Diplomarbeit, 2002
107 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Begriffliche Überlegungen
2.1 Alkoholismus
2.2 Psychose
2.2.1 Schizophrenie
2.2.2 Affektive Störungen
2.2.2.1 Depression
2.2.2.2 Manie
2.3 Komorbidität
3 Prävalenz
3.1 Prävalenz
3.2 Prävalenz der Psychosen
3.2.1 Prävalenz der Schizophrenie
3.2.2 Prävalenz der affektiven Störungen
3.3 Prävalenz von Alkoholismus und Psychose
3.3.1 Alkoholismus und Schizophrenie
3.3.2 Alkoholismus und affektive Störungen
4 Entstehungsmodelle
4.1 Zufallsmodell
4.2 Interaktionsmodell
4.2.1 Substanzmittelmissbrauch erhöht das Risiko psychiatrischer Erkrankungen
4.2.2 Psychiatrische Erkrankungen erhöhen das Risiko für Abhängigkeitserkrankungen
4.2.2.1 Stigmatisierungsmodell
4.2.2.2 Sozialwissenschaftliche Faktoren
4.2.2.3 Kommunikativer Faktor
4.2.2.4 Selbstmedikationshypothese
4.2.2.5 Existenz eines gemeinsamen Faktors
4.3 Doppeldiagnosen als eigenständiges Krankheitsbild
5 Problematik
5.1 Problematik der Feststellung
5.2 Problematik der Behandlung
6 Notwendigkeit spezialisierter Behandlungsmodelle
6.1 Versorgung psychisch Kranker und Alkoholkranker
6.1.1 Versorgung psychisch Kranker
6.1.1.1 Ambulante Versorgung
6.1.1.2 Stationäre Versorgung
6.1.1.3 Komplementäre Versorgung
6.1.2 Versorgung Alkoholkranker
6.1.2.1 Ambulante Versorgung
6.1.2.2 Stationäre Versorgung
6.1.2.3 Komplementäre Versorgung
6.2 Versorgung von Doppeldiagnose-Patienten
6.2.1 Versorgung im internationalen Raum
6.2.1.1 Ambulante Versorgung
6.2.1.2 Stationäre Versorgung
6.2.1.3 Komplementäre Versorgung
6.2.2 Versorgung in der BRD
6.2.2.1 Ambulante Versorgung
6.2.2.2 Stationäre Versorgung
6.2.2.3 Komplementäre Versorgung
6.2.3 Versorgung in Franken
6.2.3.1 Ambulante Versorgung
6.2.3.2 Stationäre Versorgung
6.2.3.3 Komplementäre Versorgung
6.3 Charakteristika der Behandlungsprogramme
6.4 Koordination der Behandlung
7 Kritische Wertung der Ergebnisse
8 Konsequenzen für die Soziale Arbeit
9 Zusammenfassung
10 Literaturverzeichnis
Diese Diplomarbeit untersucht das komplexe Phänomen der Doppeldiagnose von Alkoholismus und Psychose. Ziel ist es, den Begriff der Komorbidität präzise zu definieren, Erklärungsansätze für die Entstehung solcher Mehrfacherkrankungen darzulegen sowie die diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen in der Behandlung dieser Klientel aufzuzeigen, um konzeptionelle therapeutische Überlegungen zu erörtern.
4.2.1 Substanzmittelmissbrauch erhöht das Risiko psychiatrischer Erkrankungen
In manchen Fällen kann sich aufgrund von Substanzmittelmissbrauch eine psychische Erkrankung entwickeln. Wahrscheinlicher als die Verursachung der psychischen Erkrankung durch den Konsum psychotroper Substanzen ist die Annahme, dass Substanzmittelmissbrauch eine existierende psychobiologische Vulnerabilität beschleunigt (Mueser et al., 1995) und es dadurch zur Exazerbation der psychischen Erkrankung kommt. Nach Wagner et al. (1992) besteht die Möglichkeit, dass primärer Alkoholismus zur Begünstigung der Entwicklung einer sekundären psychiatrischen Erkrankung beitragen oder diese sogar induzieren kann. „So kann die toxische Wirkung oder z.B. ein Vitaminmangel ätiologisch bedeutsam für eine psychiatrische Symptomatik sein“ (Wagner et al., 1992, S. 108). Wie schon im Kapitel zuvor erwähnt können depressive Symptome durch Alkoholkonsum und Trinkexzesse ausgelöst werden (Soyka, 1996). Nach Schuckit (1983) werden affektive Probleme durch Alkoholismus verschlimmert und es kann zu einer Intensivierung psychotischer Symptome bei Schizophrenen kommen.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die diagnostische und therapeutische Problematik von Patienten, die sowohl an einer psychischen Störung als auch an einer Suchterkrankung leiden.
2 Begriffliche Überlegungen: Es werden die klinischen Definitionen von Alkoholismus, verschiedenen Psychoseformen sowie der Begriff der Komorbidität auf Basis von ICD-10 und anderen Klassifikationen erarbeitet.
3 Prävalenz: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene epidemiologische Studien, die das gemeinsame Auftreten von Suchterkrankungen und psychischen Störungen belegen.
4 Entstehungsmodelle: Hier werden unterschiedliche theoretische Ansätze diskutiert, die erklären sollen, wie psychische Erkrankungen und Sucht interagieren und sich gegenseitig bedingen.
5 Problematik: Die Arbeit beleuchtet hier die Schwierigkeiten in der Diagnostik sowie die systemischen Herausforderungen und Widerstände im Behandlungswesen.
6 Notwendigkeit spezialisierter Behandlungsmodelle: Es werden aktuelle Versorgungsstrukturen und verschiedene Konzepte für die Behandlung von Doppeldiagnose-Patienten analysiert.
7 Kritische Wertung der Ergebnisse: Hier werden die methodischen Einschränkungen der untersuchten Daten sowie die Vereinheitlichung der Begriffsbildung kritisch reflektiert.
8 Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Abschließend werden die Rolle und die Kompetenzen von Sozialpädagogen bei der Behandlung von Doppeldiagnose-Patienten herausgearbeitet.
Alkoholismus, Psychose, Komorbidität, Doppeldiagnose, Schizophrenie, affektive Störungen, Suchttherapie, Prävalenz, Entstehungsmodelle, Diagnostik, psychiatrische Versorgung, Soziale Arbeit, Suchthilfesystem, Rückfallprävention, Fallmanagement.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Doppeldiagnose von Alkoholismus und Psychose, insbesondere mit der Frage, wie diese beiden Störungsbilder diagnostiziert, verstanden und therapeutisch behandelt werden können.
Die Themen umfassen die begriffliche Klärung von Störungsbildern, die Epidemiologie (Prävalenz), Erklärungsmodelle für das Entstehen von Komorbidität sowie strukturelle Probleme in den Versorgungssystemen.
Ziel ist es, den Begriff der Komorbidität inhaltlich zu präzisieren, Entstehungsansätze für Doppeldiagnosen darzustellen sowie die diagnostische und behandlungstechnische Problematik zu analysieren, um konzeptionelle Überlegungen für eine bessere Versorgung zu erarbeiten.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse und Sichtung bestehender Prävalenzstudien sowie auf die Auswertung von Behandlungskonzepten in Deutschland und international.
Der Hauptteil analysiert Entstehungsmodelle (z.B. Selbstmedikationshypothese), diagnostische Hindernisse im klinischen Alltag und evaluiert spezialisierte Behandlungsmodelle für Doppeldiagnose-Patienten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Doppeldiagnose, Komorbidität, Alkoholismus, Psychose, Suchttherapie, psychiatrische Diagnostik und soziale Rehabilitation charakterisieren.
Die Soziale Arbeit wird als essenzielle Berufsgruppe in der Behandlung von Doppeldiagnosen gesehen, da sie durch ihr systemisches Verständnis und ihre Methodenkompetenz die Vernetzung zwischen verschiedenen Versorgungssystemen moderieren kann.
Die Untersuchung zeigt, dass im Raum Franken zwar spezialisierte Einrichtungen existieren, diese jedoch oft Schwierigkeiten haben, eine kontinuierliche Behandlung zu gewährleisten, und dass die Datenerhebung zur Evaluation dieser Modelle weiter ausgebaut werden müsste.
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