Diplomarbeit, 2007
82 Seiten, Note: 1,3
1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.1 Einführung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Das Kongruenzprinzip Clean Surplus
2.1 Inhalt von Kongruenz und Clean Surplus
2.2 Die Kongruenzbeziehung aus wertorientierter Sicht
2.3 Grenzen der Kongruenz und Formen der Durchbrechung
2.3.1 Grenzen der Kongruenz durch externe Ereignisse
2.3.2 Permanente vs. temporäre Kongruenzdurchbrechung
2.3.3 Offene und verdeckte Kongruenzdurchbrechung
2.4 Fazit zur Kongruenz "Clean Surplus"
3. Dirty Surplus in der Rechnungslegung
3.1 Erfolgsneutrale Gewinne und Verluste im Handelsrecht
3.1.1 Erfolgsneutrale Behandlung des Good Will
3.1.2 Behandlung von Währungsumrechnungsdifferenzen
3.1.3 Systemwechsel von HGB auf IFRS
3.1.4 Ausweis und Dokumentation erfolgsneutraler Vorgänge
3.2 Dirty Surplus in der internationalen Rechnungslegung
3.2.1 Die Entwicklung der Gewinnkonzeptionen in den US - GAAP
3.2.1.1 Das All Inclusive Income Concept (AIIC)
3.2.1.2 Das Current Operating Performance Concept (COPC)
3.2.1.3 Verschmelzung zum Modified All Inclusive Income Concept (MAIIC)
3.2.2 Das Other Comprehensive Income nach US - GAAP
3.2.2.1 Begriff
3.2.2.2 Inhalt des Other Comprehensive Income nach US - GAAP
3.2.2.3 Dokumentation des Other Comprehensive Income nach US - GAAP
3.2.3 Das Other Comprehensive Income nach IFRS
3.2.3.1 Begriff
3.2.3.2 Inhalt des Other Comprehensive Income nach IFRS
3.2.3.3 Dokumentation des Other Comprehensive Income nach IFRS
3.3 Fazit zum Dirty Surplus Accounting
4. Bestandteile des Other Comprehensive Income nach IFRS
4.1 Fremdwährungsumrechnungen ausländischer Tochtergesellschaften nach IAS 21
4.2 Wertänderungen von Finanzinstrumenten nach IAS 39
4.2.1 Wertänderungen von Available for Sale Securities
4.2.2 Umwidmung und Ausbuchung
4.2.3 Wertänderungen von Hedging Instrumenten
4.2.3.1 Behandlung von Fair Value Hedges
4.2.3.2 Behandlung von Cash Flow Hedges
4.2.3.3 Behandlung von Hedges of a Net Investment in a Foreign Operation
4.3 Wertänderungen aus der Neubewertung von Sachanlagen nach IAS 16
4.4 Wertänderungen aus der Neubewertung von immateriellen Vermögen nach IAS 38
4.5 Wertänderungen aus der Neubewertung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien nach IAS 40
4.6 Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen durch Anwendung von IAS 8
4.6.1 Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
4.6.2 Berücksichtigung wesentlicher Fehler
4.7 Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertungen von Pensionsverpflichtungen nach IAS 19
4.8 Anpassungen aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 1
4.9 Erfolgsneutralitäten bei Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3
4.9.1 Sukzessiver Erwerb
4.9.2 Nachträgliche Kaufpreiskorrektur
4.10 Erfolgsneutralitäten bei Kapitaltransaktionen
4.10.1 Erwerb eigener Anteile
4.10.2 Behandlung von Eigenkapitalbeschaffungskosten
4.10.3 Behandlung von Share based Payments
5. Income Recycling und Reclassification Adjustments
5.1 Das Recycling von Erfolgen
5.2 Untersuchungen zum OCI im Recyclingprozess
6. Other Comprehensive Income: Folgen für Bilanzanalyse und Kennzahlen
6.1 Einschränkungen des Zeitvergleichs bei der Umstellung von HGB auf IFRS
6.2 Einschränkungen des Zeitvergleichs von IFRS - Abschlüssen
6.2.1 Explizite und implizite Wahlrechte
6.2.2 Auswirkung der Bilanzpolitik auf den Zeitvergleich und Kennzahlen
6.2.3 Kreative Bildung der Eigenkapitalrentabilität
6.3 Das Other Comprehensive Income im Betriebsvergleich
6.3.1 Typologische OCI - Analyse
6.4 Fazit zum Other Comprehensive Income in der Bilanzanalyse
7. Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die umfassende Analyse des "Other Comprehensive Income" (OCI) nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auswirkungen auf die Bilanzanalyse und betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie erfolgsneutrale Gewinne und Verluste, die außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) im Eigenkapital erfasst werden, die Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen im Zeit- und Betriebsvergleich beeinflussen und welche Analysemethoden zur Anpassung und Korrektur von Kennzahlen erforderlich sind.
2. Das Kongruenzprinzip - Clean Surplus
Bereits Schmalenbach diskutierte im Rahmen der dynamischen Bilanzlehre die Bedeutung von periodischer Erfolgsrechnung und der Totalrechnung der Unternehmen. So sind es zunächst Informationsbedürfnisse aus dem Unternehmensumfeld sowie Bilanzierungs- und Steuervorschriften, die eine einfache Totalrechnung über die Gesamtlebensdauer des Unternehmens unzureichend machen. Umhin ist der Begriff des Totalgewinns - verstanden als Summe aller Periodengewinne - von eher untergeordnetem Interesse, da sich nach dem Ende der Unternehmung doch nur wenig mit dieser Erfolgsgröße anfangen lässt. Erst die Spaltung der Gesamtlebensdauer und deren periodische Abbildung ermöglicht, „Erfolg zu studieren, ... Unökonomisches zum Erliegen und Ökonomisches zur Entwicklung zu bringen.“
Vor diesem Hintergrund fordert Schmalenbach vehement die Kongruenzbeziehung zwischen der periodischen Erfolgsrechnung und der Totalrechnung des Unternehmens. Inhalt des Kongruenzpostulats ist das lückenlose Aneinanderknüpfen periodischer Erfolgsrechnungen, welche kumuliert die Summe der Periodenerfolge ergeben und dem Totalerfolg bei Beendigung des Unternehmens entsprechen.
1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in das Kongruenzprinzip und die Problematik des "Dirty Surplus" als zentrale Forschungsgegenstände der Arbeit.
2. Das Kongruenzprinzip Clean Surplus: Theoretische Herleitung der Kongruenzbeziehung nach Schmalenbach und Erläuterung der Grenzen sowie Formen der Durchbrechung.
3. Dirty Surplus in der Rechnungslegung: Untersuchung der Behandlung erfolgsneutraler Vorgänge nach HGB, US-GAAP und IFRS sowie detaillierte Definition des Other Comprehensive Income.
4. Bestandteile des Other Comprehensive Income nach IFRS: Systematische Aufarbeitung der IFRS-Standards, die zu erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen führen, inklusive Sicherungsbeziehungen und Neubewertungen.
5. Income Recycling und Reclassification Adjustments: Methodische Beschreibung der Rückführung erfolgsneutral erfasster Beträge in die GuV und die Klassifizierung nach dem Recycling-Kriterium.
6. Other Comprehensive Income: Folgen für Bilanzanalyse und Kennzahlen: Praktische Analyse der Auswirkungen von OCI-Positionen auf den Zeit- und Betriebsvergleich sowie Vorschläge zur kreativen Anpassung von Kennzahlen.
7. Zusammenfassung: Abschließendes Resümee der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit neuer Analyseverfahren im Rahmen des Business Reporting.
Dirty Surplus, Clean Surplus, Other Comprehensive Income, OCI, Kongruenzprinzip, IFRS, US-GAAP, Bilanzanalyse, Eigenkapital, Einkommenskonzeption, Income Recycling, Reclassification Adjustments, Unternehmensbewertung, Bilanzpolitik, Kennzahlen.
Die Arbeit befasst sich mit der internationalen Rechnungslegungspraxis, insbesondere mit dem "Other Comprehensive Income" (OCI), welches Gewinne und Verluste umfasst, die direkt im Eigenkapital statt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
Die zentralen Themen sind das Kongruenzprinzip, die Unterschiede zwischen HGB-, US-GAAP- und IFRS-Rechnungslegung, das "Income Recycling" sowie die Herausforderungen bei der Bilanzanalyse durch das OCI.
Das primäre Ziel ist es, die Folgen des OCI für die Bilanzanalyse und Kennzahlenbildung aufzuzeigen und Lösungsansätze für einen fundierten Vergleich von Jahresabschlüssen nach IFRS zu entwickeln.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der Rechnungslegungssysteme, eine kritische Würdigung der einschlägigen IFRS-Standards sowie eine typologische Bilanzanalyse unter Verwendung von Peer Groups für den Betriebsvergleich.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Kongruenzprinzips, die detaillierte Darstellung der OCI-Bestandteile nach IFRS, die Erläuterung des Recycling-Prozesses und die Analyse der bilanzpolitischen Auswirkungen auf Kennzahlen.
Dirty Surplus, OCI, Kongruenzprinzip, IFRS, Bilanzanalyse, Income Recycling und Eigenkapitalrentabilität.
Erfolgsneutrale Neubewertungen, die direkt ins Eigenkapital fließen, erhöhen die Eigenkapitalquote, was das Unternehmen nach außen hin kapitalstärker erscheinen lässt, ohne dass ein tatsächlicher betrieblicher Erfolg erzielt wurde.
Das Recycling ist entscheidend, da es die Rückführung von im OCI "zwischengelagerten" Beträgen in die GuV beschreibt. Für Analysten ist dies wichtig, um Doppelzählungen von Gewinnen zu vermeiden und die tatsächliche Ertragskraft zu verstehen.
Die Analyse verdeutlicht, dass das OCI ein sehr heterogenes Aggregat ist. Ein einfacher Vergleich von Gesamtwerten reicht nicht aus; vielmehr müssen die Einzelbestandteile (z.B. Währungsumrechnung vs. Neubewertung) analysiert werden, um bilanzpolitische Maßnahmen von operativen Effekten zu unterscheiden.
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