Diplomarbeit, 2007
122 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Pornografie als kulturwissenschaftlicher Randbereich
2.1. Was ist Pornografie?
2.1.1. Rechtslage in Deutschland und Österreich
2.1.2. Zur Geschichte der Pornografie
2.1.3. Der Begriff „Pornografie“
2.2. Pornografie & die Frauenbewegung
2.2.1. PorNO Feminismus
2.2.2. Diskussion der Gesetzeslage innerhalb feministischer Kreise
2.2.3. Feministinnen verteidigen Pornografie
2.2.4. Exkurs: Beispiele für eine manipulative/subjektive Berichterstattung im Bezug auf Pornografie in der EMMA
2.3. Pornografie als Teilbereich der Kunst/Literatur?
2.3.1. Pornografie als Phantasie/Inszenierung
2.3.2. Die Darstellungsweise als Richtschnur
2.3.3. Das Verhältnis von Künstler/in und Kunstwerk
2.3.4. Kunst, Pornografie & Frauen
2.4. Kritische Aspekte in der Pornografie
2.4.1. Zweckorientierung
2.4.2. Beschränkung des Geschehens auf den Sexualakt
2.4.3. Reproduktion von Klischees und Stereotypen
2.4.4. Die Frau als Objekt
2.4.5. Gewaltverherrlichung (speziell Gewalt gegen Frauen betreffend)
2.4.6. Exkurs: Hagiografie als Ursprung des SM-Pornos?
3. Die „Geschichte der O“ als Beispiel für „Porno-Literatur“
3.1. Grundzüge der Handlung und allgemeine Analyse
3.1.1. Die Liebenden von Roissy
3.1.2. Sir Stephen
3.1.3. Annemarie und die Ringe
3.1.4. Das Käuzchen
3.1.5. Nachfolgeband: Rückkehr nach Roissy
3.2. Analyse unter den Gesichtspunkten der problematischen Aspekte in der Pornografie
3.2.1. Zweckorientierung und Beschränkung des Geschehens auf den Sexualakt in der „Geschichte der O“
3.2.2. Reproduktion von Klischees und Stereotypen in der „Geschichte der O“
3.2.3. Die Frau als Objekt in der „Geschichte der O“
3.2.4. Gewaltverherrlichung in der „Geschichte der O“
3.2.5. Exkurs: Das Heilige in der „Geschichte der O“
3.3. Hintergründe und Reaktionen
3.3.1. Zweifel an der weiblichen Autorenschaft
3.3.2. Über das Verhältnis von weiblicher Autorenschaft und männlich dominierten Vorstellungen
3.3.3. Unmittelbare Reaktionen
3.3.4. Längerfristige Reaktionen
4. Fazit
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Pornografie, Literatur und Feminismus, mit dem primären Ziel, zu ergründen, wie pornografische Texte kulturwissenschaftlich sowie feministisch bewertet werden und welche Rolle dabei die Inszenierung von Gewalt und Unterdrückung spielt. Dabei wird analysiert, ob und inwieweit pornografische Literatur als künstlerisch wertvoll eingestuft werden kann oder ob sie lediglich zur Reproduktion patriarchaler Strukturen dient.
2.4.1. Zweckorientierung
„Pornographie ist das arme Waisenkind unter den Künsten. Ihre Zweckhaftigkeit läßt sie fragwürdig, mehr als Kunstgewerbe denn als reine Kunst erscheinen, so daß selbst diejenigen, die sie schaffen, sie kaum ernst nehmen.“80
Gerade im Zusammenhang mit Literatur wird an der Pornografie kritisiert, dass die rigorose Beschränkung der Pornografie auf ein einziges Ziel hin – nämlich die sexuelle Erregung der Leserin/des Lesers zu wecken – im Gegensatz stehe zur sehr komplexen und vielfältigen Funktion die Literatur normalerweise haben sollte. Die meisten pornografischen Romane geben diesen Umstand aber an sich nicht zu. Fanny Hill versucht sich beispielsweise dahinter zu verstecken, dass all die schlüpfrigen Begebenheiten, die geschildert werden, nur deshalb mit dieser Detailliebe ausformuliert werden müssen, um die geneigte Leserschaft zu läutern und vor der Untugend zu warnen. De Sade dagegen bekennt sich in den „120 Tagen von Sodom“ eindeutig zu dieser Zweckorientierung: „Ohne Zweifel … werden dir viele Abirrungen, die du beschreiben finden wirst, mißfallen – das weiß ich; es werden sich jedoch welche finden, die dich so erhitzen, daß sie dich Samen kosten; und das ist alles, was wir beabsichtigen.“81 – dabei kann man getrost davon ausgehen, dass gerade de Sade zu den Autoren gehört, die diesen erwünschten Effekt vermutlich nur bei einem sehr kleinen Publikum erreichen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, was Kunst darf, und stellt die Forschungsfragen bezüglich Pornografie und Literatur.
2. Pornografie als kulturwissenschaftlicher Randbereich: Dieses Kapitel definiert Pornografie, beleuchtet die Geschichte sowie die Kontroverse innerhalb der Frauenbewegung und diskutiert kritische Aspekte.
3. Die „Geschichte der O“ als Beispiel für „Porno-Literatur“: Dieser Hauptteil analysiert den Roman konkret anhand der zuvor erarbeiteten theoretischen Kriterien und beleuchtet Hintergründe sowie Reaktionen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über das Scheitern des Gedankenexperiments im Roman sowie die Unmöglichkeit, Pornografie generell als destruktiv abzuwerten.
Pornografie, Literatur, Feminismus, "Geschichte der O", Sadomasochismus, Kunstfreiheit, Geschlechterverhältnis, Gewaltverherrlichung, Inszenierung, Frauenbewegung, Rezeption, Kulturwissenschaft, Sexualität, Unterdrückung, Machtstrukturen.
Die Arbeit analysiert Pornografie als literarisches und kulturelles Phänomen, wobei ein besonderer Fokus auf die feministische Kritik und die Frage der Kunstfreiheit liegt.
Zentral sind die Definition von Pornografie, ihre Abgrenzung zur Erotik und Kunst, die Geschichte der feministischen Anti-Porno-Kampagnen sowie die kritische Analyse von Gewaltmotiven.
Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Aspekte der Pornografie-Debatte anhand des Romans „Geschichte der O“ konkret zu erörtern und zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur sowie der interpretativen Auseinandersetzung mit dem Primärtext basiert.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der „Geschichte der O“ hinsichtlich der Themen Objektwerdung, Gewalt, Machtverhältnisse und deren Wahrnehmung durch Literaturkritik und Subkultur.
Die zentralen Schlüsselwörter umfassen Pornografie, Feminismus, Sadomasochismus, Machtstrukturen, "Geschichte der O" und Literaturkritik.
Sie bietet eine besondere Komplexität, da sie sowohl explizite sadomasochistische Inhalte aufweist als auch einen hohen literarischen Anspruch besitzt, was eine differenzierte Auseinandersetzung ermöglicht.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Gewaltdarstellung in diesem Werk hochgradig ästhetisiert ist und eher als Mittel zur Unterwerfung fungiert, wobei sie die absolute Unzerstörbarkeit der Protagonistin kritisch als unrealistische Fiktion entlarvt.
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