Diplomarbeit, 2006
122 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. „Extremsport“ - Versuch einer definitorischen Erfassung
2.1. Zum Sportbegriff
2.1.1. Herkunft des Wortes „Sport“
2.1.2. Definitionen von Sport
2.2. Bisherige Deutungen und Abgrenzungsversuche des Begriffs „Extremsport“ in der Literatur
2.3. Eigene Definition
3. Extremsportarten: Ein Überblick
3.1. Phänomenologie
3.2. Risikosport
3.2.1. Big Wave Surfing
3.2.2. B.A.S.E.-Jumping
3.2.3. Freiklettern/ Freeclimbing
3.3. Extremer Belastungssport
3.3.1. Abenteuerrennen/ Adventure Racing
3.3.2. Triathlon und Ultramarathon
3.3.3. Distanzschwimmen
4. Extremsport als Folge von gesellschaftlichem Struktur- und Wertewandel
4.1. Gesellschaftlicher Wandel
4.1.1. Der Ökonomische Aufschwung und seine Folgen
4.1.2. Wertewandel: Von der Leistungsorientierung zur Freizeitorientierung
4.1.3. Individualisierung
4.1.4. Die Erlebnisgesellschaft
4.1.5. Sport in der Gegenwartsgesellschaft
4.2. Gesellschaftlicher Wandel und Extremsport
4.2.1. Suche nach Spannung und Risiko
4.2.2. Außergewöhnliche Körpererfahrungen
4.2.3. Selbstermächtigung
4.2.4. Distinktion und Prestige
4.2.5. Sinn- und Heilssuche
4.2.6. Kontrastive Naturabenteuer
4.2.7. Gesellschaftsflucht und Nonkonformismus
5. Subjektorientierte Theorien
5.1. Risikoverhalten und Evolution
5.2. Risikosport als Triebhandlung
5.3. Reizsuche-Konzepte
5.3.1.Das optimale Erregungsniveau
5.3.2.Die Psychologie des „schützenden Rahmens“
5.4. Identitätsstörungen, Traumata und Angstbewältigung
5.5. Motivationen
5.5.1. Das Flow-Erlebnis
5.5.2. Sinnsuche: Wagen in wachsenden Ringen
5.5.3. Grenz- und Erlebnissuche
6. Sucht, Lebensstil und jugendliches Risikoverhalten
6.1. Suchtverhalten im Extremsport
6.1.1. Sport als stoffungebundene Sucht
6.1.2. Sucht im Risikosport
6.1.3. Lauf- und Ausdauersucht
6.2. Extremsport und Lebensstil
6.3. Übergangsrituale, Initiationsriten und Mutproben
7. Schlussfolgerungen
7.1. Das Einflussfaktorenmodell
7.2. Fazit und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, die Phänomene, Formen und Ursachen des Extremsports im Kontext gesellschaftlicher Wandlungsprozesse zu ergründen und ein Modell zu entwickeln, das die Einflussfaktoren auf die Entscheidung eines Individuums zur Ausübung von Extremsport systematisch darstellt.
4.2.3. Selbstermächtigung
Die hochmodernisierte und differenzierte Gesellschaft bringt Strukturen und Arbeitsabläufe mit sich, die das eigenmächtige Handeln der Individuen zu einem beträchtlichen Teil einschränken. Der Bedeutungsverlust der eigenen Person und Erfahrungen von Nichtigkeit und Machtlosigkeit stellen sich ein, die u.a. auf die folgenden Sachverhalte zurückzuführen sind (vgl. Bette 2004, S.23ff.):
1. Nichtigkeitserfahrungen als Konsequenz der Organisationsgesellschaft
Seit dem 19.Jahrhundert verläuft das Leben in der westlichen Welt zunehmend im Rahmen organisatorisch regulierter oder beeinflusster Milieus. Menschen müssen sich in vielen Bereichen an die Erwartungsstrukturen gesellschaftlicher Großakteure anpassen und nehmen austauschbare Rollen und Positionen an, die jedoch nur eine ‚Partialinklusion’ der eigenen Person beinhalten.
2. Individuelles Handeln in einer arbeitsteiligen organisierten Gesellschaft ist oft Teil langer und weit verzweigter Handlungsketten
Anfang und Ende der Handlungsketten in Arbeitsabläufen entziehen sich einer präzisen Beobachtung. Durch die Angewiesenheit auf das Wissen und die Kompetenzen anderer entstehen Handlungsinterdependenzen, die Erfahrungen von Autonomie und Autarkie stark einschränken.
3. Die modernen Massenmedien vermitteln den Menschen die Begrenztheit der eigenen Wirkungsmöglichkeit
Durch die Art der medialen Berichterstattung gewinnen Zuschauer das Bild, dass das gesellschaftlich relevante Handeln immer woanders stattfindet, sie aber selbst nicht daran beteiligt sind.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Faszination des Extremsports und erläutert die wissenschaftliche Relevanz der Arbeit sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2. „Extremsport“ - Versuch einer definitorischen Erfassung: In diesem Kapitel werden bisherige Definitionen von Sport und Extremsport kritisch diskutiert, um eine eigene, präzisere Definition des Extremsportbegriffs auf Basis der Kriterien „erhöhte Lebensgefahr“ und „extreme körperliche Belastung“ zu entwickeln.
3. Extremsportarten: Ein Überblick: Das Kapitel bietet einen phänomenologischen Überblick über verschiedene Formen des Extremsports, unterteilt in „Risikosport“ und „extremer Belastungssport“, anhand ausgewählter Beispiele wie Big Wave Surfing, B.A.S.E.-Jumping oder Ultramarathon.
4. Extremsport als Folge von gesellschaftlichem Struktur- und Wertewandel: Dieses Kapitel analysiert, wie gesellschaftliche Transformationsprozesse wie Individualisierung, Erlebnisorientierung und Wertewandel die Voraussetzungen für das Entstehen und die Ausbreitung von Extremsportarten geschaffen haben.
5. Subjektorientierte Theorien: Hier werden psychologische und evolutionsbiologische Ansätze, wie das Flow-Erlebnis, das Konzept der Reizsuche oder die Bedeutung des „schützenden Rahmens“, zur Erklärung von Risikoverhalten und Motivation analysiert.
6. Sucht, Lebensstil und jugendliches Risikoverhalten: Das Kapitel untersucht Extremsport in Bezug auf Suchtphänomene (stoffungebundene Sucht), die Bedeutung als Lebensstil sowie als Instrument für jugendliche Initiationsriten und Identitätskonstruktion.
7. Schlussfolgerungen: Die Schlussfolgerungen führen die verschiedenen Aspekte zusammen und präsentieren ein Einflussfaktorenmodell, das die komplexen Ursachen der Entscheidung für Extremsport in ein Gesamtbild integriert.
Extremsport, Risikosport, Erlebnisgesellschaft, Individualisierung, Sensation Seeking, Flow-Erlebnis, Identität, Selbstermächtigung, Suchtverhalten, gesellschaftlicher Wertewandel, Körpererfahrung, Distinktion, Coping-Strategie, Motivation, Risikoverhalten.
Die Arbeit untersucht das Phänomen Extremsport und analysiert, warum Menschen freiwillig extreme körperliche Belastungen und Lebensrisiken auf sich nehmen, indem sie soziologische und psychologische Erklärungsansätze heranzieht.
Die Autorin unterteilt Extremsportarten in „Risikosportarten“ (mit erhöhter Lebensgefahr, z.B. B.A.S.E.-Jumping) und „extremer Belastungssport“ (mit extremer physischer Beanspruchung, z.B. Ultramarathon).
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie gesellschaftliche Strukturen, Wertewandel und individuelle psychische Dispositionen zusammenwirken, um die Ausübung von Extremsport zu fördern und zu motivieren.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung soziologischer sowie psychologischer Theorien basiert, um ein eigenes Einflussfaktorenmodell für Extremsport zu entwickeln.
Das Argument lautet, dass die moderne Erlebnisgesellschaft und Prozesse wie die Individualisierung den Sport von traditionellen Leistungsmustern entkoppelt und ihn als „Erlebnisprojekt“ zur Kompensation von Alltagsmonotonie und Reizarmut transformiert haben.
Dies bezieht sich auf das exzessive Sporttreiben, bei dem der Sport als Ventil für Identitätsdefizite oder zur Stimmungsregulation genutzt wird, was zu ähnlichen Zwangssymptomen wie bei stoffgebundenen Abhängigkeiten führen kann.
Das Buch argumentiert, dass in einer zunehmend sicherheitsorientierten und „entkörperlichten“ westlichen Gesellschaft Extremsport dazu dient, durch Grenzerfahrungen Macht, Kontrolle und Authentizität zurückzugewinnen.
Das Flow-Erlebnis ist ein zentrales Motiv, da es den Sportler in einen Zustand der vollkommenen Absorption in sein Tun versetzt, bei dem die Reflexion über Sinnfragen und Alltagsängste vorübergehend aufgehoben wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

