Diplomarbeit, 2007
125 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einführung
2 Die Arterielle Hypertonie
2.1 Definition und Klassifikation
2.2 Epidemiologie
2.3 Risikofaktoren
2.3.1 Alter
2.3.2 Geschlecht
2.3.3 Familiäre Belastung
2.3.4 Übergewicht
2.3.5 Erhöhter Kochsalzkonsum
2.3.6 Mangelnde sportliche Betätigung
2.3.7 Persönlichkeitsmerkmale
2.3.8 Alkoholkonsum
2.3.9 Kardiovaskuläre Hyperreaktivität
2.4 Pathogenese der essentiellen Hypertonie
2.4.1 Die strukturelle Autoregulationstheorie nach Folkow
2.5 Therapie der Arteriellen Hypertonie
2.5.1 Medikamentöse Therapie
2.5.2 Das Problem der Compliance
2.5.3 Nicht-medikamentöse Behandlungsansätze
2.5.3.1 Modifikation der Lebensgewohnheiten
2.5.3.2 Entspannungsverfahren und Biofeedback
2.5.3.3 Atembiofeedback
2.6 Zusammenfassung.
3 Die Autonome Regulation
3.1 Das Autonome Nervensystem (ANS)
3.1.1 Struktur und Funktion von Sympathikus und Parasympathikus
3.1.2 Neuronaler Erregungsverlauf am Herzen
3.1.3 Sympathische und parasympathische Verschaltung am Herzen
3.2 Die Blutdruckregulation
3.2.1 Modell der Kurzzeitblutdruckregulation
3.2.2 Das Barorezeptorensystem
3.3 Die Rolle des ANS bei der Arteriellen Hypertonie
3.3.1 Autonome Dysregulation bei Grenzwert- und milder Hypertonie- Überaktivität des sympathischen Nervensystems
3.3.2 Abweichungen im Barorezeptorensystem
3.3.2.1 „Resetting“ des Baroreflexes
3.3.2.2 Verminderte Barorezeptorensensitivität (BRS)
3.4 Zusammenfassung
4 Die Herzratenvariabilität
4.1 Definitionen der Herzratenratenvariabilität
4.2 Die Herzratenvariabilität - Ein Funktionsparameter autonomer kardiovaskulärer Regulation
4.3 Modifikation der Baroreflexsensitivität mittels Steigerung der Herzratenvariabilität
4.4 Zusammenfassung
5 Fragestellung
5.1 Standortbestimmung der Untersuchung
5.2 Forschungshypothesen
6 Methode
6.1 Ablauf der Untersuchung
6.2 Stichprobe
6.2.1 Ein- und Ausschlusskriterien
6.2.2 Beschreibung der Stichprobe
6.3 Versuchsdurchführung
6.3.1 Informationsgespräch (Pre-Baseline)
6.3.2 Biofeedbacksitzungen (t1-t11)
6.3.2.1 HRV-Biofeedback (Experimentalgruppe)
6.3.2.2 EEG-Biofeedback
6.4 Erfassung der physiologischen Parameter
6.4.1 Erfassung des systolischen und diastolischen Blutdruckes
6.4.2 Erfassung der Herzratenvariabilität
6.4.3 Erfassung der Barorezeptorensensitivität
6.5 Erfassung der psychologischen Parameter
6.5.1 Erfassung der psychischen Beschwerden
6.5.2 Erfassung der Entspannung
6.6 Operationalisierung der Konstrukte/Operationale Hypothesen
6.6.1 Operationalisierung der Forschungshypothese 1
6.6.2 Operationalisierung der Forschungshypothese 2
6.6.3 Operationalisierung der Forschungshypothese 3
6.6.4 Operationalisierung der Forschungshypothese 4
6.6.5 Operationalisierung der Forschungshypothese 5
6.6.6 Operationalisierung der Forschungshypothese 6
6.6.7 Operationalisierung der Hypothese 7
6.6.8 Operationalisierung der Hypothese 8
6.6.9 Operationalisierung der Hypothese 9
6.7 Statistische Hypothesen
6.8 Statistische Datenanalyse
6.8.1 Poweranalysen
6.8.1.1 Poweranalyse Hypothese 1
6.8.1.2 Poweranalyse Hypothese 2
6.8.1.3 Poweranalyse Hypothese 3
6.8.1.4 Poweranalyse Hypothese 4
6.8.1.5 Poweranalyse Hypothese 5
6.8.1.6 Poweranalyse Hypothese 6
7 Ergebnisse
7.1 Ergebnisse Hypothese 1 (langfristige Veränderung der Blutdruckwerte)
7.2 Ergebnisse Hypothese 2 (kurzfristige Veränderung der Blutdruckwerte)
7.3 Ergebnisse Hypothese 3 (Veränderung der Gesamtherzratenvariabilität)
7.4 Ergebnisse Hypothese 4 (Verschiebung der sympathovagalen Balance)
7.5 Ergebnisse Hypothese 5 (langfristige Veränderung der Baroreflexsensitivität)
7.6 Ergebnisse Hypothese 6 (kurzfristige Veränderung der Baroreflexsensitivität)
7.7 Ergebnisse Hypothese 7 (Zusammenhang Blutdruck und Baroreflexsensitivität)
7.8 Ergebnisse Hypothese 8 (Zusammenhang psychische Beschwerden mit HRV und BRS)
7.9 Ergebnisse Hypothese 9 (kurz- und langfristige Entspannungseffekte)
8 Diskussion
8.1 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
8.2 Grenzen der Studie
8.2.1 Statistische Validität
8.2.2 Interne Validität
8.2.3 Konstruktvalidität
8.2.4 Externe Validität
8.3 Ausblick
Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit der mittelfristigen Wirksamkeit eines HRV-Atembiofeedbacktrainings bei Patienten mit milder Hypertonie. Das zentrale Ziel ist zu klären, ob durch die kontinuierliche Anwendung von Atembiofeedback eine Steigerung der Herzratenvariabilität (HRV) und eine Verbesserung der Baroreflexsensitivität (BRS) erreicht werden kann, um dadurch eine Blutdrucksenkung zu bewirken und physiologische sowie psychologische Zusammenhänge zu evaluieren.
2.4.1 Die strukturelle Autoregulationstheorie nach Folkow
Folkow (1982, zitiert nach Marwitz, 2000) formuliert insgesamt drei Bedingungen, die für die Entwicklung und Aufrechterhaltung eines Bluthochdrucks verantwortlich sind.
Dies ist zum Einen eine genetische Prädisposition, die seiner Meinung nach zwingend vorliegen muss. Die zweite Bedingung sind umwelt- und Verhaltensbedingte Risikofaktoren, denen eine Triggerfunktion zukommt (z.B. zu hoher Alkohol- oder Kochsalzkonsum, zu wenig Bewegung etc...). Diese initiieren pathophysiologische Veränderungsprozesse, die als Ursprung der weiteren pathogenetischen Hypertonieentwicklung zu sehen sind. Als Manifestation dieser Entwicklung sind strukturelle Veränderungen an den Blutgefäßen zu beobachten, die wiederum für die langfristige Aufrechterhaltung des Bluthochdrucks verantwortlich zeichnen. Am Ausgangspunkt einer beginnenden Hypertonie steht die wiederholte Konfrontation von genetisch vorbelasteten Personen mit Belastungssituationen, die Blutdruckanstiege zur Folge haben. Die Blutdruckerhöhungen stellen Belastungsmomente für die Widerstandsgefäße dar. Die Blutgefäße reagieren mit einer Hypertrophie (Zuwachs an Muskulatur) im Bereich der Media, um dem erhöhten Druck kompensatorisch eine erhöhte Wandspannung entgegenzusetzen, sodass der periphere Widerstand ansteigt. An dieser Stelle setzt eine positive Rückkopplungsschleife ein: Um eine ausreichende Versorgung der Gewebe zu gewährleisten, muss der Blutdruck einen größeren Widerstand überwinden; die hierzu notwendige Blutdruckerhöhung führt zu einem weiteren Zuwachs an Muskulatur in den Widerstandsgefäßen, usw. .
Als unbestritten gilt heute, dass sowohl eine genetische Prädisposition als auch strukturelle Veränderungen an den Blutgefäßen an der Entwicklung und Aufrechterhaltung des Bluthochdrucks beteiligt sind.
1 Einführung: Die Arbeit beleuchtet die Verbreitung der arteriellen Hypertonie und die Relevanz neuer, nicht-medikamentöser Therapieansätze, insbesondere des HRV-Atembiofeedbacks.
2 Die Arterielle Hypertonie: Es erfolgt eine detaillierte Darstellung der Definition, Epidemiologie, Risikofaktoren sowie der pathogenetischen Modelle und bestehenden Therapiemöglichkeiten bei Bluthochdruck.
3 Die Autonome Regulation: Dieses Kapitel erläutert die Struktur und Funktion des Autonomen Nervensystems (ANS) sowie dessen zentrale Rolle bei der kurzfristigen Blutdruckregulation.
4 Die Herzratenvariabilität: Das Konzept der HRV wird als Funktionsparameter der kardiovaskulären Regulation definiert und dessen Zusammenhang mit der Baroreflexsensitivität erörtert.
5 Fragestellung: Auf Basis der theoretischen Grundlagen werden die Hauptfragestellungen sowie die daraus abgeleiteten Forschungshypothesen für die Untersuchung formuliert.
6 Methode: Hier werden der Ablauf der Studie, die Stichprobe, die Erfassung physiologischer und psychologischer Parameter sowie die statistischen Analyseverfahren detailliert beschrieben.
7 Ergebnisse: Die Resultate der statistischen Hypothesenprüfung hinsichtlich der Wirksamkeit von HRV-Biofeedback auf Blutdruck, autonome Parameter und Befinden werden präzise dargelegt.
8 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet sowie Grenzen der Studie und Implikationen für die zukünftige Forschung diskutiert.
Arterielle Hypertonie, HRV-Biofeedback, Herzratenvariabilität, Baroreflexsensitivität, Blutdruckregulation, Autonomes Nervensystem, Atemtraining, Entspannungsverfahren, Compliance, Psychophysiologie, klinische Studie, Langzeiteffekte, kardiovaskuläre Regulation, Stressmanagement, Prävention.
Die Lizentiatsarbeit untersucht die Wirksamkeit eines HRV-Atembiofeedbacktrainings bei Patienten mit milder Hypertonie im Vergleich zu einem EEG-Entspannungsverfahren.
Die Arbeit verknüpft kardiologische Erkenntnisse zur Blutdruckregulation, die Physiologie des Autonomen Nervensystems und die psychophysiologische Messung der Herzratenvariabilität mit klinischen Interventionsmethoden.
Das Ziel ist es, zu überprüfen, ob ein spezifisches Atembiofeedbacktraining die Herzratenvariabilität und Baroreflexsensitivität bei Hypertonikern nachhaltig verbessern kann und ob dies direkt mit Blutdrucksenkungen korreliert.
Es handelt sich um eine kontrollierte klinische Studie mit N=36 Patienten, die über einen Zeitraum von vier Monaten physiologische Daten (EKG, Blutdruck) sowie psychologische Fragebögen erhoben hat.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu Bluthochdruck, Autonomer Regulation und HRV sowie die detaillierte Beschreibung der Methodik und die anschließende Präsentation der Studienergebnisse.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Arterielle Hypertonie, HRV-Biofeedback, Baroreflexsensitivität und Autonomes Nervensystem definieren.
Das Resetting beschreibt eine Schwellenwertverschiebung des Blutdruck-Reflexbogens, welche als Ausdruck einer gestörten Regulation bei Hypertonie diskutiert und kritisch in Bezug auf die Entstehung der Erkrankung analysiert wird.
Die explorative Analyse ergab, dass die Patienten der Experimentalgruppe ihre Blutdruckmedikation im Studienverlauf deutlicher reduzierten als die Kontrollgruppe, was als moderierender Einflussfaktor auf die statistische Signifikanz der Blutdrucksenkungen gewertet wird.
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