Magisterarbeit, 2003
104 Seiten, Note: 1,1
Vorwort und Initiation
Lagebericht über Moderne und Diskursivität
a Saussures Außen der Schrift und die identische Differenz
b Wittgensteins Orientierung im Netz
c Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben
d Derridas Geflecht der webenden Diskurse
e Foucaults ordentliche Unterwerfung des Diskurses
f Deleuze’ denkende Mannigfaltigkeit des Rhizoms
g Serres’ Selbstorganisation der komplexen Archive
h Ecos Labyrinthe ähnlicher Texte und Enzyklopädien
i Bachelards poetischer Raum der Episteme
j Blanchots verschwommener Tod des Autors
k Jabès’ endloses Buch der Wüstenschrift
l Baudrillards medialer Rest im anderen Selben
AnSchluß
Die vorliegende Arbeit untersucht das Sagen zwischen Aussagen des geisteswissenschaftlichen Diskurses und metaphorischen Konstellationen der Poesie. Dabei wird erforscht, wie sich diese Strukturen kulturwissenschaftlich denken und analysieren lassen, ohne den Diskurs auf eine reine Interpretation zu reduzieren.
a Saussures identische Differenz des Zeichens und das Außen der Schrift
Zwei Gedanken werden in diesem Kapitel zu bedenken sein. Erstens geht es um Sassures Theorie der gleichursprünglichen Differentialität und Arbitrarität des Zeichens eines jeden semeologischen Systems sowie seine Synchronizität und Diachronizität innerhalb der Semiose, d. h. dem Prozessieren des Systems. Um es vereinfachend vorweg zu nehmen, ein semeologisches System meint schlechterdings Diskurs. Und sein Prozessieren in der Zeit meint das Generieren von Bedeutung und die Stiftung von Sinn. Zweitens werden diskursanalytische Anschlüsse mithilfe topologischer Metaphern seiner Zeichenrepräsentationen zusammengedacht.
Geboren wurde Mongin Ferdinand de Saussure 1857 in Genf. Bevor er sich 1876 in Leipzig der Erforschung der Sprachen zuwandte, besuchte er in Genf ein Jahr lang naturwissenschaftliche Lehrveranstaltungen. Als Philologe wurde er 1891 Professor für Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Genf. Aufgrund seiner Erkenntnisse innerhalb seines Hauptwerkes Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, das erst drei Jahre nach seinem Tode 1913 aus Vorlesungsskripten seiner Studenten und anderem Material zusammengestellt wurde, gilt Saussure als Begründer des sprachwissenschaftlichen Strukturalismus oder synchronischen Sprachwissenschaft. Den Auftakt seines Gedankengebäudes markiert die Erkenntnis, daß Sprache und Schrift insofern dasselbe sind, als daß sie sich strukturell auf gleiche bzw. ähnliche Weise beschreiben und analysieren lassen.
Vorwort und Initiation: Einführung in die Fragestellung nach der diskursiven Formation zwischen Geisteswissenschaft und Poesie unter Einbeziehung topologischer Begriffe.
Lagebericht über Moderne und Diskursivität: Darstellung des ideengeschichtlichen Gebrauchs des Begriffs Moderne und dessen Transformation in der Literatur.
a Saussures Außen der Schrift und die identische Differenz: Analyse der Theorie der Differentialität und Arbitrarität des Zeichens sowie der Rolle der Semiose.
b Wittgensteins Orientierung im Netz: Untersuchung des methodologischen Bruchs im Denken Wittgensteins vom Logischen hin zum Aphoristischen.
c Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben: Erörterung der ontologischen Differenz von Sein und Seiendem sowie der Sorgestruktur des Daseins.
d Derridas Geflecht der webenden Diskurse: Darstellung der Strategie der Dekonstruktion und der Bedeutung der Différance.
e Foucaults ordentliche Unterwerfung des Diskurses: Untersuchung der diskursiven Formationen und der Rolle des Subjekts in der Archäologie des Wissens.
f Deleuze’ denkende Mannigfaltigkeit des Rhizoms: Analyse der Rhizom-Struktur und der Abkehr vom baumartigen Denken der Philosophie.
g Serres’ harmonische Selbstorganisation der Diskurse: Erläuterung der monadischen Komplexität und der prästabilierten Harmonie in der Wissenschaftsphilosophie.
h Ecos Labyrinthe ähnlicher Texte und Enzyklopädien: Betrachtung der Intertextualität und des semiotischen Spiels in der zeitgenössischen Kultursemiotik.
i Bachelards poetischer Raum der Episteme: Diskussion des epistemologischen Bruchs und der Rolle der Einbildungskraft in der Wissenschaftstheorie.
j Blanchots verschwommener Tod des Autors: Untersuchung der thanatologischen Aspekte des Schreibens und der Subjektlosigkeit.
k Jabès’ endloses Buch der Wüstenschrift: Auseinandersetzung mit jüdischer Mystik, Wüstenmetaphorik und der Unmöglichkeit, einen Sinn des Seins zu fixieren.
l Baudrillards medialer Rest im anderen Selben: Analyse der Medialität und des digitalen "Rests" im Denken der späten Moderne.
Diskurs, Moderne, Topologie, Semiotik, Dekonstruktion, Rhizom, Differenz, Schrift, Poesie, Epistemologie, Subjekt, Sinn, Intertextualität, Mannigfaltigkeit, Zeichen
Die Arbeit untersucht das diskursive Sagen zwischen den Aussagen der Geisteswissenschaften und den metaphorischen Konstellationen der Poesie.
Im Fokus stehen Sprachphilosophie, kulturwissenschaftliches Denken, Diskursanalyse sowie poststrukturalistische Theorien.
Es soll analysiert werden, wie diskursive Zentren identifiziert und Formationen ähnlicher Aussagen topologisch differenziert werden können.
Die Arbeit nutzt den topologischen Diskurs und Begriffe wie Faltung, Rand und Mannigfaltigkeit als erkenntnistheoretisches Werkzeug.
Der Hauptteil ist historisch geordnet nach einflussreichen Denkern des 20. Jahrhunderts, von Saussure und Wittgenstein über Foucault und Deleuze bis hin zu Derrida, Eco und Jabès.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Diskurs, Rhizom, Différance, Epistemologie und die topologische Struktur des Denkens charakterisiert.
Das Selbe bezeichnet bei den untersuchten Denkern nicht das Gleiche, sondern eine strukturelle Wiederholung im Denken, die sich dem Identischen entzieht.
Topologische Konzepte erlauben es, das "Sagen" ohne begriffliche Beliebigkeit oder interpretative Willkür zu analysieren und als Netzwerk von Relationen zu begreifen.
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