Magisterarbeit, 2007
116 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Entwicklung der Fragestellung
3. Dimensionen des menschlichen Körpers
3.1 Der Körper im Wandel der Zeit
3.2 Körperdefinitionen
3.2.1 Der Körper aus physiologischer Sicht
3.2.2 Der Körper aus psychologischer Sicht
3.2.3 Der Körper aus sozialwissenschaftlicher Sicht
3.3 Männerkörper vs. Frauenkörper
3.3.1 Dimorphe Betrachtungen
3.3.2 Geschlechtsidentität
3.3.3 Transsexualität
3.4 Ästhetik
3.4.1 Ästhetik des Körpers
4. Militärische Ausbildung und Erziehung
4.1 Die Kohärenz von Erziehung und Ausbildung
4.1.1 Militärische Erziehung
4.1.2 Militärische Erziehung im historischen Kontext
4.1.3 Militärische Ausbildung
4.1.4 Militärische Ausbildung im historischen Kontext
4.2 Die Ausbildung der Soldaten in der Bundeswehr
4.2.1 Institutionelle und politische Rahmenbedingungen
4.2.2 Die allgemeine Grundausbildung
5. Erziehung des Körpers
5.1 Der Körper zwischen Militär und Gesellschaft
5.2 Militärische Körpererziehung
5.3 Objektbezogene Körpererziehung
5.4 Subjektbezogene Körpererziehung
5.4.1 Extrinsische Statusrelevanz
5.4.2 Der eigene Körper als Statusfunktion
6. Der Antagonismus von Weiblichkeit und Militär
6.1 Die Geschichte der Soldatin
6.1.1 Mythologische und methodische Aspekte der Frau im Kriegsdienst
6.1.2 Integration von Frauen in die Bundeswehr
6.1.3 Frauen in anderen Armeen – Ein Exkurs
6.2 Der weibliche Körper im Spannungsfeld maskuliner Konstruktionen
6.2.1 Physische Betrachtungen
6.2.2 Die Körpersache als sexuelle Friktion einer Geschlechterintegration
7. Geschlechtersituation in der Bundeswehr - Empirische Untersuchung
7.1 Methodik der empirischen Untersuchung
7.2 Auswertung der empirischen Untersuchung
7.2.1 Integration von Frauen in die deutschen Streitkräfte
7.2.2 Die Körperfrage
7.2.3 Männlichkeit und Weiblichkeit im Militär
7.2.4 Verunsicherung und Belastung der Soldaten
8. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die pädagogische Bedeutung und die Rolle des menschlichen Körpers innerhalb der Institution Militär, wobei ein besonderer Fokus auf den Geschlechterverhältnissen in der deutschen Bundeswehr liegt. Ziel ist es, durch die Analyse historischer Kontexte sowie einer empirischen Untersuchung aufzuzeigen, wie Körperkonzepte, Männlichkeit und Weiblichkeit im militärischen Alltag konstruiert werden und welche Auswirkungen die Integration von Frauen auf diese traditionell männlich geprägte Struktur hat.
1. Einleitung
Wenn hinlänglich in der modernen Gesellschaft die Begriffe Körper, Ästhetik, Geschlecht und Sexualität fallen, erregen sie stets die vielfältigsten sozialwissenschaftlichen und politischen Diskussionen. Die Generierung dieses Diskussionspotenzials entwickelt sich fast ausschließlich aus gesellschaftlichen Kommunikationsmedien, wenngleich eine kollektive Schuldzuschreibung über den Ursprung ausbleibt. Vereinigt man nun diese Kategorien mit der Institution des Militärs, so prallen auf den ersten Blick traditionelle Ordnungen mit radikalen Verwandlungen aufeinander.
Obwohl beide Phänomene – betrachtet man sie autark - im Rampenlicht postmoderner Gesellschaften stehen, umhüllt sie, miteinander vereint, ein Schleier aus fälschlich wahrgenommenen Deutungsmustern und bewusster Ignoranz. Man könnte meinen, die wachsende gesellschaftliche Transparenz gegenüber beiden Phänomenen steht im Gegensatz zur wenig durchschaubaren, aktuellen integrativen Entwicklung in der Armee. Dennoch kann man nicht von einem unlogischen Rückschritt in präemanzipatorische Verhaltensschemata sprechen.
Vielmehr rüttelt das unaufhaltsame Sexualschema und Körperbewusstsein an den starren Säulen tradierter Militärpädagogik und unterstreicht einmal mehr den schwierigen Verlauf des Modernisierungsprozesses alteingesessener Institutionen. Dabei ist der Umgang mit militärischen Elementen in unserer Gesellschaft offener geworden, was nicht nur die Mode zeigt: Militärlook ist ‚angesagter’ denn je. Jedes gut sortierte Bekleidungsgeschäft bietet dieser Tage Tarnfleckhosen und Camouflageaccessoires zum Verkauf an. Grund dafür ist vor allem der kürzlich vollzogene, längst überfällige Transformationsprozess in den deutschen Streitkräften, was wiederum unterstreicht, dass der emanzipatorische Wandel vor keiner Situation oder Profession halt machen wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Relevanz von Körper und Geschlecht im Kontext der Bundeswehr und beschreibt den Transformationsprozess sowie das Ziel der Arbeit, die Rolle des menschlichen Körpers im Militär pädagogisch zu analysieren.
2. Entwicklung der Fragestellung: Das Kapitel beleuchtet die heutige Bedeutung von Attraktivität und Körperlichkeit als Statussymbole in der modernen Gesellschaft und stellt die Frage nach der Zweckmäßigkeit des Körpers im Kontext einer männlich geprägten Institution wie dem Militär.
3. Dimensionen des menschlichen Körpers: Hier werden theoretische Grundlagen zu Körperdefinitionen aus physiologischer, psychologischer und sozialwissenschaftlicher Sicht erarbeitet und die Unterscheidung von Männer- und Frauenkörpern sowie ästhetische Aspekte diskutiert.
4. Militärische Ausbildung und Erziehung: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe Erziehung und Ausbildung im militärischen Kontext, setzt diese in einen historischen Kontext und beschreibt die Ausbildung der Soldaten in der Bundeswehr sowie deren Rahmenbedingungen.
5. Erziehung des Körpers: Der Fokus liegt auf der Erziehung des Körpers als pädagogischer Prozess, wobei zwischen der objektbezogenen Abrichtung des Körpers als Maschine und der subjektbezogenen Körpererziehung zur Identitätsbildung differenziert wird.
6. Der Antagonismus von Weiblichkeit und Militär: Das Kapitel analysiert die historische Rolle der Frau im Militär, die Integration von Frauen in die Bundeswehr sowie internationale Exkurse und untersucht den weiblichen Körper im Spannungsfeld maskuliner Konstruktionen.
7. Geschlechtersituation in der Bundeswehr - Empirische Untersuchung: Hier werden Methodik und Ergebnisse einer empirischen Befragung von Soldatinnen und Soldaten präsentiert, die Themen wie Integration, Körperfrage, Geschlechterbilder und Verunsicherungen innerhalb der Bundeswehr beleuchten.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse und die empirischen Ergebnisse zusammen und bewertet den fortwährenden Prozess der Integration und die Bedeutung des Körpers im militärischen Kontext.
Bundeswehr, Militär, Körpererziehung, Geschlechterverhältnisse, Männlichkeit, Weiblichkeit, Integration, Ausbildung, Erziehung, Soldatin, Körperlichkeit, Ästhetik, Sozialisation, Empirische Untersuchung, Status.
Die Arbeit untersucht die Rolle des menschlichen Körpers in der Institution Militär, insbesondere im Hinblick auf die pädagogische Analyse von Körper- und Geschlechterverhältnissen in der deutschen Bundeswehr.
Die zentralen Themen sind die theoretische Definition des Körpers, die militärische Erziehung und Ausbildung, die Integration von Frauen im Militär sowie der Vergleich von männlichen und weiblichen Körperkonzepten.
Das Ziel ist die pädagogische und empirische Aufarbeitung der Frage, wie die Integration von Frauen bestehende Wertvorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit im militärischen System beeinflusst und welchen Stellenwert der Körper dabei einnimmt.
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen aus den Sozial- und Erziehungswissenschaften mit einer eigenen empirischen Untersuchung in Form eines standardisierten Fragebogens, der an Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr verschickt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Körperdefinitionen und militärische Pädagogik, eine detaillierte Analyse der Geschlechterrollen im Militär sowie eine empirische Auswertung zur aktuellen Situation in der Bundeswehr.
Wichtige Schlüsselwörter sind Bundeswehr, Militär, Körpererziehung, Männlichkeit, Weiblichkeit, Integration, Soldatin und Sozialisation.
Die Mehrheit der befragten männlichen Soldaten empfindet den Eingliederungsprozess als gelungen, sieht jedoch gleichzeitig das Risiko einer "Verweichlichung" und bevorzugt oft das Idealbild des geschlechtslosen Kameraden gegenüber einer expliziten Weiblichkeit.
Die Körperfrage ist ein zentrales Spannungsfeld. Während physische Leistungsunterschiede oft als Argument gegen eine vollständige Integration angeführt werden, zeigt die Studie, dass dies eher eine soziale Konstruktion als ein tatsächliches Hindernis für die militärische Effektivität darstellt.
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