bzw. Arbeitszeitkonten und gesetzliche Grenzen
5.1 Gesetzliche Grenzen der Arbeitszeit
5.1.1 Grundsätzliches
5.1.2 Begriff der Arbeitszeit
5.1.3 Begriff und Verteilung der Normalarbeitszeit
5.1.4 Arbeitsruhe
5.1.5 Grenzen der Arbeitszeit bei Gleitzeit
5.2 Mehrarbeit und Überstunden im Rahmen der Gleitzeit
5.2.1 Grundsätzliches zur Mehrarbeit und Überstunden
5.2.2 Sonderprobleme der Überstundenleistung bei gleitender Arbeitszeit
5.3 Auf- und Abbau von Gutschriften auf dem Arbeitszeitkonto
5.3.1 Grundsätzliches zur Lage der Arbeitszeit
5.3.2 Präzisierung der Lage der Arbeitszeit bei Gleitzeit
5.3.3 Abbau des Zeitguthabens am Arbeitszeitkonto
5.3.4 Verfall von Guthaben am Arbeitszeitkonto
6 Implementierung der Gleitzeit in den Arbeitsvertrag
6.1 Bestimmungen im Kollektivvertrag
6.1.1 Grundsätzliches
6.1.2 Der Kollektivvertrag im Arbeitszeitrecht
6.2 Bestimmungen in der Betriebsvereinbarung
6.2.1 Grundsätzliches
6.2.2 Möglichkeiten der Mitbestimmung für den Betriebsrat
6.2.3 Inhalt der Vereinbarung
6.3 Regelungen im Einzelvertrag
7 Abwicklung von Arbeitszeitkonten
7.1 Abwicklung im fortlaufenden Arbeitsvertrag
7.2 Ausgleich nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
7.2.1 Ausgleichsansprüche des Arbeitnehmers
7.2.2 Ausgleichsansprüche des Arbeitgebers
7.2.3 Auswirkungen einzelner Beendigungsarten
7.3 Abwicklung bei Insolvenz des Arbeitgebers
7.3.1 Anspruch auf Insolvenz-Ausfallsgeld
7.3.2 Gesicherte Ansprüche
7.3.3 Beschränkungen des Anspruches auf Insolvenz-Ausfallsgeld
7.4 Abwicklung bei Betriebsübergang
7.4.1 Arbeitsbedingungen aufgrund einer Betriebsvereinbarung
7.4.2 Arbeitsbedingungen aufgrund eines Kollektivvertrages
8 Resümee
Diese Diplomarbeit untersucht den rechtlichen Gestaltungsspielraum für die Implementierung flexibler Arbeitszeitmodelle, insbesondere der gleitenden Arbeitszeit in Verbindung mit Arbeitszeitkonten. Dabei wird analysiert, wie diese Modelle betriebswirtschaftlich sinnvoll gestaltet und rechtlich korrekt in Kollektivverträge, Betriebsvereinbarungen oder Einzelarbeitsverträge eingebunden werden können, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Grenzen des Arbeitszeit- und Arbeitsruherechts.
3.1 GRUNDFORMEN DER GLEITZEIT
Bei der Gleitzeit wird dem Arbeitnehmer - innerhalb gewisser vereinbarter Grenzen - Dispositionsfreiheit hinsichtlich der Arbeitszeitverteilung eingeräumt, 33 da gem § 4b Abs 1 AZG der Arbeitnehmer Beginn und Ende seiner täglichen Arbeitszeit selbst wählen kann. Grundsätzlich lassen sich – je nach Grad der Zeitsouveränität des Arbeitnehmers – drei Modelle unterscheiden:
- einfache Gleitzeit
- qualifizierte Gleitzeit
- variable Gleitzeit.
Bei der einfachen Gleitzeit steht das Gesamtausmaß der täglichen Arbeitszeit fest, der einzelne Arbeitnehmer hat lediglich die Möglichkeit, deren Lage innerhalb bestimmter Grenzen selbst zu bestimmen. 34 Wesentlich flexibler ist das Modell der qualifizierten Gleitzeit, da der Arbeitnehmer hier nicht nur die Lage, sondern auch die Dauer der täglichen Arbeitszeit selbst bestimmen kann. 35 Durch die unterschiedliche Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Arbeitstage, wird ein Ansparen von Zeitguthaben oder –schulden über längere Zeiträume möglich. Damit diese Souveränität sinnvoll genützt werden kann, werden auf einem persönlichen Arbeitszeitkonto des Arbeitnehmers tagesbezogene Abweichungen zwischen der vereinbarten und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit saldiert. Im Rahmen eines qualifizierten Gleitzeitmodells wird meistens ein so genannter Gleitzeitrahmen (frühest möglicher Arbeitsbeginn und spätest mögliches Arbeitsende) in Verbindung mit einer Kernzeit vereinbart. 36 Unter der Kernzeit ist jener Zeitraum zu verstehen, in dem der Arbeitnehmer jedenfalls im Betrieb anwesend sein muss.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die zunehmende Bedeutung flexibler Arbeitszeitmodelle aufgrund wirtschaftlicher Erfordernisse und definiert das Ziel der Arbeit, den rechtlichen Gestaltungsspielraum für Gleitzeit und Arbeitszeitkonten zu untersuchen.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel stellt verschiedene Grundformen flexibler Arbeitszeitgestaltung dar, wie Überstunden, Teilzeit, Schichtarbeit, Vertrauensarbeitszeit und Telearbeit, bevor es auf die Bedeutung von Gleitzeit und Arbeitszeitkonten als weit verbreitete Modelle verweist.
3 Gleitende Arbeitszeit: Hier werden die Grundformen und inhaltlichen Anforderungen der Gleitzeit detailliert, wobei sowohl die Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer als auch die notwendige Zeiterfassung behandelt werden.
4 Bedeutung von Arbeitszeitkonten: Dieses Kapitel analysiert die Funktion von Arbeitszeitkonten als zentrales Steuerungssystem, ihre Entwicklung, die Beweggründe für ihre Einrichtung sowie die Differenzierung in Kurzzeit- und Langzeitkonten.
5 Ausgestaltung von Gleitzeitregelungen bzw. Arbeitszeitkonten und gesetzliche Grenzen: Dieses umfangreiche Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Grenzen bei Mehrarbeit und Überstunden sowie die Regelungen zum Auf- und Abbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten.
6 Implementierung der Gleitzeit in den Arbeitsvertrag: Hier wird dargelegt, wie Gleitzeitmodelle rechtlich in Kollektivverträge, Betriebsvereinbarungen und Einzelarbeitsverträge integriert werden, unter besonderer Berücksichtigung der Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats.
7 Abwicklung von Arbeitszeitkonten: Dieses Kapitel behandelt die Abwicklung von Zeitguthaben und -defiziten sowohl während des laufenden Arbeitsverhältnisses als auch nach dessen Beendigung, inklusive spezieller Fälle wie Insolvenz und Betriebsübergang.
8 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung, in der das Modell der Gleitzeit als unverzichtbarer, aber primär arbeitnehmerorientierter Bestandteil der modernen Arbeitswelt gewürdigt wird.
Gleitende Arbeitszeit, Arbeitszeitkonten, Arbeitszeitgesetz, Flexibilisierung, Normalarbeitszeit, Überstunden, Mehrarbeit, Zeiterfassung, Betriebsvereinbarung, Kollektivvertrag, Zeitausgleich, Zeitguthaben, Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz, Zeitsouveränität, Arbeitsrecht
Die Diplomarbeit befasst sich mit der rechtlichen Gestaltung und Abwicklung von Modellen der gleitenden Arbeitszeit und den damit verbundenen Arbeitszeitkonten im österreichischen Arbeits- und Sozialrecht.
Die zentralen Themenfelder sind die verschiedenen Formen der Arbeitszeitflexibilisierung, die rechtliche Ausgestaltung von Gleitzeitvereinbarungen, der Einsatz von Arbeitszeitkonten, die Einhaltung gesetzlicher Höchstgrenzen sowie die Abwicklung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder Insolvenz.
Das primäre Ziel ist es, den rechtlichen Gestaltungsspielraum für betriebswirtschaftlich sinnvolle, flexible Arbeitszeitmodelle zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese rechtssicher in der betrieblichen Praxis implementiert werden können.
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Arbeit, die primär auf einer Literatur- und Gesetzesanalyse sowie der Auswertung einschlägiger Rechtsprechung basiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Arbeitszeitflexibilisierung, die detaillierte Ausgestaltung von Gleitzeit und Arbeitszeitkonten innerhalb gesetzlicher Grenzen sowie deren vertragliche Implementierung und abwicklungsrechtliche Aspekte.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gleitende Arbeitszeit, Arbeitszeitkonten, Arbeitszeitgesetz, Zeitausgleich, Betriebsvereinbarung und Insolvenz-Entgeltsicherung charakterisieren.
Positive Salden auf dem Arbeitszeitkonto gelten als Teil des laufenden Entgelts und sind somit vom Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz (IESG) erfasst, wodurch sie bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers gegenüber dem Insolvenz-Ausfall-Fonds abgesichert sind.
Das Ampelkonto dient als Warn- und Steuerungssystem, um bei Gleitzeitmodellen das Entstehen zu hoher Zeitguthaben oder -defizite durch festgelegte Phasen (grün, gelb, rot) zu verhindern und eine frühzeitige Rückführung in den Soll-Bereich zu ermöglichen.
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