Examensarbeit, 2006
50 Seiten, Note: 1,0
0. EINLEITUNG
0.1 Problemstellung
0.2 Untersuchungsgang
0.3 Forschungsstand
0.4 Politische Bildung als educazione civica – eine Begriffserklärung
1. GESCHICHTE DER POLITISCHEN BILDUNG IN ITALIEN
1.1 Politische Bildung im nationalen Einheitsstaat
1.1.1 Zeithistorischer Kontext
1.1.2 „Die Schule als Schmiede der Nation“
1.1.3 Politische Bildung als Erziehung zum Dienst am Vaterland
1.2 Politische Bildung nach dem Ersten Weltkrieg und im Faschismus
1.2.1 Zeithistorischer Kontext
1.2.2 Politische Bildung als Erziehung zum Kommunismus
1.2.3 Politische Bildung als Erziehung zur faschistischen Ideologie
1.3 Politische Bildung nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Ersten Republik
1.3.1 Zeithistorischer Kontext
1.3.2 Politische Bildung als Demokratieerziehung
1.3.3 Theoretische und didaktische Konzeptionen der politischen Bildung in den 1960er und 1970er Jahren
1.4 Politische Bildung in der Zweiten Republik
1.4.1 Zeithistorischer Kontext
1.4.2 Politische Bildung als Institutionenkunde
2. POLITISCHE BILDUNG IM GEGENWÄRTIGEN ITALIENISCHEN SCHULSYSTEM
2.1 Das italienische Bildungssystem als Rahmenbedingung politischer Bildung
2.2 Politische Bildung als fächerübergreifende pädagogische Thematik
2.2.1 Politische Bildung in der Vor- und Grundschule
2.2.2 Politische Bildung in der unteren Sekundarschule
2.2.3 Politische Bildung in der oberen Sekundarschule
2.3 Politische Bildung als Schulprinzip: Demokratisches Lernen im Schulleben
2.4 Politische Bildung am Liceo Ginnasio Statale “G. e Q. Sella” Biella - eine Fallstudie
3. BILANZ UND PERSPEKTIVEN
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich die politische Bildung von ihren historischen Anfängen bis zum aktuellen reformierten italienischen Schulwesen in Theorie und Praxis gestaltet, unter besonderer Berücksichtigung der Umsetzung bildungspolitischer Reformen.
1.2.3 Politische Bildung als Erziehung zur faschistischen Ideologie
Doch schon in den 1920er Jahren machte sich die zunehmende Totalisierung der Gesellschaft in den schulischen und didaktischen Konzeptionen bemerkbar. Benedetto Croce, der von 1920 bis 1921 als Unterrichtsminister amtierte und erst 1924 nach der Ermordung des sozialistischen Politikers Giacomo Matteotti mit Mussolinis Regime brach, tat sich als „Sprecher einer spezifischen nationalistischen politischen Pädagogik“ hervor. „Das Allgemeine (der Staat, das Vaterland, die Nation, die ‚gesellschaftliche Disziplin’, die ‚soziale Einigkeit’) [überlagere] den empirischen Menschen.“ In diesem Sinne vertrat Croce ein autoritäres Erziehungskonzept, das die individuelle Autonomie und das Persönlichkeitsrecht des Kindes vollkommen negierte. Er ging vom Schüler als Subjekt aus, „das keine Lebens-, Welt- und Realitätsanschauung habe“ und daher kritiklos die vom Lehrer übermittelten Werte, Normen und Haltungen annehmen müsse.
Nach der 1923 unter Unterrichtsminister Giovanni Gentile eingeführten Reform (Riforma Gentile) wurde die Schulpflicht bis zum vierzehnten Lebensjahr verlängert. Der staatlich organisierten und verwalteten Grundschule schlossen sich Mittelschulen und Oberschulen an, die jedoch nur der Ausbildung der zukünftigen Führungsklasse dienten. Hier offenbarte sich der elitäre und aristokratische Charakter der faschistischen Schulpolitik.
0. EINLEITUNG: Darstellung der Problemlage in der italienischen politischen Bildung und Vorstellung des Untersuchungsziels sowie des methodischen Vorgehens.
1. GESCHICHTE DER POLITISCHEN BILDUNG IN ITALIEN: Historischer Rückblick auf die verschiedenen Phasen von der Einigung Italiens über den Faschismus bis hin zur Zweiten Republik.
2. POLITISCHE BILDUNG IM GEGENWÄRTIGEN ITALIENISCHEN SCHULSYSTEM: Detaillierte Analyse des aktuellen Schulsystems und der Implementierung politischer Bildungskonzepte sowie eine Fallstudie zu einer konkreten Schule.
3. BILANZ UND PERSPEKTIVEN: Fazit der Untersuchung mit einem Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen der politischen Bildungsarbeit in Italien.
Politische Bildung, Italien, educazione civica, Schulsystem, Demokratieerziehung, Faschismus, Verfassung, Moratti-Reform, Institutionenkunde, politische Partizipation, politische Sozialisation, Curriculum, Schulkultur, Lehrerbildung, politisches Lernen.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung, den Zielen und der methodischen Gestaltung der politischen Bildung im italienischen Schulwesen im historischen und aktuellen Kontext.
Zentrale Themen sind die historische Einbettung der politischen Erziehung, der Einfluss politischer Ideologien, die Umsetzung von Bildungsreformen und die aktuelle Rolle der Schule als Ort demokratischen Lernens.
Die Arbeit untersucht, wie sich die politische Bildung aus ihrem historischen Entstehungskontext heraus im gegenwärtigen reformierten Schulwesen Italiens in Theorie und Praxis gestaltet.
Verwendet werden Text- und Dokumentenanalysen von Lehrplänen und Ministerialerlassen sowie eine empirische Fallstudie mittels teilnehmender Beobachtung und qualitativer Interviews.
Im Hauptteil werden die historische Genese, das gegenwärtige Bildungssystem inklusive der Moratti-Reform sowie die praktische Umsetzung an einer konkreten Fallschule (Liceo Ginnasio Statale “G. e Q. Sella” in Biella) analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politische Bildung, Italien, educazione civica, Demokratieerziehung, Schulsystem und politische Sozialisation charakterisiert.
Die Fallstudie am Liceo Ginnasio Statale “G. e Q. Sella” bietet einen praxisnahen Einblick in die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Reformvorgaben und verdeutlicht die Kluft zwischen curricularen Plänen und der tatsächlichen Unterrichtsrealität.
Im Faschismus war die politische Bildung ein Instrument der Indoktrination und autoritären Disziplinierung, während sie heute primär auf das Erlernen demokratischer Werte, Mündigkeit und Partizipation im Rahmen des schulischen Alltags ausgerichtet ist.
Kritisiert wird primär der hohe Anteil an theoretischer Institutionenkunde (polity), die fehlende explizite Zeitplanung, die Überforderung durch die Stofffülle und die oft formale, aber ineffektive Gestaltung der Mitbestimmungsgremien.
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